One two three o’clock four o’clock rock
five six seven o’clock eight o’clock rock.
Bill Haleys Rock`n Roll Klassiker brachte bei den Wissenschaftstagen im AGO nicht nur die Fußspitzen der Zuhörer zum Wippen. Auf der Leinwand tanzte im Rhythmus der Musik auch eine Haarzelle. Professorin Dr. Inga Holube, Audiologin aus Oldenburg, verblüffte mit dieser mikroskopischen Aufnahme aus dem menschlichen Innenohr am Montagabend ihr Publikum. „Faszination Hören“ hieß die Eröffnungsveranstaltung der 2. Wissenschaftstage am AGO.
Dabei nahm die studierte Physikerin und Audiologie-Professorin Inga Holube die Zuhörer mit auf eine Reise durchs menschliche Ohr: Frau Holube erklärte, wie das Zusammenspiel von Außen-, Mittel- und Innenohr bis zur Informationsverarbeitung im Gehirn funktioniert, angefangen bei den Schallwellen über die subjektive Wahrnehmung von Lautheit (den Geräuschpegel von 100 Autos empfinden wir in der Regel nur viermal so laut wie den eines einzelnen Autos) bis hin zu den extrem empfindlichen Sinneszellen im Innenohr, den Haarzellen. Mit vielen Hörbeispielen demonstrierte die Audiologin, wie wir Vokale und Konsonanten bilden und akustisch wahrnehmen, wie also Sprache funktioniert.
Die Audiologen, so erklärte Prof. Holube, brauchen ihr Basiswissen, nicht nur um Menschen mit Hörschäden zu optimalen Hörgeräten zu verhelfen, sondern auch um Probleme schlechter Raumakustik zu beheben. So beraten Audiologen Architekten beim Bau neuer Konzertsäle genauso wie beim Bau neuer Klassenräume. Und - Audiologen warnen vor zu viel Lärm. Egal, ob Rock’ n Roll oder Presslufthammerkrach die Haarzellen in unserem Innenohr zum Tanzen bringen: Wenn die Lautstärke einen gewissen Pegel übersteigt, leiden die empfindlichen Sinneszellen. Irreparable Schäden und lebenslange Schwerhörigkeit sind die Folge. Kleiner Trost: Inzwischen ist dann niemand mehr auf ein überdimensionales Hörrohr angewiesen. Wenige Zentimeter große High-Tech-Geräte hinterm oder im Ohr helfen heutzutage Schwerhörigen wieder besser zu verstehen.
Wer am Montag in der Aula war, der hörte einen äußerst spannenden und kurzweiligen Vortrag. Schade nur, dass so wenige Schüler/innen die Gelegenheit nutzten, sich über den neuen Studiengang Audiologie zu informieren.
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