Von Theresienstadt aus wurde er später mit vielen anderen Häftlingen mit der Reichsbahn nach Auschwitz gebracht und für die Schwefelminen eingeteilt. Ihm war klar, dass er dort nicht lange überleben würde, weshalb er seine Chance ergriff und in einem unbeobachteten Moment in einen anderen Zugtransport einstieg, der ihn in ein Außenlager in Schlesien brachte. Die Bedingungen der Zwangsarbeiter in diesem Lager waren besser als in Auschwitz, jedoch wurden auch hier Gefangene umgebracht, Selektionen durchgeführt, musste Zwangsarbeit verrichtet werden.
Bei Kriegsende wurde in diesem Teil Schlesiens der Krieg von Teilen der deutschen Armee immer noch fortgeführt, trotz des Waffenstillstandes. Nachdem die russische Luftwaffe die Stromversorgung des Lagers bombardiert hatte, floh Herr Kolmer ein drittes Mal aus einem deutschen Konzentrationslager und ging zurück nach Prag.
Entgegen den Erfahrungen vieler ehemaliger Zwangsarbeiter, die in ihre Heimat zurückkehrten, wurde er in Prag freundlich empfangen und konnte ein neues Leben beginnen. Dennoch konnte und wollte er sich von den Schrecknissen seiner Vergangenheit nicht losreißen. Die Frage nach den Gründen seines Überlebens hat ihn lange Zeit beschäftigt. Neben seinem Willen und seiner Ausbildung als Pfadfinder sind es seiner Meinung nach vor allem Glück und Zufall gewesen, die ihn überleben und viele andere sterben ließen.
Seit dem Zusammenbruch der stalinistischen Tschechoslowakei engagiert er sich als Beauftragter der tschechischen Regierung im deutsch-tschechischen Rat und als gesprächsbereiter Zeitzeuge einer Zeit, deren Zeugen immer weniger werden, für eine bessere Verständigung der Völker und gegen das Vergessen, wobei er die Zukunft Europas bei der Jugend, speziell der deutschen, in verantwortungsvollen Händen sieht.
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