
Was könnte es wohl mit der Anwesenheit eines Strandkorbs inmitten der altehrwürdigen Säulen des Portals des Alten Gymnasiums auf sich haben, wird sich sicher der eine oder andere Passant am vergangenen Sonntag im Vorübergehen gefragt haben. Wollte man dem Konzept der kontrastreichen Architektur auf dem Schulgelände – in einer Reihe mit dem, neben dem eleganten Bau des Schulgebäudes reichlich konventionell aussehenden neuen Fachräumetrakt stehend – eine weitere Krone aufsetzen oder gar den feucht-kalten Oldenburger Spätsommer durch die Anwesenheit des Urlaubsstimmung vermittelnden Objektes an seine eigentliche wettertechnische Aufgabe erinnern?
Keines von beidem. Denn das zweckentfremdete Sandmöbel diente seinerseits einem guten Zweck. Denn Sinn der am Sonntag, dem 9. September in den Räumen des AGO unter dem Motto „Karitativer Kaufrausch“ stattgefundenen Wohltätigkeitsveranstaltung war es, im Anschluss einen möglichst großen Geldbetrag an den Ambulanten Kinderhospizdienst der Stiftung Evangelischer Hospizdienst überweisen zu können.
Das besondere an dem von den fünf um Oldenburg herum ansässigen regionalen Abteilungen des Inner Wheel Clubs initiierten Wohltätigkeitsmarkt: Die Organisation und Vermarktung des Events hatte die Schülerfirma das Alten Gymnasiums, ShEvAGO, übernommen. In dem aus dem Wirtschaftskurs der neunten Klassen entstandenen Projekt teilen sich die Schüler die Aufgabenbereiche „Shop“, „Eventmanagement“, „Marketing“ und „Finanzen“.
Nachdem einige Monate vor den Sommerferien ein Briefing zwischen ShEvAGO und Inner Wheel stattgefunden hatte und die Aufgabenverteilung in weiteren Meetings besprochen worden war, übernahm ShEvAGO die Organisation der Örtlichkeit (Genehmingung von Schulleiter, Stadt, etc.) sowie das Drucken von Flyern und die Vermarktung des „Karitativen Kafrausches“.
Einige Monate und viele „-ings“ später war es schließlich soweit. Inner Wheel hatte über gute Beziehungen (siehe Infokasten) für die das Herzstück der Veranstaltung bildende Tombola Waren im Wert von ca. 7000 Euro (darunter auch besagten Strandkorb) beschaffen können. Die Schüler von ShevAGO hatten die Oldenburger Innenstadt unübersehbar mit Werbung einge- und die Bühne der Aula mit Filmplakaten – echte Raritäten, die das Cinemaxx zur Versteigerung zur Verfügung gestellt hatte, bedeckt.

Der NDR, FFN und die NWZ hatten das Event beworben und die Begeisterung war bei allen Beteiligten groß. „Ich finde es toll, wie die Jugendlichen sich einsetzen“, freute sich die Vorsitzende von Inner Wheel Oldenburg, Ortrud Reuter-Kaminski und hob hervor, dass man bewusst eine Schülerfirma zur Organisation ausgesucht hatte. „Die Schüler können dabei nicht nur karitative Arbeit leisten, sondern gleichzeitig Wirtschaftskenntnisse erwerben und sich über die Arbeit, die ein Hospiz leistet, informieren.“
Insgesamt konnten alle Beteiligten mit dem Ergebnis des Nachmittags zufrieden sein. Unter dem Strich, stand ein wie sonst nur zur Zeit der großen Pausen bevölkertes Foyer und der satte Betrag von 8000 Euro. Der Ambulante Kinderhospizdienst kann den Reinerlös darauf verwenden, einigen der bundesweit ca. 22.000 Kindern mit verkürzter Lebenserwartung unter die Arme greifen und seine Grundphilosophie „Es gibt noch viel zu leben bevor man stirbt“ ein Stück weiterzuverwirklichen.
Erklärtes Ziel von ShEvAGO ist es, von dem im Laufe der zweijährigen Firmengeschichte erwirtschafteten Kapital eine Reise an die Frankfurter Börse zu unternehmen.





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