Altes Gymnasium Oldenburg

Bastien Grandjean aus der Schweiz – seit drei Monaten am AGO

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Mein Name ist Bastien Grandjean, ich bin 18. Ich entschied mich letzten März, ein ganzes Jahr im Ausland zu verbringen. Ich kam auf diese Idee dank einer Austauschschülerin aus den USA, die letztes Jahr in meiner Klasse war. Ihre Erfahrung in der Schweiz „inspirierte“ mich echt.

Ich wählte Deutschland wegen verschiedener Gründe. Erstens ist Deutsch sehr nützlich, wenn man in der französischen Schweiz lebt. Zweidrittel der Bevölkerung sind deutschsprachig. Deshalb braucht man oft gute Sprachkenntnisse, wenn man eine Arbeitstelle sucht. Ein persönlicherer Grund ist mein Ausbildungswunsch: ich möchte gern an der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich) Biologie und Chemie studieren.

Vielleicht fragen sich manche Leute, warum ich nicht die Schweiz wählte („Spricht man nicht Deutsch in der Schweiz?“ ist eine so übliche Frage). Leider wird kein Hochdeutsch im Alltagsleben gesprochen. Man spricht ja einen Dialekt: Switzerdütsch. Deshalb wollte ich nach Norddeutschland kommen, um die echte Sprache zu lernen. In Süddeutschland spricht man ja ebenfalls eine Art Dialekt – „Bayrisch“. Die Auswahl der Stadt steht im Zusammenhang mit der Gastfamilie. Vorher kannte ich Oldenburg gar nicht.

Ich wohne in Bulle, einer Kleinstadt in der Nähe von Freiburg, Bern, Lausanne. Bulle ist winzig im Vergleich zu Oldenburg. Es hat nur 16 000 Einwohner; unsere Stadt ist aber sehr angenehm. Man findet schon fast alles, was man braucht, und die Landschaft ist wunderbar, weil eine Menge Berge ganz nah stehen.

Ich besuche das „Collège du Sud“, das auch in Bulle liegt. Man kann diese Schule mit einem deutschen Gymnasium vergleichen; auf dem Gymnasum besuchen die Schüler nur die vier letzten Stufen vor dem Abitur. Der übliche Stundenplan ist der Folgende: Vier Stunden am Morgen von 8 bis 11.45 Uhr und drei Stunden am Nachmittag von 13.15 bis 15.40 Uhr. Doppelstunden sind ziemlich selten, außer in den Fächern, die wir auswählen können. Die Arbeitsgemeinschaften sind auch ein Unterschied zwischen dem AGO und meiner Schule. Wir haben auch einen Chor und einige Musikgruppen, eine Theatergruppe, einen englischen “Movieclub“, sonst nichts.

Das Leben in Oldenburg habe ich sehr gern. Das Stadtzentrum ist schön und praktisch um einzukaufen. Die Größe von Oldenburg ist auch angenehm. Nur das Wetter Norddeutschlands finde ich unfreundlich -  ariationsreich und im Allgemeinen regenreich. Die Leute von hier finde ich ganz freundlich und warmherzig; sie zeigen Interesse an mir und meinen Aufenthalt.

Zum Schluss kann ich sagen, dass ich mich schon gut eingelebt habe. Ich muss aber sagen, dass das deutsche Leben dem Schweizer Leben ganz ähnlich ist; die „Denkarten“ sind gleich. Ein Aufenthalt in den USA oder in Japan beispielsweise wäre wahrscheinlich schwerer.

(Die Anregung zu diesem Beitrag stammt von unserem Redakteur Arne Lordt.)

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