Internationaler Terrorismus: Herausforderung für Europa
10. Juli 2008
Vorträge
Dr. Karl-Josef Burkard; Foto: Dieter Deckarm
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Am 8.7.2008 sprach der renommierte Wissenschaftler und Publizist Dr. Aschot Manutscharjan in der Aula des Alten Gymnasiums über Erscheinungsformen terroristischer Gewalt. Trotz der unübersehbaren Ferienstimmung am vorletzten Tag des Schuljahres gelang es ihm, die Schülerinnen und Schüler des 11. und 12. Jahrgangs mit einprägsamen Bildern, Beispielen und Formulierungen für sein schwieriges Thema zu motivieren.

Auch wenn es den Terroristen aller Zeiten darum gegangen sei, durch unterschiedslose Gewalt gegen „Schuldige“ und „Unschuldige“ Angst und Schrecken zu verbreiten („je unschuldiger das Opfer, desto größer der Schrecken“), sei es unmöglich, einen universell gültigen Begriff von Terrorismus zu formulieren. Vielmehr komme es darauf an, zwischen verschiedenen Erscheinungsformen des Terrorismus zu unterscheiden: politisch-ideologisch motivierter Terrorismus (wie z.B. den der RAF oder neonazistischer Gruppen), nationaler Befreiungsterrorismus (wie etwa den der IRA, der ETA, der PKK oder bestimmter palästinensischer Gruppen) und religiös (z.B. christlich oder islamisch) motivierter Terrorismus. Zur Begriffsverwirrung trage bei, dass viele Regierungen dazu tendierten, jeglichen Widerstand (z.B. die Autonomiebestrebungen unterdrückter Völker) als „terroristisch“ zu etikettieren, und dadurch erst die Spirale von Gewalt und Gegengewalt in Gang setzten.
Die westlichen Regierungen mahnte Dr. Manutscharjan, bei ihren unverzichtbaren Abwehrmaßnahmen gegen die terroristische Bedrohúng nicht die Werte der Demokratie aufs Spiel zu setzen. Nichts in der Welt könne die Anwendung von Folter rechtfertigen; damit begebe man sich auf das Niveau der Mörder. – Lang anhaltender Beifall für eine spannende Doppelstunde politische Bildung. Dank an die Konrad-Adenauer-Stiftung, die den Vortrag vermittelte und finanzierte.
Bericht: Dr. Karl-Josef Burkard
Foto: Dieter Deckarm
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