Altes Gymnasium Oldenburg

Haukes Austauschtagebuch – Neunter Eintrag (Fotostrecke) vom 20.04.2009

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Gletscher Spegzzini

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Wir beim Eistrekking

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Tiefblauer Eisberg im Lago Argentino

Ausflug nach Puerto Madryn, wo mein Gastbruder studiert

pinguine_in_punta_tombo_kl.jpgPinguine in Punta Tombo

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Ich mit einem Pinguin

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Tagesausflug mit meinem Vater in meiner Provinz

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Weingut in meiner Provinz

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Las Barreales, ein See in meiner Provinz

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Ostertripp in die Sierras de Cordoba

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Sierras de Cordoba

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Meine Gastmutter in Mina Clavero

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Großeltern und Kinder

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Familienteil meines Vaters

Bei der Familie einer anderen Austauschschülerin

villa_la_angostura_lago_nahuel_huapi_kl.jpgVilla la Angostura, Lago Nahuel Huapi

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Besondere Bäume im Nationalpark

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Ich mit der Familie einer anderen Austauschschülerin

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Liebe Grüße
Hauke

17. März 2009

Liebe Leser!Es ist fuer mich nicht ganz einfach, die Ereignisse der letzten Monate in einen gut lesbaren Bericht zu fassen, ohne dass dieser sich über mehrere Stunden hinzieht und ich mich in unwichtigen Details verliere, ihr aber trotzdem eine gute Vorstellung davon bekommt, was mich bewegt und was ich hier erlebe. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!

Das letzte, was ihr von mir gehört habt, war der Weihnachtsgruß, an den ich jetzt direkt anknüpfen möchte. Auch wenn, wie dort erwähnt, die Umstände nicht besonders weihnachtlich waren, so war es letztendlich doch ein schönes, wenn auch anderes Weihnachtsfest. Warum sollte es denn auch ein Ofenhuhn geben, wenn es draußen 30 Grad heiß ist. So war es mein erstes Weihnachtsfest, an dem ich mit meiner und zwei weiteren Familien im Garten gesessen habe, Honigmelonen mit Schinken gegessen und eiskalten Daikiri geschlurft habe. Um Punkt zwölf wurde dann mit Sekt angestoßen und das eher spärliche, aber doch schöne Feuerwerk bewundert, eine Angelegenheit, bei der man wieder einmal den Unterschied merkt. So hört man die einen oder anderen Leute darüber reden, dass es doch nur vor acht bis neun Jahren (also vor 2001) über Weihnachten und Silvester den ganzen Himmel voller Explosionen und Goldregen gegeben hatte. Um dann die Nacht schön abzurunden, ging ich danach noch mit einigen Freunden ins Zentrum Neuquen, wo sich die Jugend traf, bis ich dann um 10 wieder in meinem Bett lag, sprich, der erste Weihnachtstag existiert eigentlich gar nicht in dem Sinne in Argentinien, weil wirklich ALLE schlafen ;) .

Da es gar keinen zweiten Weihnachtstag gibt (Kommentar meiner Gastmutter: was soll den da noch passiert sein???) stand eigentlich auch schon Neujahr vor der Tür, welches für mich das schönere der beiden Feste, wenn auch eigentlich fast gleich war, mit dem kleinen Unterschieden, dass wir nicht zuhause waren, sondern bei einer befreundeten Familie, das Feuerwerk etwas größer und die Nacht danach etwas schöner. Ähnlich wie Weihnachten fangen die Argentinier so früh an zu feiern, dass sie am eigentlichen Feiertag dann schlafen ;) , also wärst du verrückt, einen Argentinier am 1.1. vor 1.00 oder 2.00 Uhr am Mittag anzurufen.

Die folgenden Wochen waren geprägt von Abschieden: Gaston, mein wohl bester argentinischer Freund, ging nach Frankreich, sowie zwei andere gute Freundinnen nach Österreich und Deutschland und schließlich kehrte Anita, die Australierin, wieder nach Hause zurück. Dieser Abschied war mit dem “Alten Hasen” gleichzustellen, da wir jetzt die waren, die schon ein halbes Jahr hier sind. So ist es im Rückblick unglaublich, wie die Zeit verrinnt, wenn man sich vorstellt, dass, als ich ankam, Anita noch fünf Monate hatte… Und plötzlich steht man da, das erste Mal seit 5 1/2 Monaten wieder am Flughafen und es kommt einem wie gestern vor. Dann, wenn man ein bisschen zur Ruhe kommt, in seinem Bett liegt, bekommt man plötzlich Angst davor, dass die kommende Zeit genau so schnell vorbeigeht.

Nach nun schließlich zwei Monaten Ferien in Neuquen, täglichem An-den-Fluss-gehen, Sich-in-Häusern-von-Freunden-treffen und natürlich spät ins Bett gehen, nahte endlich auch für mich eine Reise!

Um genau zu sein eine Reise in den Süden des Landes oder, anders gesagt, einmal die gesamte Patagonische Küste runter über die Städte Las Grutas – Puerto Madryn – Trellew – Comodoro Rivadavia – Puerto San Julian – Rio Gallegos und dann der Schwenk ins Landesinnere nach El Calafate (Largo Argentino, die größte Süßwasseranlagerung Südamerikas (mit Gletschern und Inlandeis)) und einem der sieben Weltwunder, dem Gletscher Pertito Moreno (benannt nach einer Person, die den Gletscher nicht einmal zu Gesicht bekam), nach also etwa 3000 Kilometern und 40 Stunden im Bus, mit einem Tag Pause in Comodoro Rivadavia, eine wirklich Patagonische Stadt (wenn jetzt der eine oder andere denkt „ach wie schön“  hat er falsch gedacht, denn die meisten Patagonischischen Küstenstädte sind nicht älter als 100 Jahre, grau und für den Wirtschaftszweig Oel erbaut  und dementsprechend ziemlich grau und traurig wirken. Auch der Atlantik scheint sich nicht besonders viel Mühe zu geben, das Bild etwas schöner zu gestalten, denn auch er wirkt eher, mit dem trüben Himmel zusammen, wie das „Nichts“ aus der unendlichen Geschichte und nicht wie eines der sieben Weltmeere. Um auf den Punkt zu kommen, man befindet sich nah am Ende der Welt.

Als dann zum dritten Mal um 5.30 Uhr Frühstück angesagt  war und sich die müden Gemeinschaftsmitglieder aus den bequemen Bussesseln raften, um irgendwo in der Patagonischen Steppe zu frühstücken , war das Bild schon leicht verändert, leichte Hügel gab es, etwas grüner und deutlich kälter war es. Der Antarktische Wind wehte einem frisch um die Nase, und so war ich nicht der einzige, der schnell wieder im warmen Bus verschwand, um sich einen Pulli zu holen. Das Bild, ein Siedlung von ca. zehn leer stehenden Häusern, eine Tankstelle und ein verfallener Supermarkt (eher Tante-Emma-Laden). Im Gasthaus an der Tankstelle hingen einige Bilder der ersten Siedler, die über Monate und Jahre von dem über  4000 Kilometer entfernten Buenos Aires in der Hoffnung auf ein besseres Leben hier hinunter gewandert waren. Beim Auffüllen der Thermoskanne fragte ich dann, wie es sich hier lebt. Die Antwort: „ Ese pueblo es muerto. Solo nosotros y la policia que trabaja en la ruta vive mas acá !“ was soviel heisst wie „dieses Dorf ist komplett ausgestorben es gibt nur noch uns und die Autobahnpolizei.“

Nach dem etwas karg ausgefallenen Frühstuck setzten wir unsere Reise mit dem Ziel El Calafate fort. Nach etwa vier Stunden nachgeholtem Schlaf kommt das erste Mal der Largo Argentino mit der Kleinstadt „El Calafate“ in Sicht, ein kleines eher Europäisch wirkendes Dörflein, das wohl teuerste Argentiniens. An jeder Ecke merkt man, dass es ausschließlich vom Tourismus lebt; von dem Abendbrotzeiten von 6-10, was wirklich unglaublich früh für Argentinien ist, über die ganzen Souvenirshops und Hotels bis dahin, dass Bars und Pubs schon um 1.00 Uhr in der Nacht schließen.

Am nächsten Tag ging es dann endlich daran, den Gletscher zu besichtigen. Ein Katzensprung von 80 Kilometern weiter bot sich uns dann der erste Blick auf das riesige blendend weiße Eisfeld ,welches sich wie eine gigantische vereiste Flutwelle durch einen Arm des kalt- grünen Sees erstreckte. Beim Einsteigen in das Touri-Boot, welches und etwas näher an diese gigantische über 20 Meter hohe Eiswand heranfahren sollte, hörte man immer wieder ein unheimlich wirkendes tiefes Grollen durch das Tal donnern. Als dann die Eiswand wieder in Sicht kam, stellten wir fest, dass es sich um winzig scheinende, in Wirklichkeit aber mehrere Tonnen wiegende Abbruchstücke des Gletschers handelte, die in den See krachten. Wir näherten uns bis auf 200 Meter dem Gletscher, um einen besseren Eindruck von dessen gigantischen Sein zu bekommen, bis wir uns dann auf eine kleine Wanderung über eben diesen Giganten aufmachten. Tiefe, tiefblaue Gletscherspalten, in denen das Wasser leise plätschert und gigantische weiße Kirchtürme machen das Abenteuer perfekt.

Am nächsten Tag steht dann eine Bootsfahrt über den Largo Argentino an und die Besichtigung zweier weiterer Giganten, den Gletschern Upsala und Spigazzini, der eine mit der gigantischen Front von über drei Kilometern und der andere als höchster Gletscher im Nationalpark mit einer Höhe von über 26 Metern. Auf dem Weg zu eben diesen Naturphänomenen sehen wir immer wieder gigantische Eisberge an uns vorbeiziehen, manche in einem tieferen Blau als das Trikot von Hertha BSC. (Kann mir einer Mal erklären, warum die kurz vorm Meistertitel stehen??) Auch von den Brüdern des Perito Moreno krachen immer wieder mehr oder weniger große Stücke in den See.

Am Abend lagen wir dann alle wieder glücklich in unseren Betten, aber konnten auch wirklich kein Eis mehr sehen. Nach einem kleinen Nachessensschlaf versuchten wir dann verzweifelt, das Nachtleben El Calafates kennen zu lernen, was uns aber aufgrund fehlenden eben diesem, wie schon erwähnt, nicht gelang.

Am nächsten Mittag ging es dann über Rio Gallegos, die wohl traurigste, grauste Stadt, in der ich in meinem Leben war und gleichzeitig auch der südlichste Punkt unserer Reise, nach Puerto San Julian weiter, wo ich meinen ersten freien PINGUIN sah, wenn auch nur fünf Sekunden und auch nur den Kopf, aber ich hatte ihn gesehen, was, wer mich kennt, weiß es, sehr wichtig für mich war. (Wer sollte schon ahnen, dass ich circa einen Monat später ein paar tausende zu Gesicht bekommen sollte?) Nach einem kleinen Strandspaziergang und leckerem Abendessen verbrachten wir dann die Nacht und den folgenden Vor- und Mittag im Bus, Karten spielend, schlafend, redend und was einem sonst noch so einfiel, bis wir dann am Nachmittag vor dem wohl edelsten Hotel von Puerto Madryn halt machten, eine etwas schlecht geplante Überraschung seitens der Organisation, worüber sich die etwas älteren Reisemitglieder besonders aufregten. Wir ärgerten uns zwar ein wenig, dass man leicht die Reise auch etwas günstiger hätte machen können, aber hatten danach auch unseren Spaß und ich kann immer noch nicht glauben, dass ich das wohl bequemste Bett, welches ich dieses Jahr zu Gesicht bekam, NICHT ausgenutzt habe ?.

Mit dieser Nacht wurde dann die Reise auch praktisch schon abgeschlossen, da bis Neuqén  nur noch etwa zehn Stunden Busfahrt anstanden, in denen E-Mail Adressen, Handynummern,… ausgetauscht wurden.

Etwa zwei Tage nach der Reise dann bekam ich eine SMS von meiner AFS-Präsidentin, sie müsse URGENTE mit mir reden. (Ich finde das spanische Wort für „dringend“ passt einfach besser ;) ) Zunächst hatte ich etwas Angst, doch schnell stellte sich heraus, dass es weder um Nachtleben noch um irgendwelche Fehler meinerseits ging, sondern darum, dass, dadurch, dass mein Gastbruder nach Buenos Aires studieren geht, und meine Gastmutter jetzt mehr arbeiten wird, die Umstände so ungünstig wären, dass ich die Familie wechseln müsse. Außerdem sei sie schon am suchen.
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Und ein weiteres Mal hieß es: Warten auf eine Gastfamilie. Doch diesmal kein halbes Jahr, sondern genau zwei Wochen dauerte die Suche. Hier ein paar Infos:

Mutter: Lilian, alter unbestimmt ;) , Lehrerin und Buchführerin unserer Hausfirma, sehr nett, aber ein bisschen strenger als meine vorherige Gastmutter.
Vater: Julio, Tierarzt und Tierfutterverkäufer in der eigenen Firma „El Galpon“ , Codobese (einigen sollte das was sagen ;) ;)) Hobbypokerspieler.
Geschwister:Julieta (18): studiert in Bahia Blanca Geologie und redet UNGLAUBLICH viel und ist wirklich sympathisch. Julian (23): studiert in Puerto Madryn Biologie, spielt gerne Fußball und auch sehr netter Typ (Ich hab ihn bis jetzt nur einen Tag gesehen)
Haustiere:    Fuffi (12) : Eine alte Boxerin (Hund), die es liebt, mir das Bein mit Speichel einzupinseln. Mabelle (?¿?) Eine etwas langsame Schildkröte, die immer unterm Auto hockt und nur in der schlimmsten Mittagshitze hinauskommt.

Am 9.3. sollte ich dann auch in meiner neuen Schule anfangen, was leider ins Wasser fiel, da in Neuquén die Lehrer im immer wieder verlängerter Frist streiken, welches meine neue Schule betrifft, da sie nicht privat sondern öffentlich ist. Und wieder einmal klafft die Wunde zwischen Reich und Arm auf.

Liebe Grüße aus Argentinien
Hauke

22. Dezember 2008

Gedanken über die Weihnacht!

“Von draus von der Wüste, da komm ich her und ich muss euch sagen, es weihnachtet leider gar nicht!” Die Sonne knallt fast senkrecht von oben , ein kaltes Getränk ist in der Hand, Badehose und Strand. Das sind wohl die Sachen, die man am wenigsten mit Weihnachten in Zusammenhang bringen würde. Dann wird auch noch über die Pläne für übermorgen, den 24. diskutiert: “Vamos a NaviDANCE?” “Ne, is mir zu viel Techno!” Und das Weihnachtsgefühl schwindet gänzlich. Oder sollte man nicht sagen, das eine, bekannte, vertraute Weihnachtsgefühl macht einem anderen, neuen, unbekannten Platz. So wird dann halt mal ein echter Weihnachtsbaum gegen einen Bruder aus Plastik getauscht, Weihnachtsmänner in der Innenstadt verwandeln sich in Jongleure mit Weihnachtsmützen, die sich vor die wartenden Autos stellen um sich ein par Centavos zu verdienen, und anstatt zu Mitternachtsgottesdiensten zu gehen, schaut man sich ein Feuerwerk an und geht danach zu “NaviDANCE”. Doch trotz all dieser unvorstellbaren Unterschiede fühlt man, wenn man etwas genauer darauf achtet, doch eine Gemeinsamkeit, die sich nicht so sehr in den Vordergrund drängt, die aber trotzdem stärker wiegt als alles andere und ich glaube, dass es egal ist, wo man ist, dass es immer diese eine Gemeinsamkeit geben wird. So wird Weihnachten nicht ohne Grund auch das Fest der Liebe genannt, welches man immer mit seinen Allerliebsten verbringen wird, und wenn man mal einmal nicht mit ihnen vor dem selben Baum steht, die gleichen Raketen am Himmel sieht oder nicht einmal auf dem gleichen Kontinent ist, so ist man doch immer in dieser Nacht in Gedanken bei ihnen. In diesem Sinne
Fröhliche Weihnachten an alle meine Allerliebsten, und natürlich auch an alle anderen, die dieses lesen!

Euer Hauke!

“Von draus von der Wüste, da komm ich her, und es weihnachtet trotzdem!”

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15. Dezember 2008

“Schattige Leiche” lese ich an einer Hauswand. Mein etwas von der Sonne angebrutzeltes Gehirn denkt: „Ja, das wäre ich jetzt gerne, ich brauche einen Moment um mir die allzu offensichtliche Frage zu stellen, warum in Gottes Namen im Herzen Patagoniens an einer x-beliebigen Hauswand mit schwarzem Graffiti auf deutsch “schattige Leiche “steht.

Diese Frage beschäftigt mich dann auch den restlichen Weg ins “Centro” oder genauer zum “Correo argentino”, also der hier üblichen Post, für die (oder sagt man gegen die?) ich auch schon seit einiger Zeit den Klappstuhl ausgegraben habe. Denn erstens, wollten sie mir andrehen, dass ein Paket nach Deutschland 2000 Pesos kostet (ca 450 Euro), bis ich dann rausgefunden habe, dass es Montags, Mittwochs und Freitags vormittags von 8-12 auch für 105 Pesos (also ca. 23 Euro) geht, womit ich auch schon bei meinem zweiten Problem bin, dass jeglicher Kontakt nach oder von Deutschland scheinbar nur Montags, Mittwochs und Freitags von 8-12 Uhr möglich ist, was auch der Grund ist, warum ich grade in der unerträglichen Mittagshitze eine halbe Stunde in die Stadt gehen muss (den Wecker den ich mir um 8 Uhr ganz weise gestellt habe, hab ich natürlich verschlafen).

Völlig verschwitzt komm ich also um kurz vor zwölf im Correo an und begebe mich zum Infostand, wo mir ein missgelaunter argentinischer Postbeamter, der nur auf meinem Abholschein schaut, mir direkt etwas entgegennuschelt, was ich als “Tür 2” interpretiere, ich gehe also durch die 2. Tür und komme an einem etwas kleineren Schalter mit noch mehr missgelaunten argentinischen Postbeamten an, die in einem unglaublich langsamen Tempo die vor mir wartenden bedienen. Als ich endlich dran bin und dem wohl missgelauntesten meinem Abholschein überreiche, erklärt dieser mir, dass ich doch zur Tür 2 muss, die, wenn ich rausgehe, eine weiter links ist. Ich verlasse also den Raum und sehe über den Türen zwei winzige Schilder “Puerta 1” und “Puerta 2”. Ich frage mich, warum die erste Tür “2” heißt und die 2. Tür “1”. Ich überlege, dass da vielleicht die schattige Leiche ihre Finger im Spiel hat. Gehe also durch die zweite Tuer, die ja eigentlich die erste ist.

Vor mir finde ich einen langen fensterlosen Korridor. Meine Schritte hallen auf dem Steinboden wider. Nach etwa drei Metern höre ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Hier bin ich jetzt alleine, ganz alleine. Verstohlen schaue ich mich um, nichts… Ich setzte meinen Weg durch den scheinbar endlosen Korridor fort, bis ich schließlich vor einer grauen Steintür stehe. Ich schaue mich ein letztes Mal um und drücke schließlich mit allem meinem Mut die Klinke und öffne die Tür. Der Raum, der jetzt vor mir erscheint, ist circa fünf mal fünf Meter, überall Paketregale an den Wänden, ein Schreibtisch in der Mitte, zwei Stühle, ein Computer, kein Fluchtweg, links neben mir an der Tür rein muskelbepackter Polizeibeamter, der mich kritisch beäugt. Ich höre mein herz in den Ohren Pochen, mir bleibt nur eine Möglichkeit. Ich gehe zielstrebig auf die zwei Stühle zu und setzte mich auf einen, danach ein Moment der Stille, nur das Pochen meines Herzens ist zu hören, welches schneller und schneller pocht, die Angst und die stickige Hitze im Raum treiben mir die Schweißperlen auf die Stirn, ich höre die Tür ein weiteres Mal aufgehen und ein mittelgroßer circa 55 jähriger Mann tritt ein. Stumm setzt er sich mir gegenüber und gibt sein Passwort in den Computer ein. Ich beobachte ihn scharf, jede Bewegung wird registriert, denn dies ist der Mann, auf den es ankommt. Er nimmt meinem Abholschein, beäugt ihn kritisch, und fangt an, etwas in den Computer einzugeben. Die Minuten ziehen sich, als wären es Stunden, schließlich steht der Mann auf und zieht ein kleines gelbes Paket aus einem Fach in einem der Regale und legt es zwischen uns auf den Tisch. Ich erkenne die Handschrift, traue mich aber nicht, auch nur einen Mucks von mir zu geben, denn ich spüre den Blick des Polizeibeamten im Nacken.

Der Mann vor mir holt ein Messer aus einer Schreibtischschublade, Angstschweiß rinnt mir über die Stirn ich mache mich auf alles gefasst, das Adrenalin sprudelt nur so durch mein Blut und mein Puls schießt in die Höhe. Der Beamte hebt das Messer und!… lässt es auf das völlig unvorbereitete Paket niederfahren. Dieses beäugt er jetzt kritisch, der Moment der Wahrheit ist gekommen, jetzt entscheidet sich die Situation, Leben oder Tod, Himmel oder Hölle. Langsam wandern seine Blicke über denn Inhalt, der mir durch eine Seitenklappe verborgen bleibt. Schließlich verschließt er es wieder und fordert 15 Pesos. Schnell ziehe ich mein Geldbörse und bezahle, ich will hier nur noch raus, raus an die frische Luft, Rennen, nach Hause, er macht ein Zeichen, dass ich gehen kann, ich versuche, so schnell es geht, meine Sachen zu packen, ohne dass es hektisch aussieht. Als ich auf dem verlassenen Korridor ankomme renne ich. Schweißgebadet komme ich in der Haupthalle vom Correo an, ich atme auf, es ist vorbei!

Wie man an diesem Erlebnis erkennt, ist mein leben hier aufregend wie nie zuvor und immer, wenn man denkt, man weiß jetzt Bescheid, jetzt ist man endlich da, merkt man, dass es noch lange nicht so weit ist. Gerade jetzt, wo ich Ferien und Zeit habe, neue Dinge auszuprobieren und generell mehr Zeit habe. Allgemein kann man sagen, dass sich mein Leben hier in den Ferien sehr verändert hat. So werden beispielsweise die fast täglichen Plaza-Treffen an den Flussstrand verlegt und Mate wandelt sich in Terere (im letzten Bericht fälschlicherweise als tedede bezeichnet) um. Doch vor allem bin ich gespannt auf die kommenden Wochen, in denen mein Bruder seine Abschlussfeiern hat, dann Weihnachten und Neujahr und schlussendlich Ende Januar meine große fahrt Richtung Süden zu den Gletschern und der drittsüdlichsten Stadt der Welt!

Viele Grüße, bis dann
Hauke

15. November 2008

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14. November 2008

Hallo, ihr Lieben!

Zunächst möchte ich mich dafür endschuldigen, dass dieser Bericht dann doch, trotz einiger Ankündigungen, so spät kommt, was wohl daran liegt, dass ich in den letzten Wochen weder viel Zeit noch Lust hatte mich Nachmittags an den PB zu setzen und den eigentlich schon lange während diverser Klassenarbeiten geschriebenen neuen Bericht abzutippen. Da dieser jetzt aber irgendwie schon veraltet ist und ich ihn letztendlich auch zu privat finde, schreibe ich jetzt einfach spontan einen neuen, ohne groß darüber nachzudenken, weil es jetzt doch mal wieder Zeit ist und schon die eine oder andere besorgte Stimme laut geworden ist. Also, wo soll ich anfangen?

Die letzten wohl mittlerweile eineinhalb Monate gingen dahin, als hätte sie irgend jemand an einer Leine durch mich hindurch gezogen, und es fällt mir schwer zu begreifen, was alles passiert ist, was sich alles verändert hat, da es einfach unbegreiflich viel ist. So sind es oft keine weltbewegenden Dinge, die einen dann, wenn man im Bett liegt beschäftigen, nein, es sind häufig die kleinen unscheinbaren Dinge, sei es ein kleines Kompliment oder ein netter Satz, den jemand zu einem gesagt hat, oder eine neue Person, die nur so am Rande aufgetreten ist, über die man gerne mehr erfahren würde, oder die Faszination dieses Landes und der Menschen hier; oder an ein paar wenigen schlechteren Tagen die Frage, warum mir keiner auf meine SMS geantwortet hat, warum ich dies oder jenes gesagt oder getan habe und warum er oder sie so reagiert hat, wie er oder sie reagiert hat.

Die letzte Zeit hier war kaum mit der Zeit davor zu vergleichen, das Leben hat sich hier ein wenig beruhigt nach den Reisen nach Caviahue und Buenos Aires, auch konnte ich nicht, wie zuvor, fast jeden Nachmittag zu einem anderen Freund, da die Abschlussarbeiten, wenn auch nicht für den Schulabschluss aber ja für das Schuljahr anstanden, denn wer die nicht besteht, muss im Dezember in die Schule, und dass dann bei ca. 40 Grad täglich. Doch zunächst waren für mich eineinhalb Wochen Ferien Mitte des Monats sogar ganz ohne meine Klasse, da diese auf ihrer Klassenfahrt war, und ich mich gegen diese und für die Aus-Reisen entschieden habe, um im Januar zu den Gletschern und Pinguinen zu können. Also machte ich, soviel es ging, mit anderen Austauschschülern, die, wie beispielsweise Anita aus Australien, schon Sommerferien hatten – insgesamt ca. 5 Monate, da die Lehrer an den öffentlichen Schule gerade in einem monatelangen Streik sind. Das einzige Problem war, dass ich in dieser Zeit mein Spanisch kaum verbessern konnte, aber dafür mal wieder ein bisschen ins Englische reinkam, was ja auch nicht gerade unnütz ist. Trotz allem werde ich Anfang nächsten Jahres eine Stufe in Englisch runtergehen, da meine Lehrerin endlich festgestellt hat, dass ich eine Niete bin (ich hab ne 3 geschrieben) – ist aber nicht schlimm, da ich im Moment im besten Kurs der Schule bin und alle privaten Extraunterricht bekomme.

Auch habe ich mich mittlerweile an den doch sehr eigenwilligen Essrhythmus gewöhnt, der dem Prinzip der Lagerhaltung ähnelt. So kann man es sich wie bei einem Kamel vorstellen, das einmal trinkt, dann alles in den Höckern behält und dann, wenn es mal ein paar Monate kein Wasser kriegt, es einfach seinen Höckern nimmt. So kann man es sich Monat so vorstellen, dass ich morgens einen Kaffee trinke und dann in der Schule in der 2. Pause einen “Pansito” esse. Das sind sehr leckere, mit Käse gefüllte Teigtaschen, die trotz allem aber sehr gefährlich werden können, wenn sie frisch aus dem Ofen kommen, sie bei Essen aufbrechen, man grade in den Klassenraum eintritt und einem kochend heißer Käse über die Finger läuft und man anfängt rumzuspringen und rumzuschreien. Letztendlich aber eher eine lustige Geschichte, die mit zwei Brandblasen sehr schön zu erzählen ist. Na ja, jedenfalls ist nach dem Pansito dann eine Pause, in der man vielleicht ein bisschen Brot abstauben kann, wenn man Glück hat, aber die nächste und eigentlich einzige vernünftige Malzeit ist nach Schulsport, Siesta und Fußball dann um ca. halb 11. So sieht der Dienstag aber doch schon wieder ganz anders aus. Zwar gibt es den Vormittag nicht viel mehr, aber da man ja mittags nach Hause kommt, ein reichliches Mittagessen. Da man auch lange nicht so erschöpft ist, hält man auch nur eine kurze Siesta und trifft sich danach mit Freunden – Kekse oder Kuchen essen, Mate trinken, und dann abends wieder ein schönes großes Abendbrot, welches einen für den dem Montag sehr ähnelnden Mittwoch stärkt. So oder so ähnlich geht es dann aufs Wochenende zu, wo dann Sonntag die Königin aller Malzeiten wartet, dass Sonntagsasado, meist eine überschaubare Familienahngelegenheit, doch etwa einmal im Monat, geht es dann in große Gesellschaft, wo dann ganze Tiere samt Kopf und allem was dazu gehört, auf den Asadogrill kommen. So ist es in der Tradition des Asados, dass alles mit drauf kommt, da früher das gute Fleisch verkauft wurde und fürs Asado nur der Rest übrig blieb. So habe ich das erste Mal im Leben Schweinehirn gegessen, und ich muss sagen, wenn man sich vorstellt, es wären Eier oder so, schmeckt es auch ganz gut.

Am letzten Wochenende bin ich dann mit Freunden an den Largo Chocon gefahren, einen wirklich schönen See, etwa eine Autostunde weg. Dort gibt es auch ein Dinosaurier Museum, in das ich irgendwann mal mit Estela oder Agos gehe. Jedenfalls haben wir da einen sehr schönen Sonntag mit Tedede, Gitarrespielen und Baden verbracht.

Jetzt noch ein paar allgemeine abschließende Worte
1. Es ist hier viel zu heiß!
2. Ich freu mich immer über Antworten!
3. Ab Dienstag hab ich Ferien!
4. Ich hab drei Monate Ferien! Und
s5. Es geht mir gut!

Viele Grüße übern Teich und genießt eure schönen kalten und regnerischen Tage.

Euer Hauke

30. September 2008

“Keine Geschwindigkeitsbegrenzungen in Deutschland? “: fragt mich Damian, unser Freund und Nachbar ungläubig. Wir fahren mit 170 km/h auf einer Autorouta. Die gesetzliche Begrenzung liegt bei 110, aber der Staat zählt nicht mehr in Argentinien, denn er hat das Land kaputt gemacht, es heruntergewitschaftet. Die Routa geht grade aus, soweit das Auge reicht und kein zweites Auto ist zu sehen… oder… Moment… Plötzlich zischt ein nagelneuer BMW mit gefühlten 250 an uns vorbei und zehn Minuten später überholen wir einen „Jeep“ aus den 50ern, der mit 30 km/h den Hügel hochkriecht. Wir fahren grade durch dsa Departement Zapala auf dem Rückweg von einem traumhaften Skiwochenende in Caviahue (ka-wi-ak-u-e), links und rechts Hügelland, soweit das Auge reicht. Ein paar Büsche, für mehr reicht der sehr seltene Regen hier nicht. Ich erinnere mich daran, gelesen zu haben, dass hier in der Nähe Dinosaurierknochen gefunden wurden und ich stelle mir sofort einen riesigen Dino vor, wie er über die Landschaft wandert. Ja, das passt!! Irgendwann kommen wir an eine Kurve und überqueren einen Hügel, das Bild ändert sich, vor uns erscheint eine kleine Stadt.
Es ist die Hauptstadt des Departements mit gleichem Namen, Zapala. Graue Blocks, ein paar zerfallene Hütten und hier und da ein grüner Fleck, ein Park oder „Plaza“. Diese werden jeden Tag und um jede Tageszeit gesprengt, um sie grün zu halten, denn Wasser ist günstig, Benzin teuer, wie man mir erklärt. In Venezuela ist es andersrum, da ist Wasser teurer als Benzin. Und tatsächlich, wir fahren auf eine Tankstelle und es ist nur halb so teuer wie daheim, für Argentinien wirklich teuer, wenn man bedenkt, was andere Alltagsgüter so kosten. Wir fahren weiter, vor der hinter der am Horizont verschwindenden Andenkette untergehenden Sonne davon, Patagonien, wie man es sich vorstellt.
Etwas später erscheinen ein paar Öltürme in der Landschaft, erleuchtet natürlich, denn Öl ist wichtig. Mit der Zeit werden es immer mehr und nach ca. 20 Minuten die nächste Stadt, an deren Eingang stehen in einem Abstand von ca. 100 Meter drei Schilder, 100-80-80, ich bin verwirrt. Als wir näher an die zweite 80 herrankommen sehe ich, dass über die rote Leuchtschrift 8 eine schwarze 4 gemalt ist und ich vermute, dass die 40-Schilder einfach alle waren. Die Stadt scheint irgendwie ausgestorben. „Pueblo fantasma“ erklärt mir Fernanda, eine Geisterstadt, die fürs Öl erbaut wurde, aber jetzt gibt es kein Öl mehr „todos empty“.
Je näher wir Neuquen Capital kommen, desto mehr Plastiktüten hängen in den Büschen und desto mehr Flaschen wehen über die Stasse, ja, denke ich, das ist Argentinien, es sind die extreme, die dieses Land ausmachen. Das unglaublich weite Land, die traumhaft schönen Landschaft, ohne jede Menschenseele auf der ein einen Seite und dann, auf der anderen Seite Buenos Aires, einer der größten Ballungsgebiete der Welt.
Diese Stadt schläft nicht, das liest man und es stimmt, habe ich letztes Wochenende festgestellt, als wir um halb 6 Uhr sonnatgs morgens, schon um halb 6, von einer 15 Party durch die belebten Strassen zurückgekehrt sind. Ein 15 Party ist der 15. Geburtstag eines Mädchens, in diesem Fall meine Cousine, welche jetzt erwachsen wird, trotszem kann es aber vorkommen, dass sich unter den vielen Geschenken auch Barbiepuppen oder ähnliches zu finden ist. 15 pârties sind immer groß und protzig, wie mir Kar (Karla), die Freundin von Lukas erklärt, aber diese ist besonders groß und protzig, sie reibt Daumen und Zeigefinger aneinander „Muchas Plata!“ Diese Party fand mit 200 Leuten (80 Familienmitglieder und 120 Freunden) statt, alles inklusive, Essen, Bedienungen, DJ und Animationen. So war die ein oder andere Band da, ein sehr bekannter argentinischer Telenovelastar und, und, und… Außerdem wollten mich alle 80 Familienmitglieder natürlich näher kennenlernen; so war ich am Ende ziemlich erschöpft und dankbar, das Agos schon um halb 6 nach Hause fuhr und mich mitnahm.
Das Haupttransportmittel für Reisen scheint in Argentnien der Collektivo, also der Reisebus zu sein, also benutzten auch wir ihn um nach Buenos Aires zu kommen. Allerdings kann man die Argentinischen Colektivos nicht mit den deutschen Reisenbussen vergleichen, sondern eher mit der ersten Klasse der Bahn aufwärts bis zur Comfort Class der Lufthansa. So kann man beispielsweise in der cama suit, welche wir hatten, komplett wagerecht liegen, Getränke und Essen sind natürlich umsonst und werden einem ans „Bett“ gebracht. Der einzige Nachteil, auf diese Art zu reisen, und warscheinlich auch der Grund, warum ein Flug in der Lufthansa Comfort Class ein bisschen mehr als 200 mal so teuer ist, ist, dass diese Reise dauert! Für unsere „kurze“ Distanz brauchten wir 14 Stunden, doch wenn man mal etwas weiter, möchte kann man auch schon mal ein oder zwei Tage im Bus sitzten.
So, was ist noch Weltbewegendes passiert?? Achja, ich bin 16!!!! Diez y seis!!!!wow!!!! Es scheint schon so lange her zu sein. Aber mein 16. Gebursttag zog sich über gute drei Tag. So gab es Freitag in der Schule die ersten Lieder und einen wunderschönen und sehr leckeren, klebrigen, Dulche de Leche Kuchen. Am Abend dann eine Überraschungsparty, zu der ich auch Florian, einen anderen Austauschschüler aus General Roca, einer Nachbarstadt, eingeladen hatte. Und dann am Sonntag der Familiengeburtstag mit gebursttagsasado und einer weiteren Torte.
Inzwischen bin ich jetzt schon fünf Wochen in Neuquen, sehr unabhängig, da man alles zu Fuß erreichen kann, auch wenn’s manchmal ein bisschen dauert, und wiederum stelle ich fest, dass man unmöglich auch nur annähernd alles schreiben kann, was einen so bewegt und was einem passiert. Ich hoffe, euch aber trotzdem einen guten, oberflächlichen Eindruck von meinem ersten Monat geben zu können. Ich weiß nicht, ob ich schon geschrieben hab, dass es mir sehr gut geht, mit Ausnahme davon, dass ich letzte Woche drei Tage mit Erkältung im Bett gelegen hab.
Viele warme Grüße und tausend Besos nach Deutschland!!
Euer Hauke!

17. September 2008

So Leute, die ersten Bilder sind da, zwar nur komprimiert aber immerhin (Applaus bitte!!) Ich hoffe, sie gefallen euch!!

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Ich in Buenos Aires auf’m arrival camp!

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Ein Teil der Gruppe aus den Philippinen, den USA, Belgien, Frankreich und Deutschland!

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Mein Zimmer!!

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Unsere Schule mit mir im Abendrot!

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Ich bei Gaston (‘n amigo) auf’m Balkon!

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Am gleichen Abend!! Ich hab’ mich überreden lassen :( )

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Largo Piligrini; heute ein Ökotripp mit meinem Ökokurs! Man muss es sich so vorstellen: Der Lehrer rennt mit so ‘ner Art Casher ins Wasser, fischt Wasser, alle starren drauf und sagen a und o! … und das nen ganzen Tag lang!!

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Meine Öko-Klasse
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So, der nächste Bericht kommt bald, da ich am Wochenende nach Bs As fahre und ich dann zwei Mal 14 Stunden Zeit hab’, einen langen und ausführlichen Bericht zu schreiben!

01. September 2008

¡Hola, chicos!

Was für eine Woche! Meine erste Woche in Argentinien war die wohl aufregendste meines Lebens, es ging rauf und runter, mit allem, was das Herz begehrt.

Nachdem ich nun letzten Sonntag angekommen bin, ging es Montagmorgen direkt in die Schule, Colegio Secundario Jean Piaget, eine Rrivatschule dierekt am Rio
Neuquen (Wer sie mit Google Earth finden moechte, muss nur die Bruecke von Neuquen nach Cipoletti suchen und dann ein bisschen dem Verlauf des Rio Neuquen Richtung Osten folgen. Man kann die Schule an dem großen überdachten Sportplatz erkennen). Das hieß also um 7.00 Uhr aufstehen, duschen, Bratkaff, Toast mit Dulche de Leche (caramellartige Creme), Zähne putzen und rein ins Auto. Noch eben zwei Freunde von Lucas abgeholt (man hält vor dem Haus und hupt zweimal) und schon war ich das erste mal in meiner neuen Schule. Dort angekommen galt es erstmal sämtliche anwesenden Personen, Schüler wie Lehrer und Sekretärinnen zu begrüßen, natürlich mit Küsschen (Man stelle sich vor: ¡Hola Juergen! Kuesschen, ¿como estas?) Wenige Minuten später stand ich dann vor meiner neuen Klasse “Es Hock, (die castellanische Version meines Namens) es aleman.” Und schon ging das Gebrüll und die Fragerei los. Alles in allem war es ein guter erster Schultag, auch wenn ich immer einen Übersetzter an meiner Seite brauchte.

Zum System: Hier hat man jede Woche in Wesentlichen zwei Schulfächer, letzte Woche waren es Geschichte (erster und zweiter Weltkrieg) und Geographie (vielmehr Armutskunde) und dann jeden Tag unterschiedliche Fächer in verschiedenen Kursen. Ich hab beispielsweise Naturwissenschaft gewählt (bin eigentlich nur meinen Klassenkamaraden hinterhergelaufen). Also hatte ich Monatg und Mittwoche Ökologie und Freitag Ökologie 2 (anderer Lehrer, aber ähnliche Themen, hab bis jetzt noch keine anderen Unterschiede festgestellt). An zwei Nachmittagen (ich Montag und Mittwoch) hat man dann bis 16.00 Uhr Unterricht, ansonsten bis 13.00 Uhr.

Am Dienstag hatten wir dann irgendwie keine Schule, weil sich die Lehrer besprochen haben (??). Im allgemeinen hab ich auch so das Gefühl, dass die Lehrer hier weniger machen müssen. Sie haben beispielsweise nur ein Fach und das meiste Organisatorische machen die vier Sekretärinnen (dafür hab ich aber auch noch keinen Lehrer meckern gehört ;) ). Jendenfalls war der Dienstag dann eher sehr erholsam, aber auch ein wenig langweilig, da ich die meiste Zeit alleine zuhause war und dann auch ein bisschen Heimweh bekommen habe. So ging die Woche dann vorbei, mit guten und nicht so guten Tagen und mit gefühlten 1000 neuen Gesichtern.

Freitag nach der Schule war ich dann mit Sebastian, dem 14-jährigen Sohn von Estelas Freundin Fussball spielen und Fanta trinken (Fanta und Cola gibt es hier zu zu speziellen Anlässen, Wochenende zum Beispiel). Freitag Nachmittag kam auch Agos (meine Gastschwester) an. Sie war ueber’s Wochenende da, weil sie Geburtstag hatte. Um kurz vor 9 Uhr abends wurde ich dann zur Karaoke in die Schule gebracht und um 12 ging es mit der ganzen Klasse weiter zu einem Pub nach Cipoletti (unmittelbare Nachbarstadt), wo dann nochmal ein Karaokewettbewerb stattfand. (Ich habe festgestellt, dass die Argentinier echt gut singen können). Das ganze zog sich dann bis kurz vor 5 hin. Um unseren Hunger zu stillen, sind wir dann Hot Dog essen gegangen. Auf dem Rückweg wurde wir von zwei armen Leuten überfallen, die mir die Jacke in einer Rauferei abgenommen haben. Die beiden kamen mit dem Fahrrad von hinten, wir konnten sie also nicht vorher sehen. Um alle zu beruhigen: MIR GEHT ES GUT und sowas ist weder meinen Freunden noch Lucas hier je passiert!!!!!! Nach diesen Schrecksekunden wurden wir dann von einem Vater abgeholt und nach Hause gebracht, wo ich dann todmüde ins Bettchen geplumpst bin.

Der Samstag ging dann mit Erholung, Fußball, Mate, Milchshake, Billiard und alfachore (ich hab keine Ahnung, wie man das schreibt, es sind aber winzige Küchlein mit Schokohülle und Dulche de leche) ins Land.Am Sonntag war dann Argostinas Geburtstag. Also gab es Argentiniens kulinarisches Meisterwerk, Asado! Man stelle sich einen normalen durchschnittliche deutschen Grill vor, nimmt die Grunfläche mal vier, baut ne Mauer drum herum und nen Schornstein drauf, dann hat man den Grill. Die Fleischstücke sind etwa so lang wie ein Unterarm und dreimal so dick! Danach dann drei große Torten aus dem Hause Grillo und natürlich wieder 1000 neue Leute! Heute ist Monatg und ich habe endlich das Gefühl, angekommen zu sein. Ich könnte, denk ich, noch x Seiten weiterschreiben, aber dann wird die Mail zu lang :D

1000 allerliebste Grüße nach Zuhause!

Hock

P.S.: Ich arbeite an den Fotos!!
24. August 2008

¡Hola, amigos!

Unglaublich, ich bin angekommen…. Aber erstmal von Anfang an. Aaalso: Donnerstagabend bin ich mit dem IC von Bremen losgefahren, um dann sieben Stunden später, nach einer schlaflosen Nacht am Frankfurt Airport anzukommen. Nach vier Stunden warten, neue Leute kennen lernen und frühstücken ging dann unser Flieger Richtung Buenos Aires mit den neun anderen Afs-students. Nach unserer Ankunft und eineinhalb Stunden Schlaf auf 42 Stunden sind wir dann totmüde in unser Quartier gebracht worden, zusammen mit einer von den Philippinen und zwei Belgiern. Am nächsten morgen nach dem “Frühstück” haben wir dann ein paar Workshops mit den Volunteers gemacht, und nach dem sehr guten Mittagessen haben wir uns die Stadt angeschaut. Ich hab noch nie eine so große, durchgeplante Stadt gesehen (12spurige Einbahnstraßen, und wenn man mit dem Flugzeug über Buenos Aires fliegt sind, wohin man auch schaut, nur Stadt und Slums mit kleinen Lagerfeuern). Die Leute auf dem camp waren alle supernett und das ganze wurde mehr oder weniger fünfspraching abgehalten: Deutsch, Niederländisch bzw. Flämisch (die meinten, ich hätte einen tollen holländischen Akzent ;) ), Französisch, natürlich Englisch und Spanisch. Das ist der Grund, warum es mit im Moment ein wenig schwer fallt, einen vernünftigen deutschen Text zu verfassen, weil dauernd französische und englische Vokabeln dazwischenkommen ;) .
Am nächsten Morgen sind wir dann zum Airport gefahren, haben ein bisschen gewartet, und dann kam mein Flieger nach Neuquen, meine Stadt! Da ich der einzige aus dieser Region bin (von denen, die jetzt kommen) musste ich auch alleine fliegen, was aber nicht weiter schlimm war. Nach knapp zwei Stunden Flug sind wir dann in Neuquen angekommen und von der Gepäckausgabe haben mir schon Lucas, Estella und meine AFS-Koordinatorin zugewunken und ein Schild hochgehalten! Danach sind wir dann zu Grillos, meiner Gastfamilie (übringens nicht grijo sondern gricho, wie irgend so ein Schlapperding von Pinoccio, wie mir Pablo erklärt hat) gefahren, haben Mate getrunken und Süßzeug gegessen und dauernd sind irgendwelche Familienfreunde gekommen haben mich mit Küsschen begrüßt und so weiter. Alle haben mir ihren Namen gesagt aber ich weiß keinen mehr ;) . Dann hat mit Lucas mit Kar (seiner Freundin) die Stadt gezeigt, mit deren supercoolem Auto, bei dem der Tacho nicht geht :D , eine wirklich schöne Stadt. Auf dem Trip wurde ich auch nochmal gefühlten 1000 Leuten vorgestellt mit Küsschen und so weiter und natürlich mit Mate! Jetzt macht Lucas grad seine Hausaufgaben (glaub ich) und Estella macht was für die Arbeit, deshalb hab ich Zeit gefunden etwas zu schreiben. Morgen hab ich bis 4 Uhr Schule und muss um 10 vor 8 auf der Matte stehen also

Buenas noches to good old Germany

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