Altes Gymnasium Oldenburg

Faszination Flöte

Print Friendly

In unserer Reihe “Die stillen Stars” stellt unsere Redakteurin Cathia Göbel heute Eva Kohse vor.

eva.jpg

Um genau zu sein: Blockflöte. Die meisten von uns werden nun an die kleine Holzblockflöte aus dem Grundschulalter denken, doch weit gefehlt. Eva Kohse aus dem 13. Jahrgang spielt zwar auch seit ihrem achten Lebensjahr, doch hat ihr Instrument kaum was mit dem aus Kindertagen gemein.

Damals, von ihrer Tagesschwester inspiriert, entwickelte Eva ihren Wunsch zu musizieren und begann erst im Kirchenkreis und darauf privat Unterricht zu nehmen. Ein paar Jahre später war sie von einem Konzert der Oldenburger Musikschule Heilig so angetan, dass sie sich dort bewarb und auch gleich angenommen wurde.

Seit diesem Moment war Evas Begeisterung nicht mehr zu bremsen und sie begann, wöchentlich ihre Technik zu verfeinern und neue Stücke zu erlernen. Schon mit 12 Jahren konnte sie als Teil eines Quartetts an “Jugend Musiziert” teilnehmen, in verschiedensten Workshops mit professionellen Musikern arbeiten und mit einer noch größeren Musiziergruppe die Internationalen Blockflötentage in Engelskirchen besuchen. 2004 erreichte Eva auf einem holländischen Wettbewerb mit ihrem Großensemble das Halbfinale und gehörte damit zu den besten 20 dort. Auch Solo startete sie viel versprechend und verpasste das Halbfinale nur um einen Punkt.

Nach diesem Erfolg begann das Ensemble, eigene moderne und klassische Konzerte unter den Namen en bloc zu geben und bei verschiedensten Events, wie Neujahrsempfängen, in Kirchen oder auf Geburtstagen, aufzutreten. Als dann die Idee vom Oldenburger Partnerlandkreis in Israel Matéh Ashér aufkam, doch eine Musikgruppe für ihr Renaissancefestival nach Israel zu schicken, fiel die Wahl auch gleich auf Eva, ihre Mitmusiker und noch ein paar jüngere musizierende Jugendliche der Musikschule. Als Ensemble OLegretto reisen sie nun jährlich in den Partnerlandkreis, quer durch Israel, nach Nazareth oder zum See Genezareth, und geben dort ihre Konzerte.

Inspiriert von einer Zeremonie zum Gedenken an ermordete Kinder und Jugendliche während des Holocaust komponierte die Gruppe ein neues Stück Lechol isch jesch schem – Jeder hat einen Namen, das sie in Israel, aber auch auf Anfrage in jüdischen Museen oder zum Gedenken in Bergen-Belsen aufführen. Es geht darum, dass die Namen der Kinder und ihre Schicksale nicht in Vergessenheit geraten. Dazu haben sich Eva und die anderen aus ihrem Ensemble als Grundlage zwei Lieder über Licht genommen und ein bezauberndes Bühnenstücke kreiert, bei dem traditionelle, jüdische Kinderlieder und Texte oder Gedichte von jüdischen Kindern aus Konzentrationslagern mit musikalischer Untermalung vorgetragen werden.

Mit diesem, von ihr mitentwickelten Stück schaffte Eva es als Teil von OLegretto beim regionalen “Jugend Musiziert”, den verdienten ersten Platz zu erlangen und beim Landeswettbewerb sogar auch  auf einen beachtlichen zweiten zu kommen. Eva verbindet mit diesem Stück, den Erfolgen und den aufregenden Reisen durch Israel die schönsten Erfahrungen in ihrer Musiklaufbahn. Denn egal wie stressig das ständige Proben, die dafür geopferten Wochenenden und Ferientage sein können – schließlich gilt es sich stets weiter zu verbessern und neben dem Israelprojekt auch weitere Konzerte in Deutschland zu geben – Eva sieht alles ganz gelassen und nur als ein Hobby, bei dem sie ihren Kopf frei kriegen und Spaß mit Freunden haben kann.

Trotz ihres Talents strebt sie nach dem Abi keine Karriere als Flötistin an, sondern will nur nebenher weiterspielen und noch viele andere Instrumente neben bereits getesteten Klavieren und Querflöten ausprobieren. Bevor Eva Oldenburg nach der Schule verlässt, wird sie mit fünf Musikern aus ihrem ersten Ensemble ein anspruchsvolles Abschiedsprogramm zusammenstellen, um mit einigen eindrucksvollen Konzerten Lebe wohl zu sagen.

Dies könnte Sie auch noch interessieren

  • Es wurde leider kein Artikel gefunden!

Empfehlen Sie diesen Artikel weiter: Diesen Artikel weiterempfehlen


« Zurück zu den Artikeln