Altes Gymnasium Oldenburg

„Mein erster Oscar“

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Filmpremiere in der Aula
Es gibt Momente im Leben, manchmal sind es ganze Abende, die für alle Frustration, allen Gegenwind, der einem ins Gesicht weht, und vor allem jeden Aufwand, den man mal gerne, mal zähneknirschend getrieben hat, entschädigen.
Ein solcher Moment muss es für Ralph Beiderwieden, den Leiter des Seminarfachs „Italienreise im Film“ gewesen sein, als er am vergangenen Donnerstag fast zu Tränen gerührt einen Oscar entgegennehmen durfte. Auch seinen Schüler, die viel Herz, Hirn und Haus, vor allem aber Zeit aus ihren ohnehin zum Bersten gefüllten Noch-nicht-ganz-Abiturienten-Kalender investiert hatten, war ein kollektives Strahlen gemein, wie man es am Alten Gymnasium sonst nur auf den Schulkonzerten beobachten kann.

Anlass der Oscar-Vergabe war die mit Spannung erwartete Premiere des Films „L’amore“ der „Papa Chaos Productions“, das Repräsentativste aller Ergebnisse aus anderthalb Jahren Seminarfach und der einwöchigen Kursfahrt nach Florenz.
Lange war die Premiere in Vorfeld angekündigt worden, der selbst geschriebene Soundtrack zum Film klang einigen Zuschauern vielleicht noch vom kulturellen Abend in den Ohren.
Das eine gute halbe Stunde dauernde Liebes-Drama mit dem Untertitel „Äh, scusi, permesso, may I?“ bringt trotz der komprimierten Form alles auf die Leinwand, was einen guten Preisträger ausmacht: Liebe auf den ersten Blick und Herzschmerz, Korruption und Erpressung, eine Beinahe-Verfolgungsjagd und ein zufälliges Wiedersehen in Oldenburg. Vor allem aber flotte Sprüche, mit fast dadaistischen Tendenzen:
„Lippi, was machst du denn hier in Oldenburg?“
„Ach, Dante. Das war eine spontane Entscheidung. Ist ’ne lange Geschichte.“
Das Premierenpublikum war sichtlich beeindruckt, dass es Amateuren ohne allzu großes technisches Know-How möglich ist, einen halbwegs professionell wirkenden Film zu produzieren, bei dem sogar eines besser gelang, als so manchem Profi: Die Outtakes waren, gemessen am brüllenden Gelächter, in das die Insassen der Aula wiederholt ausbrachen, wohl der unterhaltungstechnische Höhepunkt des Abends.

Eine Lehre wird man auch in Los Angeles aus diesem Abend gezogen haben. Den Termin für die kommenden offiziellen Oscar-Verleihungen sollte man im kommenden Jahr besser an den Premierenterminen der „Papa Chaos Productions“ orientieren. Denn als Herr Beiderwieden sich mit strahlenden Augen zu seinem Platz zurückkehrte, äußerte er einen Satz, aus dem der sensationsheischende Journalist von altesgymnasium.de großen Ehrgeiz für die Zukunft liest: „Mein erster Oscar!“


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