Altes Gymnasium Oldenburg

Keine Angst vor der Physik

AGO-Kurs wird Oldenburger Denkstelle

Oldenburg – Physik ist gar nicht so schwer. „Man muss sich nur intensiv damit beschäftigen“, meint Hauke Nüstedt, Schüler am Alten Gymnasium. Den Beweis hat der 18-Jährige in den vergangenen Monaten angetreten. Gemeinsam mit Studenten und Mitschülern aus der 12. Jahrgangsstufe baute er ein Rastertunnelmikroskop nach. 1986 hatten die beiden Physiker Gerd Binnig und Heinrich Rohrer für ihre Entwicklung den Nobelpreis für Physik erhalten.

„Das Rastertunnelmikroskop macht atomare Strukturen sichtbar“, erläutert Lejli Amintavakoli, ebenfalls Teilnehmerin an dem Seminar. „Seine Spitze rastert die leitende Oberfläche eines Objekts ab. Dabei beträgt der Abstand nur einen Nanometer.“ Christoph Lienau vom Institut für Physik der Uni Oldenburg nickt anerkennend. Gemeinsam mit Studienrätin Silvia Beckhaus hat er das Projekt ins Leben gerufen – vor allem, um die Schüler „noch mehr für Naturwissenschaften zu begeistern“.

Das sei vollauf gelungen, bestätigte Oberbürgermeister Gerd Schwandner anlässlich der Auszeichnung als „Oldenburger Denkstelle“ im Rahmen der Stadt der Wissenschaft. Diese Arbeitsgemeinschaft zeige, dass man als „Übermorgenstadt“ nicht zu viel versprochen habe: „Oldenburg weist die Talente auf, um sich als Forschungsstandort weiter einen Namen zu machen.“ Zudem habe die beispielhafte Kooperation des Gymnasiums mit der Uni die Jury überzeugt. Sie bietet den Schülern erste Einblicke in ein (natur-)wissenschaftliches Studium.

Und die Schüler wollen, so fügt Silvia Beckhaus an, weitermachen. Die Arbeit sei hart, auch zeitaufwendig. Aber das Ergebnis entschädige für die vielen zusätzlichen Stunden, die die Schülerinnen und Schüler investieren mussten. „Ich jedenfalls kann sagen, dass meine Entscheidung für die Naturwissenschaften vollkommen richtig war“, bestätigt die 17-jährige Lejli Amintavakoli.

Ihren Schulleiter Jürgen Herold macht das stolz. Das Alte Gymnasium sieht sich in der Tradition von Lothar Meyer, der die Schule Mitte des 19. Jahrhunderts besuchte und später zu den Mitbegründern des Periodensystems der Elemente gehörte. Herold: „Man sieht, Naturwissenschaften hatten hier schon immer einen guten Stand.“

Die siebte „Oldenburger Denkstelle“ wird Ende Juli bekanntgegeben.

nwz-online


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