Altes Gymnasium Oldenburg

Das AGO blickt nach Osten – Polenaustausch

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Wenn es um Schüleraustausch geht, richtet sich der Blick der meisten deutschen Schüler nach Westen. Die USA, Frankreich oder England sind erstrebenswerte Ziele, Kontakte zu osteuropäischen Staaten sind eher selten. Seit zwei Jahren blickt das Alte Gymnasium Oldenburg nach Osten zu unseren direkten Nachbarn jenseits der Oder, den Polen. Dieter Kregel, Politiklehrer am AGO, hat inzwischen ausgezeichnete Beziehungen zu dem Lyzeum Nr. 2 in der mittelpolnischen Stadt Radomsko aufgebaut.

Obwohl Polen für uns Deutsche so nah ist, ist unser Denken über unsere polnischen Nachbarn von Stereotypen und Vorurteilen geprägt: der Papst und Marienbilder, Wodka und polnische Würste und eine marode Wirtschaft, die sich seit der sozialistischen Ära noch nicht erholt hat. Letztlich findet manche Verachtung in Polenwitzen ihren Ausdruck. Dass Polen nicht nur kulturell viel zu bieten hat, sondern auch einen magischen Zauber ausübt, haben AGO-Schüler zum wiederholten Male erfahren. Überwältigt von der grenzenlosen polnischen Gastfreundschaft der Partnerschule und deren Gastfamilien waren 14 AGO Schüler unter der Leitung von Dieter Kregel acht Tage zu Gast in Radomsko an dem Lyzeum Nr. 2.

Die gesamte Fachgruppe der Deutschlehrer einschließlich der Schulleitung setzte alles daran, den deutschen Schülern ein umfangreiches Programm anzubieten. Nach der Erkundung der Stadt Radmosko und dem Besuch des örtlichen jüdischen Friedhofs, im Übrigen einer der größten Europas, besichtigte die Gruppe Krakau. Die Stadt, sicherlich eine der schönsten Mitteleuropas, beeindruckt durch die Fülle kunsthistorischer Schätze und durch ein städtebauliches Ensemble, das seit dem Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört blieb.

Der anschließende Besuch von Auschwitz, wo über eine Million Menschen Opfer der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie wurden, hatte für die Gruppe einen besonderen Stellenwert. In Auschwitz-Birkenau, dem größten Vernichtungslagers des Dritten Reichs, in dem ab 1941 über eine Million Juden starben, legte die Schülergruppe einen Kranz für die ehemaligen jüdischen Schüler des Alten Gymnasiums nieder.

Bei herbstlichem Sonnenwetter wurde die Industriestadt Tschenstochau besucht, deren Ruhm auf der Schwarzen Madonna beruht. Auf einer idyllischen Anhöhe vor der Stadt befindet sich die Klosteranlage des Paulinerordens mit dem Nationalheiligtum des katholischen Polens, der Schwarzen Madonna, die jährlich von Hunderttausenden Pilgern aus dem In- und Ausland aufgesucht wird. Die Schüler besichtigten nicht nur die Klosteranlage und deren wertvolle Schatzkammer, sondern nahmen auch an einem feierlichen Gottesdienst vor dem Hauptaltar mit dem Gnadenbild der Madonna teil.

Beeindruckend war für die Schülergruppe ferner die Besichtigung des 25 Quadratkilometer großen Braunkohle-Tagebau Geländes mit dem weltweit größten Kohlekraftwerk in Belchatow. Die angrenzende Gemeinde ist eine der reichsten Polens mit einer unvergleichbar aufwändigen infrastrukturellen Ausstattung. Die sichtbaren ökologischen Schäden durch den Tagebau werden durch Renaturierungsmaßnahmen kompensiert. An den Hängen eines künstlich angelegten inzwischen auch bewaldeten Berges befindet sich ein Sport- und Freizeitzentrum mit Skilifts und einer Sommerrodelbahn, die ausgiebig von den Schülern genutzt wurde. Von der außergewöhnlich großzügigen polnischen Gastfreundschaft konnte sich die Gruppe während des ersten und letzten gemeinsamen Abends überzeugen. Die polnischen Deutschlehrer organisierten zusammen mit den Gasteltern ein Buffet mit typischen polnischen Gerichten bei Lagerfeuerromantik und Gitarrenmusik der polnischen und deutschen Schüler.

Dass der 40.000-Einwohner-Stadt Radomsko der Ausbau der deutsch-polnischen Beziehungen sehr am Herzen liegt, erfuhr die Gruppe während eines festlichen Empfangs beim zuständigen Landrat. Schulleitung, Stadtverordnete und Lehrer des Lyzeums dokumentierten ihr ausdrückliches Interesse an der Intensivierung der Beziehungen zum Alten Gymnasium in Oldenburg. Dieter Kregel, der von der polnischen Partnerschule und den Behörden in Radomsko als Initiator dieses Austausches sehr geschätzt wird, misst dem Polenaustausch große Bedeutung bei: „ Die Zukunft deutsch-polnischer Beziehungen hängt wesentlich von den Einstellungen und Erfahrungen der jungen Generation in beiden Ländern ab, die vor dem Hintergrund einer belasteten Geschichte ein neues Verhältnis zueinander finden müssen.“ Nicht nur vor diesem Hintergrund stellt der diesjährige Austausch einen außerordentlichen Erfolg dar.

Wenn es um Schüleraustausch geht, richtet sich der Blick der meisten deutschen Schüler nach Westen. Die USA, Frankreich oder England sind erstrebenswerte Ziele, Kontakte zu osteuropäischen Staaten sind eher selten. Seit zwei Jahren blickt das Alte Gymnasium Oldenburg nach Osten zu unseren direkten Nachbarn jenseits der Oder, den Polen. Dieter Kregel, Politiklehrer am AGO, hat inzwischen ausgezeichnete Beziehungen zu dem Lyzeum Nr. 2 in der mittelpolnischen Stadt Radomsko aufgebaut.
Obwohl Polen für uns Deutsche so nah ist, ist unser Denken über unsere polnischen Nachbarn von Stereotypen und Vorurteilen geprägt: der Papst und Marienbilder, Wodka und polnische Würste und eine marode Wirtschaft, die sich seit der sozialistischen Ära noch nicht erholt hat. Letztlich findet manche Verachtung in Polenwitzen ihren Ausdruck. Dass Polen nicht nur kulturell viel zu bieten hat, sondern auch einen magischen Zauber ausübt, haben AGO-Schüler zum wiederholten Male erfahren. Überwältigt von der grenzenlosen polnischen Gastfreundschaft der Partnerschule und deren Gastfamilien waren 14 AGO Schüler unter der Leitung von Dieter Kregel acht Tage zu Gast in Radomsko an dem Lyzeum Nr. 2.

Die gesamte Fachgruppe der Deutschlehrer einschließlich der Schulleitung setzte alles daran, den deutschen Schülern ein umfangreiches Programm anzubieten. Nach der Erkundung der Stadt Radmosko und dem Besuch des örtlichen jüdischen Friedhofs, im Übrigen einer der größten Europas, besichtigte die Gruppe Krakau. Die Stadt, sicherlich eine der schönsten Mitteleuropas, beeindruckt durch die Fülle kunsthistorischer Schätze und durch ein städtebauliches Ensemble, das seit dem Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört blieb. Der anschließende Besuch von Auschwitz, wo über eine Million Menschen Opfer der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie wurden, hatte für die Gruppe einen besonderen Stellenwert. In Auschwitz-Birkenau, dem größten Vernichtungslagers des Dritten Reichs, in dem ab 1941 über eine Million Juden starben, legte die Schülergruppe einen Kranz für die ehemaligen jüdischen Schüler des Alten Gymnasiums nieder.

Bei herbstlichem Sonnenwetter wurde die Industriestadt Tschenstochau besucht, deren Ruhm auf der Schwarzen Madonna beruht. Auf einer idyllischen Anhöhe vor der Stadt befindet sich die Klosteranlage des Paulinerordens mit dem Nationalheiligtum des katholischen Polens, der Schwarzen Madonna, die jährlich von Hunderttausenden Pilgern aus dem In- und Ausland aufgesucht wird. Die Schüler besichtigten nicht nur die Klosteranlage und deren wertvolle Schatzkammer, sondern nahmen auch an einem feierlichen Gottesdienst vor dem Hauptaltar mit dem Gnadenbild der Madonna teil.

Beeindruckend war für die Schülergruppe ferner die Besichtigung des 25 Quadratkilometer großen Braunkohle-Tagebau Geländes mit dem weltweit größten Kohlekraftwerk in Belchatow. Die angrenzende Gemeinde ist eine der reichsten Polens mit einer unvergleichbar aufwändigen infrastrukturellen Ausstattung. Die sichtbaren ökologischen Schäden durch den Tagebau werden durch Renaturierungsmaßnahmen kompensiert. An den Hängen eines künstlich angelegten inzwischen auch bewaldeten Berges befindet sich ein Sport- und Freizeitzentrum mit Skilifts und einer Sommerrodelbahn, die ausgiebig von den Schülern genutzt wurde. Von der außergewöhnlich großzügigen polnischen Gastfreundschaft konnte sich die Gruppe während des ersten und letzten gemeinsamen Abends überzeugen. Die polnischen Deutschlehrer organisierten zusammen mit den Gasteltern ein Buffet mit typischen polnischen Gerichten bei Lagerfeuerromantik und Gitarrenmusik der polnischen und deutschen Schüler.

Dass der 40.000-Einwohner-Stadt Radomsko der Ausbau der deutsch-polnischen Beziehungen sehr am Herzen liegt, erfuhr die Gruppe während eines festlichen Empfangs beim zuständigen Landrat. Schulleitung, Stadtverordnete und Lehrer des Lyzeums dokumentierten ihr ausdrückliches Interesse an der Intensivierung der Beziehungen zum Alten Gymnasium in Oldenburg. Dieter Kregel, der von der polnischen Partnerschule und den Behörden in Radomsko als Initiator dieses Austausches sehr geschätzt wird, misst dem Polenaustausch große Bedeutung bei: „ Die Zukunft deutsch-polnischer Beziehungen hängt wesentlich von den Einstellungen und Erfahrungen der jungen Generation in beiden Ländern ab, die vor dem Hintergrund einer belasteten Geschichte ein neues Verhältnis zueinander finden müssen.“ Nicht nur vor diesem Hintergrund stellt der diesjährige Austausch einen außerordentlichen Erfolg dar.

Jörg Witte, Begleitlehrer der Gruppe

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