Hektisch ging es auf dem Olantisparkplatz unter der Autobahnbrücke zu. Die rund 70 Schüler, etwa 50 von unserer Schule und weitere 20 von der Cäcilienschule, die aber nur die Fahrt mit uns genießen durften, warteten gespannt darauf, dass Max und Co. die Motoren anschmissen. Nachdem wir fast pünktlich loskamen, ging es 250 km gut voran, bis einer der Busse am Seitenstreifen der Autobahn zum Stehen kam. Nach einer “kurzen” Lagebesprechung der Lehrer unter der Führung Rosis, wurde beschlossen die Fahrt getrennt fortzusetzen. So kam es dazu, dass der eine Teil der Gruppe pünktlich, gegen 8 im Zillertal ankam, und das Glück hatte, die gut 200 von Rosi erhandelten Lose zu öffnen, doch nur Heinz gelang es gleich beim ersten Anlauf, sich einen Tagesskipass unter den Nagel zu reißen. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Skiausleihe Strasser. Der Infobrief hatte bei vielen Schülern Früchte getragen, indem sie sich fast alle einen Helm ausliehen. Sichtlich motiviert begann der Aufstieg zu unserer Herberge Schiestl. Zu diesem Zeitpunkt stand der neu aus Oldenburg georderte Ersatzbus im Stau vor München. Währenddessen genossen die glücklichen Schüler der Herberge Schiestl die Mittagssonne auf dem Panoramabalkon, bevor gegen elf das lang ersehnte Mittagessen auf dem Tisch kam. Kurz nachdem auch der andere Bus im Zillertal angekommen war, setzen sich die anderen Schüler samt Skibekleidung und Skiern in den Bus gen Mittelstation.
Während die einen sich wieder an die Skier unter den Füßen gewöhnten, stand der Großteil zum ersten Mal auf solchen. Keiner von ihnen ahnte, dass er innerhalb von nur sieben Tagen die steilsten Pisten des Skigebiets bezwingen würde. Doch das stand noch in weiter Ferne. Zunächst galt es, den „Idiotenhügel“ zu bezwingen und selbst das stellte sich als gewaltige Herausforderung dar. Bis 16 Uhr wurden von den Fortgeschrittenen dann Plattenanger und Karspitz das erste Mal gemeistert und erkundet. Zwar musste Burkard die Leinen der Fortgeschrittenen ständig kurz halten, aber dies legte sich dann im Laufe der Woche sogar. Am Abend waren wir dann alle so kaputt, dass wir relativ früh ins Bett gingen.
Als wir dann am dritten Tag genügend rote Blutkörperchen gebildet hatten, um den Belastungen des Skifahrens standzuhalten, ging die Party erst richtig los. Außerdem begannen die Anfänger langsam aber sicher vom „Idiotenhügel“ auf den Plattenanger, und vom Plattenanger auf das Kreuzjoch überzugehen und bewältigten damit immer steilere und schwerere Hänge. Leider hatte dies auch zur Folge, dass sich eine tapfere Mitstreiterin an ihrem Ski die Wade aufschnitt. Gott sei Dank wurde die Wunde von Rosi und ihrem OP-Team unter widrigsten Umständen geklebt.
Am Mittwochabend dann, stand ein weiteres großes Abenteuer auf dem Plan. Anstatt eines gemütlichen Zillertaler Weizen, Märzen oder Pils, stand heute eine nächtliche Talfahrt vom benachbarten Berg an, doch diesmal nicht auf Skiern sondern zu Zweit auf Schlitten. Rodeln war angesagt, und das gute sieben Kilometer weit. Es kamen auch alle heil unten an und hatten viel Spaß. Zur Begrüßung wurden dann prompt alle mit Schnee bombardiert, man könnte es eine Art Rodeltaufe nennen.
Wer Mittwochabend auf den Kalender schaute, musste nun erschreckt feststellen, dass nur noch zwei Tage Ski zu fahren waren, und musste sich eingestehen, dass die Zeit im Zillertal doch sehr viel schneller verging, als irgendwo anders. Als wir dann Donnerstagmorgen, vorbereitet für unsere lange Tour durch das gesamt Skigebiet oben ankamen, mussten wir leider feststellen, dass uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Man konnte nur knapp 50 Meter weit sehen, und Wind und Schnee ließen einem Ohren und Nase zu Eis gefrieren. Die Endscheidung war leider klar: Heute keine Tour. So genossen viele in der Kreuzalm das Leben und ließen sich mit einer heißen Schokolade verwöhnen. Nur die wagemutigeren unter uns machten sich auf, Piste und Wald im Tiefschnee zu erkunden.
Am Freitag war nun der Tag der Wahrheit gekommen. Alle, ob Anfänger (die ja keine Anfänger mehr waren), Fortgeschrittene oder Profis, machten sich nun auf den Weg gen Gerlos. Auf dem Weg dahin galt es, vereiste Abhänge zu bezwingen, lange und endlos erscheinende Wege zu gehen und Pistenraudis auszuweichen, doch diese Herausforderungen wurden alle gut gemeistert. Wir mussten nur zwei der Unsrigen zurücklassen, die hoffnungslos tief im Schnee stecken geblieben waren. Hungrig von der Bergluft wurde auf der Fußalm gut gegessen. Im Zuge der Mittagspause entwickelte sich außerdem eine neue Wintersportart, das Tablettrodeln, einfach aber genial. Man setzte sich auf ein Tablett und rutsche den Berg runter und hat einen Riiiiiesenspaß
.
Doch leider ist selbst ein Skiurlaub im wunderschönen Zillertal einmal vorbei, und so standen wir alle übernächtigt am Samstagmorgen auf der Matte, um unsere siebzehnstündige, sehr abenteuerliche, durch Staus und eine plötzlich hereinbrechende Eiszeit unterbrochene Heimfahrt an.
In diesem Sinne Halli Galli! und Ski heil! Und einen herzlichen Dank an unseren geliebten Kai, Ronni (viel Glück in Hamburg!!!), Urte (du schuldest Matthias noch ein Bier!!!), Burkard (auf das du immer als erstes unten ankommst
), Heinz und natürlich unsere Rosi für die beste Skifahrt aller Zeiten!!!
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