Als sechster Referent in der inzwischen sehr erfolgreichen Reihe altertumswissenschaftlicher Vorträge spricht Prof. Dr. Markus Janka (München) am 23. Februar 2010 um 19:00 Uhr in der Aula des Alten Gymnasiums zum Thema »Die Verwandlung im Dichten und Denken Ovids«.
Ovid gilt zu Recht als der modernste Dichter des antiken Roms. Die Renaissance, die sein Werk seit einigen Jahrzehnten neu belebt, beweist, dass er Vergil als »Vater des Abendlandes« abgelöst hat. Ovids Adoption als Zeitgenosse des neuen Jahrtausends liegt nicht zuletzt in seinem Konzept vom Wandel als der einzigen Konstante des menschlichen Lebens begründet. Denn er schrieb nicht nur ein wirkungsmächtiges Verwandlungsepos, das bis heute als »Who is who der antiken Mythologie« bewundert wird. Seine literarische persona ist selbst stetigem Wandel unterworfen: Als Liebesdichter, Briefschreiber, Dramatiker, Kalendererklärer und Epos-Erzähler verbirgt er sein Autoren-Ich hinter den verschiedensten Masken. Der Vortrag soll anhand exemplarischer Interpretation einschlägiger Texte zeigen, wie sich der Wandel von Ich, Welt und literarischer Tradition als roter Faden durch die Metamorphosen zieht.
Markus Janka, inzwischen Fachdidaktik-Professor an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, hat sich schon als junger Gymnasiallehrer mit seiner Schulausgabe der Metamorphosen einen Namen gemacht und wird seinen Vortrag speziell auf die Thematischen Schwerpunkte des Niedersächsischen Zentralabiturs ausrichten.
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