Es war einmal vor vielen, vielen Wochen, da schlich plötzlich ein Zwerg (griech. „nano“), oder besser noch: die Welt der Stoffe im Nanometerbereich, in so manches Schülerleben: Das Seminarfach „Nanotechnologie“ startete unter Leitung von Frau Beckhaus im Jahr 2006.
In kleinem Maßstab ging es damals los, doch schnell entwickelte sich eine wirklich große Sache: Der „Nanotruck“ kam und präsentierte auch für Schüler der anderen Jahrgangsstufen die unglaublich große, kleine Welt der Nanoteilchen (in der Regel sind damit Bausteine auf atomarer Ebene gemeint).
Video: Copyright © 2010 Robert-Bosch-Stiftung
Der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg blieb das Projekt auch nicht lange unbekannt und so entstand eine Kooperation, die Studenten, Professoren, Schüler und Lehrer in gleichem Maße forderte und förderte. Denn: Der Nanokosmos konnte bisher nur wenig erforscht werden, da einfach die Werkzeuge fehlten, Teilchen in einem so extremen Verhältnis zu vergrößern.
Ein Beispiel: Ein Nanometer im Vergleich zu einer Orange, wäre so groß wie eine Orange im Verhältnis zur Erde! Um in solche Tiefen vorzudringen, muss so einiges angestellt werden, eine Möglichkeit: Das Rastertunnelmikroskop, das zwischen einer Probe und einer winzigen Messspitze einen Strom erzeugt, kann Atome mehr oder weniger sichtbar machen. Genau so ein Gerät fing das zweite Seminarfach von Frau Beckhaus im Jahr 2008 also an zu bauen und nach einiger Bastelei und Tüftelei konnten schließlich im März 2009 sogar Messungen unternommen werden, die zwar noch recht grob waren, den Kern (im wahrsten Sinne des Wortes) aber schon trafen.
Im Frühjahr 2010 wurde die Seminarfachzeit (nach qualitativ hochwertiger, durchaus auch anstrengender Arbeit mit hohem Zukunftspotenzial) so langsam abgeschlossen. Doch noch war die ganze Geschichte mehr als bestens geeignet für den Wettbewerb „Schule trifft Wissenschaft 2010“ der Robert-Bosch-Stiftung. Und in der Tat: Das „NanOLabor“ wurde mit sieben anderen Schule-Uni-Kooperationen von 58 insgesamt bundesweit nominiert (Hinzukommt, dass die Hemmschwelle zum Bewerben laut der Veranstalter auch noch recht hoch war).
Ein kleines, alles zusammenfassendes Filmchen entstand dazu auch, das mit der Vorstellung der anderen nominierten Partnerschaften über folgenden Link abrufbar ist:
http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/29417.asp
Um die eigentliche Wurst (Hauptpreis: 50 000 €) ging es am 21. bzw. 22. September: Stellvertreter der Schulen und Universitäten trafen sich in Berlin, um sich selbst vorzustellen, aber auch die anderen Forschungsansätze zu begutachten (Die Entscheidung über die Preise hatte eine unabhängige Jury jedoch längst gefällt).
Für das NanOLabor reisten Frau Prof. Dr. K. Al Shamery (Uni), Frau Beckhaus, Herr Prof. Dr. C. Lienau (Uni), Herr Herold, Cathia Göbel (ehem. Seminarfach, Abi `10), Hauke Nüstedt (ehem. Seminarfach, Abi `10), Severin Hachenberg (Seminarfach NanOLabor) und ich, Charlotta Lorenz (Seminarfach NanOLabor) nach Berlin. Der erste Abend wurde fröhlich mit einem gemeinsamen Abendessen und Vorstellung aller Nominierten eingeläutet, wobei es auch ordentlich durch die Experimental-Show-Physiker, die „Physikanten“, knallte.
Am Tag darauf (Mittwoch) fand die Preisverleihung im Chamäleon Theater in den Hackeschen Höfen statt, die auch vom Medizinnobelpreisträger Herrn Prof. Dr. Erwin Neher, der Staatssekretärin von Frau Annette Schavan, Frau Cornelia Quennet-Thielen, und anderen VIPs begleitet wurde.
Unser NanOLabor gewann jedoch nicht einen der ersten drei Preise (eigentlich ein erster Preis und zwei zweite Preise mit jeweils 20 000 € Preisgeld); Der erste Platz ging an einige Astrophysiker aus Göttingen, die sich mit einer Doppelsternkonstellation zwei Lichtjahre entfernt auseinandergesetzt hatten; über die zweiten Plätze freuten sich eine Nematoden-AG (Fadenwürmer und anderes Getier im Moos) aus Bielefeld und das GRIPS-Projekt aus Frankfurt (das sich mit Wundheilungsprozessen beschäftigte).
Das Geld hätte eigentlich auch am AGO nicht geschadet, da zurzeit die naturwissenschaftlichen Räume (Physik und Chemie) neu aufgebaut werden.
Obwohl das NanOLabor nun nicht zu einem Preisträger auserkoren wurde, ist es trotzdem ein sehr großer Erfolg (Dank an Frau Beckhaus!), der auch zu der Fortsetzung des Seminarfachs führt, so dass wir im nächsten oder / und übernächsten Jahr erneut einen kleinen Angriff starten werden!
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