Altes Gymnasium Oldenburg

„Das war sie, die Mottowoche!“

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Obwohl nun etwa eine Woche vergangen ist, wollen uns die Bilder einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die Oberstufenschüler Q3/4 unserer Schule waren nicht mehr wiederzuerkennen. Doch was war der Grund für diese mysteriöse Maskerade? Richtig! Die Abiturprüfungen stehen an und die letzte Zeit an der Schule sollte noch einmal gebührend gefeiert und gewürdigt werden.

Die Mottowoche des Abiturjahrgangs hat sich mittlerweile als Tradition am Alten Gymnasium etabliert. Immer in der letzten, regulären Schulwoche verkleiden sich die Abiturientinnen und Abiturienten und dabei werden keine Mühen gescheut, was die Fotos offensichtlich beweisen. An jedem Tag galt ein jeweils anderes Motto, sodass die in diesem Jahr besonders zahlreichen Abiturienten (Doppeljahrgang sei Dank!) die Diversität ihrer Kleiderschränke zur Schau stellen konnten.

Am Montag bekam unsere Schule hohen Besuch aus Italien. Ganz in schwarz gekleidete Gestalten liefen über den Schulhof. Selbst in der Mensa trugen Don und Donna ihre Sonnenbrillen mit tiefdunkel getönten Gläsern. Manche Lehrer dachten, es würde sich um ein harmloses „30er Jahre Swing-Motto“ handeln, doch sie lagen falsch. Am AGO war die Mafia da! Die Mafiosi hielten sich aber seltsamerweise sehr zurück. Es kamen weder Betonklötze zum Einsatz, noch wurde das Foyer als Drogenumschlagplatz ausgenutzt. Allerdings gab der pseudo-italienische Besuch jenes Wissen preis, das im ersten Semester im Fach Deutsch angeeignet wurde. Ganz im Sinne des Semesterthemas „Deutsche Sprache der Gegenwart“ verabschiedete sich der geheimnisvolle Besuch. „Wir haben fertig!“- die Übergangsvarietäten unserer Sprache lassen grüßen.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen des ersten Schultags. Alle kamen mit ihren kunterbunten und prall gefüllten Schultüten  und ihren kultigen Retrotornistern. Ja, Melancholie lag in der Luft. Tierischer Holzschmuck für Mädchen und Hochwasserhosen für Jungs: IN! Mädchen, die mit Jungs spielen und Jungs, die mit Mädchen spielen: OUT! Doch trotzig waren sie, die Schulanfänger: „Wia prauchen kaine Lerer, wia schafn auch so Abitua!!!“. Vor allem Helya hatte ihren Spaß: „Die Rolle des 6 jährigen Kindes am ersten Schultag war super! ‘‘.

Mittwoch, einfach unvergesslich. Einige Momente haben sich mindestens genauso tief in unser Gedächtnis eingebrannt, wie die intensive Abiturbelehrung von Herrn Herold am vergangenen Freitag. Die Abiturienten definierten ganz eigene Schönheitsideale. Passé sind die schmalen Modepüppchen wie wir sie aus der „Vogue“ kennen! Groß musste sie sein, das perfekte Mädchen, am Mittwoch. Und breite Schultern musste sie haben. Unsere Jungs machten es vor: Rockige Pumps und scharfe Lederstiefel, kombiniert zu kurzen Röcken und enganliegenden Tops. Die weiblichen Kurven mussten ja schließlich betont werden. Auch die Mädchen ließen ihrer Kreativität freien Lauf: Sowohl coole Boys in Adidas-Jacken und Baggy-Hosen, als auch stilbewusste (kleine) Männer im Businessstil waren am Mittwoch vertreten.  Der Großteil freute sich am Abend, denn da war der Geschlechtertausch vorbei. Die Reaktionen der Lehrer waren verschieden. Frau Hagen war sichtlich angetan, als Hergina, Lucia, Joana und Maria ihr Deutschprojekt vorstellten. Doch es wurde auch kritisiert. Coco Brinkmann, unsere liebe Mathelehrerin, ließ die Stilkritikerin raushängen. „Also ich habe erwartet Jungs, dass ihr mehr Bein zeigen würdet. Wo sind eure Waden?“. Das wohl heißeste Mädchen war Mathisa Bowge. Sie fand den Tag auch „unglaublich sexy“.

Der Donnerstag. Dicke Brillen. Taschenrechner. Rechnen. Egal wo. Englisch-LK, Musik und Deutsch. Egal. Rechnen. Hässliche Pullis (von Omi gestrickt und Mami morgens aus dem Kleiderschrank raus gelegt). 1,0 Abitur. Hobbies: Rechnen, rechnen, rechnen, PC zocken und Schule. Und nein. Wir sind keine NERDS!

Der krönende Abschluss war der Freitag. „Bad Taste“ lautete das letzte Motto. Die grausamsten Sachen wurden zusammen gewürfelt und ergaben ein gar primitives Outfit. Leggins in allen Variationen wurden gesichtet. Gepunktet, mit Blümchenmotiv, grell, bunt und auffällig. Nach ausgeleierten Sportanzügen musste man ebenfalls nicht lange suchen. Hip war, was schlimm aussah!

Das war sie, die Mottowoche!

 

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