Dass die Teilung Deutschlands und das damit verbundene Leben der deutschen Gesellschaft ein historisch überaus wichtiges und umfangreiches Thema ist, lässt sich nicht bestreiten. Dennoch ist seit dem Mauerfall im Jahre 1989 viel Zeit vergangen, und gerade deswegen ist es besonders wichtig, vor allem die Jugend mit diesem Teil deutscher Geschichte zu konfrontieren.
Genau das tat Freya Klier, Autorin, Regisseurin und Bürgerrechtlerin, welche einen Großteil ihres Lebens in der ehemaligen DDR gelebt hat und somit viele Erfahrungen mit der Politik und der Gesellschaft des Landes machen konnte. Am Montag, dem 4. April, teilte sie im Rahmen eines Vortrags dieses Wissen mit den Schülern des Alten Gymnasiums Oldenburg. Unterstützt wurde diese Veranstaltung vom Oldenburger Bildungswerk der Konrad Adenauer – Stiftung, welche sich mit der politischen Bildung von Schülern in Form von Projekten und Veranstaltungen, sowie Studienfahrten beschäftigt.
In der Aula des Alten Gymnasium zeigte Klier einen ihrer Dokumentarfilme, den sie in den letzen Jahren gedreht hatte. Der Film „Die Flucht mit dem Paris-Moskau-Express“ sollte den Schülern Eindrücke über das politische System vermitteln, welches zu dieser Zeit in der kommunistischen DDR vorhanden war. Er beschäftigte sich aber vor allem mit der Flucht einiger Jugendlicher aus dem östlichen Teil Deutschlands in die westliche Bundesrepublik. Damals gelang es mehreren Oberschülern, auf den in Berlin-Friedrichstraße ausfahrenden Interzonen-Zug aufzuspringen.
Daran schloss sich ein Vortrag Freya Kliers an, in dem sie auch auf ihre eigene Person einging und eigene Erlebnisse aus der früheren Zeit schilderte. Natürlich gab es auch die Möglichkeit für Anregungen seitens der Schüler, die sich interessiert mit dem Thema auseinandersetzten. Freya Klier setzte sich nach einem gescheiterten Fluchtversuch und anschließendem Gefängnisaufenthalt als Bürgerrechtlerin ein. Dadurch geriet sie immer mehr in das Blickfeld der Staatssicherheit. Auch viele Freunde wurden daher auf sie angesetzt. Letztendlich wurde die gesamte Familie Klier in den Westen abgeschoben.
Angesprochen auf ihre Motivation und den Anreiz, sich an Schulen im Rahmen solcher Veranstaltungen zu betätigen, erklärte Freya Klier, dass der pädagogische Aspekt ihr natürlich großen Spaß mache, es aber auch einfach wichtig sei, Jugendlichen Wissen und Einblicke in die deutsche Geschichte zu vermitteln. Die Basis für die Zukunft sei eine gute Allgemeinbildung und die Förderung der politischen Meinung, damit Ereignisse wie die Teilung Deutschlands und vor allem das Leben in der DDR aktuell und von Bedeutung blieben, so Klier. Auch in Zukunft möchte das Alte Gymnasium Vorträge organisieren, die sich mit der deutschen Geschichte befassen. Im Jahre 2007 war Günther Schabowski zu Gast.
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