Martin Goldsmith, der Neffe des ehemaligen AGO-Schülers Helmut Goldschmidt, sprach am Montag vor Schülern der 10. Klassen in der Aula. Helmut Goldschmidt war der letzte jüdische Schüler unserer Schule während der Nazi-Gewaltherrschaft und wurde 1942 in Auschwitz ermordet.
Für Martin Goldsmith war die Reise nach Oldenburg und der Besuch am AGO eine Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. In den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts waren die Goldschmidts eine renommierte Textilhändler-Familie, die ein Geschäft in der Achternstrasse und ein Wohnhaus in der Gartenstrasse besaß. Beides mussten die Goldschmidts aufgeben, als sie Oldenburg und Deutschland fluchtartig verließen.
Sehr anschaulich dargestellt wurden Goldsmiths Spurensuche in Oldenburg anhand des Films des Oldenburger Filmemachers Farschid Ali Zahedi (Werkstattfilm). Goldsmith, ein in den USA bekannter Radiosprecher und Programmgestalter, zeigte sich abschließend beeindruckt von dem Interesse und historischem Wissen seines Schülerpublikums. Bewegt war Martin Goldsmith auch von dem von Kunstlehrer Heinz Gode entworfenen Mahnmal vor der Aula: Es ist für die Goldsmiths die einzige Gedenkstätte für die im Holocaust umgekommenen Familienmitglieder.
Bericht in der Nordwest-Zeitung: Martin Goldsmith bewegt mit Geschichte
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