Wir, das Seminarfach “NanOLabor”, unternahmen unsere Studienreise vor den Herbstferien in die Schweiz, begleitet von Frau Beckhaus und Herrn Witte. Unser Hauptziel der Fahrt war die Besichtigung der Stadt Zürich, ihrer naturwissenschaftlichen Einrichtungen und ausgewählter Sehenswürdigkeiten wie z.B. der Universität ETH-Zürich oder dem Uetliberg und dem berühmten Forschungszentrum CERN in Genf. Nach einer Anreise à la Deutsche Bahn von Oldenburg nach Zürich trudelten wir am Sonntagabend in der modernen Jugendherberge, nahe des Züricher Sees, ein. Dementsprechend widmeten wir den ersten Abend gemütlich der individuellen Erkundung der näheren Umgebung oder auch der letzten Vorbereitung von Kurzvorträgen für den folgenden Tag.
Richtig los ging es am Montag mit einem von uns selbst zusammengebastelten Stadtrundgang. Denn: Vor der Kursfahrt hatte jeder von uns jeweils eine Sehenswürdigkeit für sich auserkoren, über die man ein Kurzreferat während des Rundgangs zum Besten geben würde. So durchtingelten wir schnitzeljagdartig die Alt- und Neustadt: Kirchen (Großmünster, Fraumünster), das Rathaus und Plätze jeglicher Art (usw.) wurden von uns fast besetzt.
Der restliche Nachmittag war uns überlassen, den viele von uns nutzten, um sich an die Innenstadt mit ihren Geschäften zum ersten Mal heranzuwagen und vielleicht sogar die Schokoladenkultur genauer zu begutachten (mit spezieller Rücksichtnahme auf sogenannte „Luxembugerli“ und anderen Köstlichkeiten der Schweizer „Schoggi“-läden). Was uns alle doch ein bisschen überraschte war die Freundlichkeit und Offenheit der Schweizer: Standen wir mit einem leicht fragenden Gesichtsausdruck vor dem „Tramplan“ in der Straßenbahn, sprachen uns fix Einwohner an und erklärten uns in aller Ausführlichkeit, wie man wohin warum hinkäme oder eben auch anders ein bestimmtes Ziel nicht erreichen würde. Bei dem ein oder anderem netten Gespräch stellte sich bisweilen heraus, dass der eine oder andere Hamburgische oder Oldenburgische Wurzeln hatte. Und wenn das Gespräch mal etwas länger dauerte, dann verpasste Herr Witte auch schon mal die Ausstiegshaltestelle.
Auch die Sprache betreffend waren die Schweizer sehr entgegenkommend: Falls man beim Schokoladen- oder Andenkenkauf einfach nur perplex aus der Wäsche schaut, folgte ohne Unverständnis eine Übersetzung ins Hochdeutsche; Bemühungen unsererseits jedoch, das schweizerische „Grüzi!“ oder das „Chüchichäschtli“ (Küchenkästchen) richtig zu artikulieren, wurden eher müde belächelt, so dass wir uns bei der Begrüßung als Norddeutsche outeten.
Nungut, nach einer abendbrötlichen Pause in der Jugendherberge schlenderten viele zu einem nahen Steg am Züricher See, wo sich ein malerisches Panorama der nächtlichen Metropole bot.
Einen der Höhepunkte der Reise erwartete uns am Dienstag: In einen eigens für uns reservierten Zugwagon mit dem Türschild „Oldenburg (Beckhaus)“ fuhren wir zur Besichtigung des CERNs nach Genf (mit korrespondierenden Zugbewegungen): Das CERN (franz.: ConseilEuropéen pour la Recherche Nucléaire/ englisch: European Organization for Nuclear Research) beschäftigt sich mit der physikalischen Grundlagenforschung und passt somit zu unserem nanotechnologisch orientierten Seminarfach. Im Besucherzentrum des CERN selbst angelangt, chauffierte man uns in einem Kleinbus fachkundig über das Gelände, nachdem ein einführender Vortrag uns die Prinzipien der Experimente erklärt hatte. Von diesen berühmten „Antimaterie-Versuchen“ sahen wir allerdings nicht allzu viel, dafür zeigte man uns eine in Frankreich angesiedelte Fabrik- und Museumshalle für außerordentlich starke Elektromagnete zur Teilchenbeschleunigung. Außerdem wartete ein 3D-Film förmlich auf uns, nicht zu vergessen seien die zahlreichen Mitnehmbroschüren. Und natürlich: der CERN-Shop mit CERN-Helmen, die sich mit entsprechendem Logo hervorragend als (praxistaugliches) Andenken eigneten. Die Besichtigung mit An-, Rückreise und Zwischenstation in Genf mit multinationalem Flair füllte den gesamten Tag – so dass ein ruhiger Ausklang des Abends in der Jugendherberge oder am See sich eignete.
Am Tag darauf betraten wir Fährboden zu einer Rundfahrt auf dem Zürichsee; da das Wetter allerdings diesig war und die meisten noch vom vorherigen Tag erschöpft waren, verlief die Fahrt eher ereignislos, vorbei an herbstlichen kleinen Ansiedlungen. Am Nachmittag ging es mit der steilsten S-Bahn Europas, die „Adhäsionsbahn“, auf den 869.2 Meter hohen Uetliberg, der mit seiner Herr-der-Ringe-Aussicht dem bewölkten Wetter trotzte. Hinab folgten einige von uns Herrn Witte und Frau Beckhaus auf einem Wanderweg inklusive Seilbahnfahrt, während andere den Nachmittag in der Stadt verbrachten oder in die Jugendherberge zurückgingen.
Am vorletzten Reisetag stand schließlich ein weiteres Highlight auf dem Programm: das Chemie-Department der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) Zürich, bekannt für eine hervorragende Betreuung und eine geringe Studentenzahl. Dort haben wir nach einem kleinen Vortrag über die ETH einer Vorlesung über Pharmazeutik zugehört. Danach wurde noch ein Vortrag über die Analyse von Edelsteinen und ein Experiment zu diesem Thema gehalten, sodass wir einige Einblicke in die Forschungsarbeiten der Studenten bekamen. Die Räume der Organisch-Analytischen-Chemie wurden uns auch präsentiert, wobei wir unseren eigenen Schmuck untersuchen konnten, bzw. jeder für sich auf die Verlässlichkeit der Verkaufsangaben rückschließen konnte.
Den Nachmittag nutzten viele für einen letzten Bummel durch die Stadt. Einige besuchten das Technische Museum bzw. die Kunsthalle Zürich; die abendliche Beschäftigung fiel wieder individuell aus.
Einen schönen Abschluss bildete die Rückfahrt am nächsten Tag nach Oldenburg selber, da sie mehrere Stunden bei bestem Herbstwetter am Rhein entlang führte, wo man viele Burgen und andere Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Lorelei betrachten konnte. Pünktlich um 23.17 Uhr erreichte der ICE 932 mit uns den Oldenburger Hauptbahnhof.
Kurz gesagt, können wir also von einer ereignis- und informationsreichen Kursfahrt sprechen, bei der wir viel Spaß hatten und uns nun um einiges besser in Zürich und Umgebung auskennen (sei es das Tramsystem, die Schokoladenarten oder so manche Schweizer Angewohnheit).
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