Altes Gymnasium Oldenburg

Musikalische Vielfalt beim Kammerkonzert

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Es gibt wahrlich nicht vieles, was Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs am Abend vor der ersten abiturvorbereitenden Klausur vom Lernen abhalten könnte. Sollte man nicht etwa meinen, es gelte, die letzten Stunden so produktiv wie möglich zu verbringen? Gewiss. Und doch ließen sich zahlreiche Musiker des 12. Jahrgangs von dieser „Pflicht“ abbringen. Denn am Montag, dem 6. Februar, hieß es wieder Hallo und Hereinspaziert zum IX. Kammerkonzert des Alten Gymnasiums, wo man sich beim stimmungsvollen Ambiente der Aula vollends der Musik hingab.

Während also draußen die Kältewelle Oldenburg überrollte und einfror, lauschte das Publikum den Klängen der Streichinstrumenten und des Flügels, der Blockflöte und eines Bassbaritons.

Eröffnet von den Oberstufenstreichern mit „Rhythm Sticks“ leiteten die Künstler die Zuhörer querbeet durch die Epochen der Musik: den Barock und die Moderne, die Klassik und die Romantik – und zurück zur Moderne.

Dabei hielt die Musik das Publikum an kurzer Leine; weder Zeit für Entspannung und noch für Verschnaufpausen. Man wurde hin und her geschleudert zwischen den Extremen: Von virtuos-aufregenden Stücken ging es nahtlos in beruhigend-melodische Kompositionen über, beispielsweise als sich die Passacaglia von Johan Halvorsen fließend in ein asiatisches Stück wandelte. Letztes wurde perfekt von der chinesischen Austauschschülerin Tianrong „Sally“ Zhang auf ihrer Querflöte dargeboten.

Zwischenzeitlich erwärmte Jan Pirke die Herzen der Zuhörerschaft noch zusätzlich. Begleitet von Frau Möhlmann sang Jan in seinem Belcanto „Vittoria, mio core“ und brachte hierdurch eine schöne Abwechslung in das sonst von Instrumenten dominerte Programm.

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So verflog das Konzert unbeschreiblich schnell, sodass das Programmheftchen, von einigen Duetten und Einzelauftritten zeugend, bereits die letzte Nummer ankündigte. Für das furiose Finale sorgte Fynn Leinwebers Kontrabasskonzert (freundlicherweise von Frau Pfeiffer-Rode am Klavier begleitet), das Fynns Talent und Fleiß außer Frage stellte.

Dabei fing das Stück eher kurzweilig an. Für das Vorspiel entledigte sich der Kontrabassist vor aller Augen seines Pullovers und setzte seine Finger an das Instrument. Doch anstatt zu musizieren, versetzte sich Fynn elegant mit dem Kontrabass einen Schlag gegen den Kopf – zur allgemeinen Erheiterung, wohlgemerkt.

Nach einem kurzen „Sorry“ begann er das Konzert erneut und beendete es diesmal ohne Fehler und Unterbrechung. Mit einer bewundernswerten Präzision spielte der Zwölftklässler nicht nur rasante Akkord-Abfolgen, sondern auch die Schlusstöne, die vom Spieler eine dermaßen hohe Lage „abverlangten“, dass Fynn beinahe am Steg musizierte.

 Der Abend war also für jedermann ein voller Erfolg, wie für Spieler, so für Zuhörer. Und obwohl demnach niemand verloren hat, so gab es dennoch deutliche Gewinner. Diese zeigten sich in Béla Bartók und Frédéric Chopin, beide von den Musikern eindeutig bevorzugt. Es erklangen daher gleich zwei Nocturnes von Chopin, bei beiden Benjamin Eisenhardt am Flügel, während von Bartok ein Violen-Duett und eine Klavierkomposition zu hören waren.

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