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Kinder und Jugendliche nehmen bereits auf vielfältige Weise am Wirtschaftsleben teil: Sie verfügen oft schon über beträchtliche finanzielle Ressourcen, die sie mit steigendem Alter zunehmend durch eigene Erwerbstätigkeit erwirtschaften. Sie treffen Entscheidungen über die Verwendung knapper Mittel und beeinflussen die Konsumentscheidungen ihrer Eltern. Als Sparer bilden sie Vermögen, und zuweilen agieren sie Gleichaltrigen gegenüber als Kreditgeber und Kreditnehmer.

Der Wirtschaftsunterricht knüpft an solchen ökonomisch geprägten Erfahrungen an, um grundlegende Einsichten in die Bedingungen und Zusammenhänge wirtschaftlichen Handelns zu vermitteln:

  • Wirtschaftliches Handeln heißt entscheiden. Die Knappheit der Mittel zwingt zu mehr oder minder konflikthaften und risikobehafteten Entscheidungen zwischen alternative Handlungsmöglichkeiten gemäß dem ökonomischen Prinzip.
  • Wirtschaftliches Handeln heißt kooperieren. Die Arbeitsteilung bringt die Wirtschaftssubjekte in eine Vielzahl wechselseitiger Abhängigkeiten, die sich als Kreisläufe darstellen lassen.
  • Wirtschaftliches Handeln bedarf eines institutionell-rechtlichen Ordnungsrahmens, der insbesondere die Art und Weise der Koordination der wirtschaftlichen Entscheidungen und die Rechte und Pflichten der Beteiligten festlegt.

Solche Einsichten sollen im Wahlpflichtkurs Wirtschaft + Informatik überwiegend in teils realen, teils simulierten Handlungssituationen erworben werden, und zwar insbesondere durch Betriebserkundungen und Expertenbefragungen, durch die Gründung und Führung eines Schülerunternehmens, durch Projekte, an deren Ende eine kleine Ausstellung oder eine Dokumentation stehen kann, durch Rollen- und Planspiele, in denen Entscheidungssituationen realistisch nachgestellt werden.

Für das Fach Informatik ergeben sich aus diesen Themen u vielfältige Anwendungsbezüge:

  • Zum einen werden Arbeitstechniken wie Darstellen, Präsentieren, Recherchieren, Informieren, Organisieren, Bewerten oder Simulieren gefordert und gefördert.
  • Zum anderen können bestimmte Themen aus der Informatik im Zusammenhang mit ihrer ökonomischen Bedeutung thematisiert werden. Grundlegende Mechanismen der Techniknutzung und Entwicklung werden dadurch verständlicher.

Die Lehrenden dieses in der Region bisher einmaligen Fächerverbundes Wirtschaft + Informatik unterrichten deshalb nicht nur in enger inhaltlicher und organisatorischer Abstimmung, sondern auch zeitweise als Team. Sie werden bei der Entwicklung von Unterrichtskonzepten und –materialien sowie bei der Anbahnung von Praxiskontakten vom Institut für Ökonomische Bildung unterstützt und wissenschaftlich begleitet.

— Karl-Josef Burkard