Agonautinnen und Agonauten beim 6. Niedersächsischen Streicherklassentag

Agonautinnen und Agonauten beim 6. Niedersächsischen Streicherklassentag

Der 6. Niedersächsische Streicherklassentag war eine Wucht. Herrliches Wetter, die Organisation klappte wie am Schnürchen, 175 Streicherkinder musizierten miteinander und füreinander und last but not least: Die Gemüselasagne war so lecker, dass sich manche noch ein zweites Stück holten.

Um 10 kamen die Streicherklassen an, mit Bussen oder mit der Bahn, manche mit Privat-PKW. Um halb 11 ging’s los mit einer gemeinsamen Probe. Anderthalb Stunden lang wurden die zwei Stücke, die alle Gruppen vorbereitet hatten, gemeinsam geübt und zusammengefügt. Das gesamte Parkett war mit Streicherklassen gefüllt, Stühle für das Publikum waren schon auf der Bühne und in den Seitenpavillons aufgestellt: Genau andersrum als üblich, weil es so viele Musiker waren, die die ganze große Halle mit Klang füllten.

Die „Mittagsschiene“ war so organisiert, dass zuerst die eine Hälfte ins Gymnasium hinüberwanderte zum Mittagessen und die anderen Streicherklassen in einem kleinen Mittagskonzert ihr Repertoire vormusizierten; in der zweiten Hälfte wurde getauscht, die Hungrigen gingen essen, die bereits Gesättigten spielten das Mittagskonzert Nr. 2. Wer wollte: Es war Zeit genug für einen schönen Mittagsspaziergang ins Kloster und um den Klosterteich.

Um viertel vor drei gab es noch eine Generalprobe, in der zu Beginn Albrecht Drude ein Bewegungselement aus der hohen Schule der Streicherarbeit einführte: die „Affenschaukel“ des linken Arms, unerlässlich für das Spiel über alle vier Saiten und gut zu erlernen mit Hilfe des Pizzicato der linken Hand.

Und dann kam die Zeit für das große Festkonzert: Jede Streicherklasse erhielt Gelegenheit, ein einziges Stück vorzuspielen – oder doch allerhöchstens vier Minuten. Es gab freundliche Grußworte der Bürgermeisterin, der stellvertretenden Landrätin, der Generalsekretärin des Landesmusikrates. Und dann wurde es Zeit für die Aufführung der beiden gemeinsamen Stücke des Tages: zuerst ein einfaches, aber schwungvolles Leersaitenstück, das alle gemeinsam spielen konnten. Und dann das Stück Musik, das Gastgeber Jochen Kallenberger, Musiklehrer am Gymnasium Walsrode, extra für den Tag geschrieben – oder doch bei Georg Friedrich Händel ausgeliehen hatte: „Händel in Walsrode“. Denn wer weiß, flüsterte Kallenberger ins Mikro, ob nicht Händel auf seiner Reise von Halle nach Hamburg durch Walsrode gekommen ist, hier Quartier genommen hat und ob ihm nicht die berühmte Arie beim Blick über die Lüneburger Heide in den Sinn gekommen ist.

Am Ende großer Applaus, Blumen an Meike Schendler vom Landesmusikrat als Cheforganisatorin des Festivals und an die Stadthallenleitung und an Jochen Kallenberger als Gastgeber.

Und als alle Kinder und Eltern und Lehrerinnen und Lehrer in den Bus stiegen, riefen sie einander fröhlich zu: Auf Wiedersehen in zwei Jahren!