An die Kescher, fertig, los! – Biologie-Grundkurs untersucht den Kleinen Bornhorster See

An die Kescher, fertig, los! – Biologie-Grundkurs untersucht den Kleinen Bornhorster See

Zu Beginn des neuen Schuljahres kamen die Schülerinnen und Schüler des Biologie-Grundkurses von Herrn Wessel in den Genuss eines besonders praxisorientierten Biologieunterrichts. Gemeinsam mit Edgar Knapp vom Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Oldenburg tauchten sie in die spannende Unterwasserwelt des Kleinen Bornhorster Sees in Oldenburg ein. 

Bei bestem Wetter und mit großer Motivation im Gepäck trafen sich die 19 Schüler:innen des Biologie-Grundkurses am Vormittag des 06. Septembers am Sandstrand des Kleinen Bornhorster Sees. Die bisherige Unterrichtseinheit zu (aquatischen) Ökosystemen sollte hier in Form einer Gewässererkundung ihren krönenden Abschluss finden und den Kursteilnehmer:innen die Möglichkeit geben, das bisher Erlernte in der Praxis zu erleben und anzuwenden. Ausflüge zu außerschulischen Lernorten stellen für Schüler:innen und Lehrkräfte immer wieder eine erfrischende Abwechslung zum üblichen Unterricht dar und bleiben oft noch lange im Gedächtnis. Und auch diese Exkursion wird sich sicherlich bei einigen Teilnehmer:innen in die Liste ebensolcher schulischen Erlebnisse einreihen. Die IPads wurden gegen Klemmbretter getauscht, Kugelschreiber gegen Kescher und stylische Turnschuhe gegen funktionale Gummistiefel.  Zu Beginn der Untersuchung gab es für alle zunächst eine kurze Einweisung durch Edgar Knapp vom Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Oldenburg. Herr Knapp arbeitet bereits seit vielen Jahren für das Oldenburger Umweltzentrum und versteht es, ganze Schulklassen sämtlicher Jahrgangsstufen für die Natur zu begeistern. Nach der Einweisung und der anschließenden Erkundung der Exkursionsstelle ging es zunächst an den Aufbau des mobilen Freilandlabors. Das RUZ Oldenburg stellt dafür zahlreiche Materialien zur Verfügung, wie zum Beispiel Kescher, Binokulare und Messkoffer zur Gewässeranalyse. Mit vereinten Kräften wurde alles aus dem Transporter des RUZ ausgeladen und auf den Picknick-Tischen am Grillplatz des Kleinen Bornhorster Sees aufgebaut. Im ersten Teil der Gewässererkundung sollte es nun darum gehen, sich einen Überblick über die Artenzusammensetzung der wasserlebenden Kleinstlebewesen zu verschaffen. Die Vielfalt dieser Arten und auch das Vorkommen bestimmter Arten kann Aufschluss über die Gewässerqualität geben. Als Faustregel gilt dabei: Je mehr Arten, desto besser die Gewässerqualität. Beim Einfangen der Tiere mit dem Kescher waren alle mit viel Eifer und Motivation bei der Sache. Im Kampf um die beste und vielversprechendste Kescherstelle wurde so manch nasses Hosenbein riskiert und einige wagten sich sogar bis zu den Knien ins kalte Wasser. Um festzustellen, welche speziellen Arten nun aus dem Wasser gefischt worden waren, ging es anschließend mit Bestimmungsliteratur an die Binokulare. Die Betrachtung der kleinen Wasserlebewesen in der Vergrößerung sorgte zum Teil für großes Erstaunen, da auf einmal morphologische Feinheiten sichtbar wurden, die mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen waren. 

Nachdem alle gefangenen Tiere wieder in den See zurückgesetzt worden waren, stand die chemische Untersuchung des Seewassers an. Mithilfe der Messkoffer zur Wasseranalyse, die vom RUZ bereitgestellt wurden, wurden sowohl Wasserproben aus dem Kleinen Bornhorster See als auch aus dem nahegelegenen Geestrandkanal untersucht. Nach dem Vergleichen und Besprechen der Wasseranalysedaten neigte sich die Gewässererkundung allmählich auch schon dem Ende zu und es ging ans Aufräumen. 

Fazit: Die Exkursion wurde von allen Schüler:innen als sehr interessant und gewinnbringend empfunden, da die theoretischen Unterrichtsinhalte zum Thema Ökosystem See nun auch hautnah und live beobachtet werden konnten. Und nicht zu vergessen – wie viel Spaß macht Keschern!? Auch der Biologie Leistungskurs von Herrn Kreker wird mit ca. 20 Schüler:innen aus dem 13. Jahrgang in der kommenden Woche an der Exkursion am Kleinen Bornhorster See teilnehmen. Wir wünschen ihnen sonniges Wetter und tolle Entdeckungen.

Text: Jana Heiungs

Fotos: Philip Wessel