Abitur 2017

Foto: Hauke-Christian Dittrich

Grund zur Freude und zum Feiern gab es vor allem für die Abiturienten, die am Ende ihrer Schulzeit das Reifezeugnis in den Händen halten konnten. In der Lambertikirche, die die Keimzelle des AGO ist, fand am Vormittag des 19. Juni der Festakt statt. Vor der Zeugnisübergabe würdigten der Schulleiter Frank Marschhausen, die Lehrer Heinrich Gode und Jörg Witte, der Elternvertreter Prof. Dr. Hans-Peter Schmidtke sowie die Schüler Nika Andouz und Daniel Schmidtke die wegweisende Bedeutung der Schulzeit am AGO in Rück- und Ausblicken. Neben den Reden wurde die Veranstaltung musikalisch durch den Oberstufenchor und das Orchester begleitet.

Viele Abiturienten der Jahrgänge 1967 und 1957 waren zum Festakt erschienen und nahmen Erinnerungsurkunden entgegen. ‚Standing Ovations‘ erhielt Hans von Seggern, der sein Abitur bereits im Jahr 1933 am Alten Gymnasium Oldenburg abgelegt hat.

Nach der Zeugnisübergabe ging es zunächst zum Sektempfang ins Foyer der Schule und später zum Abiball in die Weser-Ems-Halle, wo bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.

Das Manuskript der Rede von Jörg Witte, kann hier eingesehen werden.

Fotos: Hauke-Christian Dittrich

Abschied vom Berufsleben

Von einer Kollegin und vier Kollegen hat sich das AGO am Ende des Schuljahres verabschiedet. Almut Steinbrink, Uwe Dallinga, Heinrich Gode, Albrecht Sellen und Burkhard Weinert sind nach vielen Berufsjahren und langer Zugehörigkeit zum AGO in den Ruhestand gegangen. Im Rahmen einer sehr herzlichen, beschwingten und kurzweiligen Verabschiedungsfeier, in der nicht nur der Schulleiter, sondern auch der Personalrat und die Fachkollegen die Verdienste und besonderen Leistungen der künftigen Pensionäre gewürdigt haben, fiel bei freundlichen Worten, sportlichen, musikalischen und künstlerischen Aktivitäten der Abschied nicht ganz so schwer. Für das AGO ist der Weggang der Kollegen und der Kollegin ein echter Aderlass, zumal in diesem Schuljahr auch schon Gabriele Geissler und Harry Schäfer in den Ruhestand getreten sind.

Am Ende gab es auch Tränen

Das Sommerkonzert II, bei dem die Chöre und Orchester der höheren Jahrgänge eine Vielzahl von Stücken der klassischen Musik, der Filmmusik sowie klassische Lieder und Popsongs aus ihrem breit gefächerten Repertoire vorstellen, ist immer auch eine Veranstaltung des Abschieds. Einerseits neigt sich wieder ein Schuljahr deutlich dem Ende entgegen, in dem viele Proben, Chor- und Orchesterfahrten und Aufführungen die Musiker der Schule zu einem riesigen Ensemble haben werden lassen. Andererseits ist es für viele Abiturienten das letzte große Schulkonzert, an dem sie aktiv teilnehmen. Die Musiklehrkräfte, die die Schüler häufig während der gesamten Schulzeit in den Musik-AG’s begleitet haben, verabschieden die Absolventen nach den Darbietungen nicht nur mit einer roten Rose, sondern auch mit persönlichen Worten, durch die die enge Bindung in der Musikereinheit und die Bedeutung der verbindenden Musik sehr deutlich werden. Bei einigen Schülern fließen dann auch Abschiedstränen.

Es hat sich eingebürgert, dass die Abiturienten den Lehrkräften als Dank und den Konzertteilnehmern zum Abschied ein Lied ’schenken‘, das sie eigenständig eingeübt haben. 2017 war es sinnfällig von ABBA „Thank you for the music„.

 

Fotos: Hauke-Christian Dittrich

Bundestagsabgeordneter Stephan Albani bewirbt Europa

Im Rahmen des EU- Projekttages besuchte Bundestagsabgeordneter Stefan Albani (CDU) das Alte Gymnasium Oldenburg. Er  diskutierte am letzten Montag mit den Schülern über Errungenschaften und Probleme der Europäischen Union, wobei er deutlich machte, dass die EU nach dem Brexit an Standfestigkeit verloren hätte. Er wünschte dem neuen französischen Staatspräsidenten Macron ein geschicktes Händchen, die dringend erforderlichen Reformen umsetzen zu können, da sonst ein weiterer Pfeiler der EU wegzubrechen drohe.
Stephan Albani traf bei den etwa 120 Zuhörern der 10. Jahrgangsstufe auf überzeugte Europäer. Die Fragen der Jugendlichen Schüler drehten sich um Themen wie Populismus und Zugehörigkeit zur EU. Auch äußerten Schüler die Sorge, dass politische Entscheidungen über die Köpfe der Jugend hinweg getroffen würden – obwohl sie die Generation von morgen sei und mit den Konsequenzen leben müsse.
Stephan Albani freute sich über das große Interesse der jungen Menschen an Europa und deren gute Fragen und forderte die Jugendlichen auf, sich noch mehr für die EU einzubringen.
Bei dem Besuch stellten die Schüler auch ein von der 10 a angefertigtes Filmprojekt vor, das im Rahmen eines Wettbewerbs der europäischen Kommission angefertigt wurde und die Folgen eines Scheiterns der EU zum Thema hatte.

Der EU-Projekttag findet bereits zum 11. Mal in ganz Deutschland statt, wobei Schülerinnen und Schüler mit Bundesministern, Ministerpräsidenten, Abgeordenten des Deutschendes Bundestages, der Ländeparlamente und des Europaparlamentes sowie Mitarbeitern der EU-Institutionen über aktuelle europapolitische Themen diskutieren.
Der EU-Projekttag lag in diesem Jahr unmittelbar nach der Europawoche, die unter dem Motto „60 Jahre Römische Verträge – Europa im Wandel“ und vom 5. bis 14. Mai an allen Schulen in ganz Deutschland stattfand. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, den EU-Projekttag am 22. Mai durchzuführen. Der Tag geht zurück auf eine Initiative der Bundeskanzlerin zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007. Jugendliche sollen sich an diesem Tag intensiv mit der europäischen Idee beschäftigen. Sie sollen kennenlernen, wie Europa in der Praxis funktioniert.

Auch Bundeskanzlerin Merkel ist wieder dabei. Sie besuchte in diesem Jahr die Kurt-Tucholsky-Oberschule in Berlin Pankow. Das Ziel des EU-Schulprojekttages 2017 ist, dass Schüerinnen und Schüler Europa entdecken und auch mitgestalten.

(Ludger Hillmann)

Frankreichaustausch 2017: Deutsch-französisches Tele-Tandem und IN-Projekt

Nach acht ereignisreichen Tagen am AGO, in Oldenburg und der Umgebung sowie einem schönen Abschlussabend hieß es am 24. März 2017 für unsere Gäste vom Lycée de Kerneuzec aus Quimperlé „Au revoir, Oldenbourg! Au plaisir de vous revoir en Bretagne“.

„Jetzt habe ich mich so lange auf meine Austauschpartnerin gefreut und nun ist alles viel zu schnell vorbei. Schade!“, „Das war viel zu kurz“, „Wir hatten megaviel Spaß, auch nach dem offiziellen Programm“, „Wir haben uns alle supergut verstanden und ganz viel zusammen unternommen“ und „Ich muss jetzt Schlaf nachholen, aber mein Austauschpartner war total nett. Ich freue mich schon auf September“ waren oft gehörte Sätze. Entsprechend tränenreich fiel der Abschied am Freitagabend am französischen Bus aus. Von den insgesamt 30 französischen Austauschpartnern fuhren allerdings nur 26 zurück. Mit Léna, Louise, Angèle und Amandine hat das AGO für die kommenden drei Monate vier neue Gastschülerinnen bekommen. Ab August bzw. September werden dann Henrike, Marit, Johanna und Jule im Rahmen des vom Deutsch-Französischen Jugendwerkes geförderten Brigitte-Sauzay-Programms für drei Monate in Frankreich zur Schule gehen. Dorothee und Charlotte sind bereits in der Bretagne und genießen das französische Leben!

Der diesjährige deutsch-französische Schüleraustausch ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer. Vorbereitet wurde das Projekt zum ersten Mal auf der Plattform des Deutsch-Französischen Jugendwerkes. In diesem „virtuellen“ Klassenzimmer haben die Austauschpartner schon als deutsch-französisches Teletandem gearbeitet, sich durch gemeinsame Aktivitäten (Kennenlern-spiele, Austausch von Filmen und anderen Dokumenten) kennengelernt und das diesjährige Austauschprojekt „L’Homme et la Mer/Der Mensch und das Meer“ vorbereitet.

Ziel des diesjährigen Projektes war die Erstellung einer Fotoausstellung mit begleitenden deutsch-französischen Texten über maritime Berufe im Großraum Oldenburg/Wilhelmshaven, die dann im September in der Bretagne vervollständigt wird. Dafür haben unsere deutsch-französischen Fotoreporterteams am 21.3.2017 verschiedene Betriebe in Oldenburg, Wilhelmshaven, Norddeich und Brake besucht und einen Mitarbeiter ein paar Stunden lang bei der Arbeit begleitet. Von maritimen Forschungsprojekten am ICBM der Uni Oldenburg/Wilhelmshaven, am Senckenberg-Institut oder am Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven, von Erkundungen maritimer Berufe des NLWKN (Nieders. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit Besichtigungen des Huntesperrwerkes, des Jade-Weser-Ports, der Begleitung von Mitarbeitern der Firma Niedersachsen Ports, der Hafenbehörde, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, des Wiking-Helikopter-Services und der Seemannsmission bis hin zu den Arbeiten der Tierpfleger im Aquarium in Wilhelmshaven oder in der Seehundstation in Norddeich war alles dabei. Auch die stürmische Mitfahrt auf dem Forschungsschiff Burchana des NLWKN sowie der spannende Besuch der Einsatzflottille der Bundeswehr werden unseren Reporterteams in guter Erinnerung bleiben.

Ihre Eindrücke in das maritime Berufsfeld haben unsere deutsch-französischen Reporterteams dann in beiden Sprachen dokumentiert und mit Fotos illustriert (hier geht es zu einer Präsentation, die Hannah und Mei-Li angefertigt haben). Der erste Teil der Ausstellung über die maritimen Berufe wurde am Abschlussabend im Foyer des AGO eröffnet. Bei dem Besuch in der Bretagne im September wird das Mosaik der maritimen Berufe noch um einige Facetten ergänzt. Hier werden neben Austernzüchtern, Fischern und Segelmachern vielleicht auch Surflehrer und Weltumsegler etc. zu den Interviewpartnern gehören.

Wegen seines innovativen, interdisziplinären und interkulturellen Ansatzes wurde unser Projekt von der Jury des Deutsch-Französischen Jugendwerkes zu einem von 15 „IN-Projekten“ gewählt und als besonders förderungswürdig eingestuft. Über diese Anerkennung und diese „Finanzspritze“ freuen sich alle Austauschteilnehmer! Und durch die deutsch-französische (Tele-)Tandemarbeit vor, während und nach dem ersten Austauschbesuch wird dieses Projekt auch sprachlich zu einem Gewinn.

Neben der Arbeit am Austauschprojekt standen selbstverständlich noch viele andere schöne Dinge auf dem Programm. So z.B. Ausflüge nach Hamburg, Bremen, Papenburg, eine Stadt- und Theaterführung in Oldenburg, ein Foto-Workshop mit Frau Feldhege und Herrn Gode und deutsch-französischer Teamsport mit Herrn Weinert. Ein besonders schöner Moment war die musikalische Rückfahrt aus Hamburg, bei der der ganze Bus, begleitet von Herrn Duensing an der Gitarre, deutsche und französische maritime Lieder sang. Begeistert von dieser Atmosphäre griff sogar der französische Busfahrer zum Mikro und erwies sich als hervorragender Vorsänger bei einigen französischen Chansons.

Jetzt freuen wir uns auf die Fahrt nach Quimperlé im September, wo neben Einblicken in die maritime Berufswelt der Bretagne und Ausflügen in die nähere Umgebung auch Wellenreiten, Kanu-Touren und eine Besichtigung des Océanopolis in Brest auf dem Austauschprogramm stehen werden.

Weitere Informationen zum deutsch-französischen Austauschprogramm gibt es hier.

 

 

5. BandStand zeigte musikalisches Potential

Am vergangenen Freitag zeigten in der bestens besuchten AGO-Aula Schülerinnen, Schüler aller Jahrgänge, manchmal zusammen mit Lehrkräften oder Eltern ihr vielfältiges musikalisches Können und Interesse.


Der BandStand besticht nicht nur durch die Qualität der vorgestellten Leistungen, sondern vor allem durch die Atmosphäre. Die Musiker nutzen die Veranstaltung, um ihre zumeist privat erprobten Songs auf einer Bühne vorzustellen und ihre Bühnentauglichkeit im schulischen, aber außerunterrichtlichen Umfeld zu zeigen. Neben den Musikern auf der Bühne wurden auch die anderen Tätigkeiten hauptsächlich von Schülerinnen und Schülern übernommen: Moderation, Licht- und Bühnentechnik, fotografische Dokumentation. Die Koordination der sehr gelungenen Veranstaltung lag wieder bei Ralf Beiderwieden.

Fotografien: Lennart Kappel (5. Klasse)


Zwei AGO-Teams beim Bezirksentscheid von ‚Jugend trainiert für Olympia‘

Am Mittwoch, dem 22. Februar 2017, nahmen wir an dem Bezirksentscheid in Ramsloh teil. Die Veranstaltung war ein schulisches Tischtennis-Turnier, das im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“ stattfand. Wir spielten  sowohl im Einzel als auch im Doppel gegen andere Schulen aus dem Weser-Ems-Bezirk. In der Halle des Schulzentrums Saterland hat unsere Gruppe (Leon, Antonio, Thilo, Lennard, Simon, Finn und Tom) in der Wettkampfklasse IV den 2. Platz gemacht und nur knapp gegen den Turniersieger verloren. Die älteren Jungs (Simon, Daniel, Jan Erik, Jonas, Niklas und Georg) haben in der Wettkampfklasse II den 5. Platz belegt. Leider hatte sich ein Tag zuvor Hendrik verletzt und konnte das Team mit seiner guten Spielklasse nicht unterstützen. Wir haben uns gut geschlagen und viele Spiele gewonnen. Insgesamt war es ein toller und erfolgreicher Tag für uns alle. Danke an Markus Völkel und Herrn Wessel für ihre gute Betreuung.

Text: Antonio Ovcharov, 6. Klasse

Fotos: Markus Völkel

Matheolympiade Niedersachsen 2017 – Keno Seefeldt (AGO) qualifiziert sich als einziger Oldenburger für die Bundesrunde

Am Wochenende trafen sich in Göttingen ca. 200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5-12 aus ganz Niedersachsen, die sich über Aufgaben in der Schule für die Landesrunde der Mathematik-Olympiade qualifiziert hatten.

Viele Schüler aus Oldenburg hatten sich nach den Schulrunden an einem Wochenende in einem Mathecamp  auf diese Veranstaltung vorbereitet. Gestärkt auch durch Mathematik-Arbeitsgemeinschaften der Schulen fuhren sie am Freitag gemeinsam mit Lehrkräften nach Göttingen. Auch Zugausfälle konnten ein rechtzeitiges Erscheinen der Oldenburger nicht verhindern.

Am Freitag und am Samstag wurden in Klausurform jeweils drei Aufgaben zur Geometrie, Algebra und Zahlentheorie gelöst. Dabei bekamen die verschiedenen Altersstufen unterschiedliche Aufgaben, die ohne Taschenrechner oder Formelsammlung gelöst werden mussten. Sie gehen nicht nur inhaltlich über das Niveau des Schulstoffs hinaus, sondern erfordern auch abstraktes Denken und Freude am Knobeln. Das macht den Reiz der Aufgaben aus.

Insgesamt haben die Oldenburger erfolgreich abgeschnitten. Zweimal wurde ein erster Preis erreicht und insgesamt gab es 10 Urkunden.

Keno Seefeldt vom Alten Gymnasium Oldenburg hat schon mehrmals teilgenommen und zweimal einen dritten Platz und dreimal einen zweiten Platz erreicht. Diesmal ist er im Jahrgang 11 Erster geworden  und hat sich damit als einziger Schüler aus Oldenburg für die Bundesrunde qualifiziert. Diese findet vom 30.4. bis zum 3.5. 2017 in Bremerhaven statt. Dafür wünschen wir ihm viel Erfolg.

(Text: Dr. Peter Hawighorst, Foto: Seefeldt)

 

Die NWZ hat am 2. März 2017 berichtet.

Exkursion in die Gedenkstätte Bergen-Belsen


Wie in jedem  Jahr haben auch 2017 alle 10. Klassen wieder eine Exkursion zur Gedenkstätte Bergen-Belsen gemacht. Die Fahrten fanden am 14. bzw. 15. Februar statt und wir bekamen eine Führung durch die Gedenkstätte, die mit einem Vortrag begann.

Hierbei erfuhren wir viele interessante und erschütternde Dinge, wie zum Beispiel, dass Bergen-Belsen ursprünglich gar kein Konzentrationslager, sondern ein Kriegsgefangenenlager war, in dem bis 1941 etwa 600 französische und belgische Kriegsgefangene lebten. Ab 1941 kamen dann mehr als 21.000 sowjetische Kriegsgefangene dazu, weswegen das Lager vollkommen überfüllt war und die Menschen teilweise in Erdhöhlen leben mussten. Die Kälte und außerdem Hunger und Krankheiten führten zum Tod von 14.000 Kriegsgefangenen.

1943 wurde der südliche Teil des Lagers an die SS abgetreten, die ein Austauschlager einrichtete, in dem jüdische Menschen gegen deutsche Kriegsgefangene im Ausland getauscht werden sollten. 14.600 jüdische Häftlinge wurden in diesem Austauschlager inhaftiert.  Bis zum April 1945 wurden jedoch nur 2.560 davon gegen deutsche Kriegsgefangene ausgetauscht.  Kurze Zeit später wurden dann die frontnahen  Konzentrationslager geräumt und die Häftlinge wurden von dort nach Bergen-Belsen überstellt, es waren ca. 85.000 und das Lager war hoffnungslos überfüllt. Man mag sich kaum vorstellen, wie die Menschen dort gelitten haben.

Durch mangelnde Hygiene und die sich dadurch ausbreitenden Seuchen gab es bis zur Befreiung durch die Briten am 15. April 1945 im neu entstandenen Konzentrationslager ca.  52.000 Tote und im Kriegsgefangenenlager ca. 19.700 Tote. Für die knapp 29.000 Überlebenden wurde ein Nothospital eingerichtet und die Baracken wurden niedergebrannt, um die Seuchen zu bekämpfen. Danach wurde Bergen-Belsen zum Displaced-Persons-Camp, das heißt, dass die Menschen, die nicht wussten, wo sie hinsollten, noch bis zur Auflösung des Camps 1950 dortblieben. Der erste Prozess im Fall Bergen-Belsen fand Ende 1945 statt, ein Jahr später wurde ein Mahnmal aufgestellt.

Nach dem Vortrag haben wir uns dann das Außengelände angesehen.  Es handelt sich um eine riesige Freifläche, auf der viele Gedenk- und Grabsteine stehen. Von dem Lager selbst sind nur noch wenige Mauerreste zu sehen, dadurch war es schwer, sich vorzustellen, wie es dort früher einmal ausgesehen hat. Das gesamte Gelände wurde zu einem Friedhof erklärt, weil gar nicht klar ist, wo überall Leichen vergraben sind. Hier gibt für Angehörige die Möglichkeit, eine Grabtafel aufstellen zu lassen. Das Areal war zu groß, um alles zu sehen.

Zum Schluss haben wir noch das Museum besichtigt, in dem zum Beispiel Gegenstände der Gefangenen ausgestellt sind und man sich Interviews mit Überlebenden anschauen kann. Hier wurde uns erst richtig bewusst, welche schrecklichen Ausmaße Bergen-Belsen tatsächlich gehabt hat.  Obwohl es eigentlich zunächst kein Konzentrationslager war, sind hier unglaublich viele Menschen unter schrecklichsten Bedingungen zu Tode gekommen. Das unvorstellbare Leid wurde durch die Darstellung einzelner Schicksale verdeutlicht und das hat uns persönlich sehr berührt. Die Berichte der Überlebenden waren schon sehr erschütternd.

Es ist unserer Meinung nach sehr wichtig, auch einmal persönlich an so einem Ort gewesen zu sein, um zu verstehen, was damals passiert ist. Nur durch schulischenUnterricht kann einem das Thema einfach nicht so nahe gebracht werden, wie in einer Gedenkstätte.

Text: Katja Brummer und Jule Peters (10 a)