Exkursion in die Gedenkstätte Bergen-Belsen

Exkursion in die Gedenkstätte Bergen-Belsen


Wie in jedem  Jahr haben auch 2017 alle 10. Klassen wieder eine Exkursion zur Gedenkstätte Bergen-Belsen gemacht. Die Fahrten fanden am 14. bzw. 15. Februar statt und wir bekamen eine Führung durch die Gedenkstätte, die mit einem Vortrag begann.

Hierbei erfuhren wir viele interessante und erschütternde Dinge, wie zum Beispiel, dass Bergen-Belsen ursprünglich gar kein Konzentrationslager, sondern ein Kriegsgefangenenlager war, in dem bis 1941 etwa 600 französische und belgische Kriegsgefangene lebten. Ab 1941 kamen dann mehr als 21.000 sowjetische Kriegsgefangene dazu, weswegen das Lager vollkommen überfüllt war und die Menschen teilweise in Erdhöhlen leben mussten. Die Kälte und außerdem Hunger und Krankheiten führten zum Tod von 14.000 Kriegsgefangenen.

1943 wurde der südliche Teil des Lagers an die SS abgetreten, die ein Austauschlager einrichtete, in dem jüdische Menschen gegen deutsche Kriegsgefangene im Ausland getauscht werden sollten. 14.600 jüdische Häftlinge wurden in diesem Austauschlager inhaftiert.  Bis zum April 1945 wurden jedoch nur 2.560 davon gegen deutsche Kriegsgefangene ausgetauscht.  Kurze Zeit später wurden dann die frontnahen  Konzentrationslager geräumt und die Häftlinge wurden von dort nach Bergen-Belsen überstellt, es waren ca. 85.000 und das Lager war hoffnungslos überfüllt. Man mag sich kaum vorstellen, wie die Menschen dort gelitten haben.

Durch mangelnde Hygiene und die sich dadurch ausbreitenden Seuchen gab es bis zur Befreiung durch die Briten am 15. April 1945 im neu entstandenen Konzentrationslager ca.  52.000 Tote und im Kriegsgefangenenlager ca. 19.700 Tote. Für die knapp 29.000 Überlebenden wurde ein Nothospital eingerichtet und die Baracken wurden niedergebrannt, um die Seuchen zu bekämpfen. Danach wurde Bergen-Belsen zum Displaced-Persons-Camp, das heißt, dass die Menschen, die nicht wussten, wo sie hinsollten, noch bis zur Auflösung des Camps 1950 dortblieben. Der erste Prozess im Fall Bergen-Belsen fand Ende 1945 statt, ein Jahr später wurde ein Mahnmal aufgestellt.

Nach dem Vortrag haben wir uns dann das Außengelände angesehen.  Es handelt sich um eine riesige Freifläche, auf der viele Gedenk- und Grabsteine stehen. Von dem Lager selbst sind nur noch wenige Mauerreste zu sehen, dadurch war es schwer, sich vorzustellen, wie es dort früher einmal ausgesehen hat. Das gesamte Gelände wurde zu einem Friedhof erklärt, weil gar nicht klar ist, wo überall Leichen vergraben sind. Hier gibt für Angehörige die Möglichkeit, eine Grabtafel aufstellen zu lassen. Das Areal war zu groß, um alles zu sehen.

Zum Schluss haben wir noch das Museum besichtigt, in dem zum Beispiel Gegenstände der Gefangenen ausgestellt sind und man sich Interviews mit Überlebenden anschauen kann. Hier wurde uns erst richtig bewusst, welche schrecklichen Ausmaße Bergen-Belsen tatsächlich gehabt hat.  Obwohl es eigentlich zunächst kein Konzentrationslager war, sind hier unglaublich viele Menschen unter schrecklichsten Bedingungen zu Tode gekommen. Das unvorstellbare Leid wurde durch die Darstellung einzelner Schicksale verdeutlicht und das hat uns persönlich sehr berührt. Die Berichte der Überlebenden waren schon sehr erschütternd.

Es ist unserer Meinung nach sehr wichtig, auch einmal persönlich an so einem Ort gewesen zu sein, um zu verstehen, was damals passiert ist. Nur durch schulischenUnterricht kann einem das Thema einfach nicht so nahe gebracht werden, wie in einer Gedenkstätte.

Text: Katja Brummer und Jule Peters (10 a)