Frankreichaustausch 2017: Deutsch-französisches Tele-Tandem und IN-Projekt

Frankreichaustausch 2017: Deutsch-französisches Tele-Tandem und IN-Projekt

Nach acht ereignisreichen Tagen am AGO, in Oldenburg und der Umgebung sowie einem schönen Abschlussabend hieß es am 24. März 2017 für unsere Gäste vom Lycée de Kerneuzec aus Quimperlé „Au revoir, Oldenbourg! Au plaisir de vous revoir en Bretagne“.

„Jetzt habe ich mich so lange auf meine Austauschpartnerin gefreut und nun ist alles viel zu schnell vorbei. Schade!“, „Das war viel zu kurz“, „Wir hatten megaviel Spaß, auch nach dem offiziellen Programm“, „Wir haben uns alle supergut verstanden und ganz viel zusammen unternommen“ und „Ich muss jetzt Schlaf nachholen, aber mein Austauschpartner war total nett. Ich freue mich schon auf September“ waren oft gehörte Sätze. Entsprechend tränenreich fiel der Abschied am Freitagabend am französischen Bus aus. Von den insgesamt 30 französischen Austauschpartnern fuhren allerdings nur 26 zurück. Mit Léna, Louise, Angèle und Amandine hat das AGO für die kommenden drei Monate vier neue Gastschülerinnen bekommen. Ab August bzw. September werden dann Henrike, Marit, Johanna und Jule im Rahmen des vom Deutsch-Französischen Jugendwerkes geförderten Brigitte-Sauzay-Programms für drei Monate in Frankreich zur Schule gehen. Dorothee und Charlotte sind bereits in der Bretagne und genießen das französische Leben!

Der diesjährige deutsch-französische Schüleraustausch ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer. Vorbereitet wurde das Projekt zum ersten Mal auf der Plattform des Deutsch-Französischen Jugendwerkes. In diesem „virtuellen“ Klassenzimmer haben die Austauschpartner schon als deutsch-französisches Teletandem gearbeitet, sich durch gemeinsame Aktivitäten (Kennenlern-spiele, Austausch von Filmen und anderen Dokumenten) kennengelernt und das diesjährige Austauschprojekt „L’Homme et la Mer/Der Mensch und das Meer“ vorbereitet.

Ziel des diesjährigen Projektes war die Erstellung einer Fotoausstellung mit begleitenden deutsch-französischen Texten über maritime Berufe im Großraum Oldenburg/Wilhelmshaven, die dann im September in der Bretagne vervollständigt wird. Dafür haben unsere deutsch-französischen Fotoreporterteams am 21.3.2017 verschiedene Betriebe in Oldenburg, Wilhelmshaven, Norddeich und Brake besucht und einen Mitarbeiter ein paar Stunden lang bei der Arbeit begleitet. Von maritimen Forschungsprojekten am ICBM der Uni Oldenburg/Wilhelmshaven, am Senckenberg-Institut oder am Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven, von Erkundungen maritimer Berufe des NLWKN (Nieders. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit Besichtigungen des Huntesperrwerkes, des Jade-Weser-Ports, der Begleitung von Mitarbeitern der Firma Niedersachsen Ports, der Hafenbehörde, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, des Wiking-Helikopter-Services und der Seemannsmission bis hin zu den Arbeiten der Tierpfleger im Aquarium in Wilhelmshaven oder in der Seehundstation in Norddeich war alles dabei. Auch die stürmische Mitfahrt auf dem Forschungsschiff Burchana des NLWKN sowie der spannende Besuch der Einsatzflottille der Bundeswehr werden unseren Reporterteams in guter Erinnerung bleiben.

Ihre Eindrücke in das maritime Berufsfeld haben unsere deutsch-französischen Reporterteams dann in beiden Sprachen dokumentiert und mit Fotos illustriert (hier geht es zu einer Präsentation, die Hannah und Mei-Li angefertigt haben). Der erste Teil der Ausstellung über die maritimen Berufe wurde am Abschlussabend im Foyer des AGO eröffnet. Bei dem Besuch in der Bretagne im September wird das Mosaik der maritimen Berufe noch um einige Facetten ergänzt. Hier werden neben Austernzüchtern, Fischern und Segelmachern vielleicht auch Surflehrer und Weltumsegler etc. zu den Interviewpartnern gehören.

Wegen seines innovativen, interdisziplinären und interkulturellen Ansatzes wurde unser Projekt von der Jury des Deutsch-Französischen Jugendwerkes zu einem von 15 „IN-Projekten“ gewählt und als besonders förderungswürdig eingestuft. Über diese Anerkennung und diese „Finanzspritze“ freuen sich alle Austauschteilnehmer! Und durch die deutsch-französische (Tele-)Tandemarbeit vor, während und nach dem ersten Austauschbesuch wird dieses Projekt auch sprachlich zu einem Gewinn.

Neben der Arbeit am Austauschprojekt standen selbstverständlich noch viele andere schöne Dinge auf dem Programm. So z.B. Ausflüge nach Hamburg, Bremen, Papenburg, eine Stadt- und Theaterführung in Oldenburg, ein Foto-Workshop mit Frau Feldhege und Herrn Gode und deutsch-französischer Teamsport mit Herrn Weinert. Ein besonders schöner Moment war die musikalische Rückfahrt aus Hamburg, bei der der ganze Bus, begleitet von Herrn Duensing an der Gitarre, deutsche und französische maritime Lieder sang. Begeistert von dieser Atmosphäre griff sogar der französische Busfahrer zum Mikro und erwies sich als hervorragender Vorsänger bei einigen französischen Chansons.

Jetzt freuen wir uns auf die Fahrt nach Quimperlé im September, wo neben Einblicken in die maritime Berufswelt der Bretagne und Ausflügen in die nähere Umgebung auch Wellenreiten, Kanu-Touren und eine Besichtigung des Océanopolis in Brest auf dem Austauschprogramm stehen werden.

Weitere Informationen zum deutsch-französischen Austauschprogramm gibt es hier.