Game Over...

Game Over...

… hieß es am Schluss. Das Seminarfach „Großstadt“ bereiste auf seiner Kursfahrt Berlin – die deutsche Großstadt schlechthin. Hier kulminieren und explodieren seit Jahrhunderten politische, ökonomische, kulturelle und soziale Veränderungen und zeigen sich in permanenter städtebaulicher Regsamkeit. 

Das Hostel ‚Meinininger Alexanderplatz‘ bot uns für eine Woche nicht nur Obdach und Frühstück, sondern verwöhnte uns aus den Zimmern mit einem herrlichen Blick über Mitte und auf den Fernsehturm. Ein Stadtspaziergang durch das Scheunenviertel führte uns exemplarisch die Folgen des 2. Weltkriegs für Menschen und Architektur anschaulich vor Augen, als wir vor The Missing House  des französischen Künstlers Christian Boltanski, der Jüdischen Synagoge und dem Tacheless standen. Einem Ur-Prenzlauer Bürger gelang es, uns im Rahmen eines Kiezspaziergangs durch die Oderberger Straße das Leben vor und nach der Wende nachempfinden zu lassen. Anschließend konnten im Museum der Kulturbrauerei  Exponate uns den Alltag in der DDR gegenständlich vor Augen führen. In direkter Nähe der Kulturbrauerei  befindet sich der Jüdische Friedhof, dessen morbide Ausstrahlung an das Leben und Sterben vieler Menschen erinnert. Der Besuch des Humboldtforums auf dem Alexanderplatz war gleichzeitig Reise in die Vergangenheit der deutschen Monarchie, des Nationalsozialismus und der DDR, aber auch in eine Zukunft, die von Vielfalt und Offenheit geprägt sein soll. In der wiedereröffneten Neuen Nationalgalerie hieß es ‚Ready to enter‘. Im Rahmen einer museumspädagogischen Veranstaltung sollte die Ausstellung einzigartiger  künstlerischer Exponate im traumhaften Museumsbau entdeckt werden. Das Fotografiemuseum C/O Berlin im ehemaligen Amerikahaus am Bahnhof Zoo zeigte eine Fülle von Bildern des amerikanischen Fotografen Lee Friedlander. Theater gab es in der Schaubühne am Lehniner Platz. Viel Kultur und spannendes Metropolenleben! Dabei und dazwischen gab es gute Gespräche, Shopping, Essen und Trinken und vor allem viel Spaß. Und zum Schluss hieß es dann tatsächlich Game Over. In einem ehemaligen Casino am Nollendorfplatz hat die Streetartgruppe ‚Die Dixons‘ eine Streetart-Ausstellung auf Zeit eingerichtet. Künstler und Ausrichter führten uns nicht nur durch die eindrucksvoll gestalteten realen Räume, sondern eröffneten auch virtuelle Welten mit NFT- und AR-Werken. Berlin – ick liebe dir!!!

 

Text & Fotos: A. Feldhege