Ganztagsschule

 Organisationsform und Konzept

1. Organisationsform des Angebots für den offenen Ganztag 

  •  für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7

Das Angebot für den offenen Ganztag am Alten Gymnasium richtet sich zunächst an die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7. Die Anmeldung zu den Ganztagsangeboten erfolgt auf freiwilliger Basis durch die Erziehungsberechtigten. Mit der Anmeldung verpflichten sich die Schülerinnen und Schüler zu regelmäßiger Teilnahme an den gewählten Angeboten für die Dauer eines Schulhalbjahres. Dabei kann die Anmeldung sowohl für die gesamte Ganztagswoche als auch für einzelne Tage erfolgen.

  • an drei Wochentagen im Zeitraum zwischen 13.15 (Ende der sechsten Stunde) und 16.00 Uhr bzw. 16.30 Uhr (je nach gewählter Aktivität)

Der Umfang erstreckt sich nach gegenwärtigem Planungsstand als verlässliches Angebot im Sinne des pädagogischen Konzeptes (siehe unten) über mindestens drei Wochentage im Zeitraum zwischen 13.15 (Ende der sechsten Stunde) und 16.00 Uhr bzw. 16.30 Uhr (je nach gewählter Aktivität), wobei eine genaue Festlegung der Tage die Bedürfnisse und Möglichkeiten aller am Ganztag Beteiligten berücksichtigen muss. Als Schultage mit Ganztagsangebot sind zur Zeit der Montag, Dienstag und Donnerstag orgesehen.

  • „Lernen und Entwickeln“, „Spielen und Erholen“, „Mitgestalten und Verantworten“ sowie „Sich begegnen und Miteinander kommunizieren“

Den Kern des Angebotes bildet neben der Mittagsverpflegung die Hausaufgabenbetreuung und/oder individuelle Nachhilfe, die zur Gewährleistung der Planungssicherheit sowohl für die Erziehungsberechtigten als auch für die Schule fest in die Ganztagsstruktur integriert sind. Je nach zusätzlich belegten Aktivitäten aus dem Ganztagsangebot gestaltet sich daraus dann für die Schülerinnen und Schüler ein individueller Nachmittag, der sich an den Kernbedürfnissen „Lernen und Entwickeln“, „Spielen und Erholen“, „Mitgestalten und Verantworten“ sowie „Sich begegnen und Miteinander kommunizieren“ orientiert. Der Lernraum Schule wird somit zum Lebensraum am Alten Gymnasium.

2. Pädagogische Grundlagen der Ganztagsarbeit am Alten Gymnasium (Auszug aus dem Ganztagskonzept

Als Bildungsinstitution blickt das Alte Gymnasium Oldenburg auf eine mehr als 400-jährige Tradition in Oldenburg zurück. Gemäß unserer Leitlinie „… wagen und bewahren“ leiten wir als Schule aus dieser historischen Besonderheit auch eine besondere Verpflichtung gegenüber der Gegenwart ab . Während in vergangenen Jahrhunderten die Wertevermittlung und Erziehung junger Heranwachsender eingebettet war in ein überwiegend geschlossenes stabiles soziales und institutionelles Umfeld, öffnet sich die heutige Gesellschaft in zunehmend großem Tempo in allen Bereichen. Die damit einhergehende Steigerung individualisierender Möglichkeiten führt gleichzeitig zu einem Verschwimmen verlässlicher Strukturen und verlangt somit insbesondere von den jungen Heranwachsenden ein immer höheres Maß an eigenständiger und selbstverantwortlicher Orientierung und Entscheidung. Innere Stabilität und Stärke werden zu grundlegenden Kompetenzen für flexibles Handeln in einer globalisierten Welt. Um diese Kompetenzen entwickeln zu können, bedarf es aber eines Rahmens, der das Bedürfnis junger Heranwachsender nach Halt, Orientierung und Geborgenheit bereit stellen kann.

  • Den Einzelnen stärken, die Vielfalt fördern 

Mit zunehmender Heterogenität und Komplexität der Gesellschaft wachsen auch die Erwartungen an den Einzelnen. Neben dem Erwerb fachlicher und methodischer Kompetenzen für lebenslanges Lernen muss eine Schule, die sich der Vorbereitung des Einzelnen auf aktive Teilhabe an zukünftigen gesellschaftlichen Prozessen verpflichtet, den Schülerinnen und Schüler somit auch die Möglichkeit eröffnen, sich ihrer eigenen Stärken bewusst zu werden und diese ausbauen zu können. Im gleichen Maße tragen in diesem Zusammenhang das Erkennen von individuellen Schwächen und Stärken sowie der produktive Umgang mit diesen eine zentrale Bedeutung. In der konkreten Umsetzung dieses Anspruchs individuellen Förderns und Forderns erweitert und differenziert das Ganztagsangebot am Alten Gymnasium Oldenburg den Raum, der es dem einzelnen Lernenden ermöglicht, Selbstbewusstsein zu entwickeln, sein Selbstwertgefühl zu stärken und Sozialkompetenzen aufzubauen.

  • Persönlichkeitsbildung als Teil einer kommunalen Bildungslandschaft 

Das Zusammenwirken formal-schulischer und non-formaler Bildungssysteme, wie sie auch das Rahmenkonzept zur Kooperativen Ganztagsbildung der Stadt Oldenburg  formuliert, ist ein zentrales Charakteristikum der Ganztagsbildung. Nur über die Öffnung der Schule in den außerschulischen Bereich hinein kann die Angebotsvielfalt gewährleistet werden, die dem Bildungsanspruch im Sinne des Ganztagsgedankens gerecht wird. Über die Bereitstellung eines „multiprofessionellen Teams und institutionelle Kooperationen“  verfolgt das Alte Gymnasium Ausbildung und Identitätsbildung des Einzelnen mit den Zielperspektiven der kulturellen und materiellen Reproduktion (Ausbildung), der Sozialintegration und Persönlichkeitsentwicklung (Identitätsbildung).

  • Chancengleichheit erhöhen durch verlässliche Betreuungsangebote 

Der gesellschaftliche Individualisierungsprozess ist auch verbunden mit dem Wandel von traditionellen familiären Strukturen hin zu Einelternfamilien; Konstellationen, in denen beide Elternteile berufstätig sein wollen oder müssen sowie Familien mit Trennungs- bzw. Scheidungsproblematiken gehören heute zur sozialen Realität von Kindern und Jugendlichen. Als unmittelbare Folge gehen innerfamiliäre Betreuungsmöglichkeiten zurück und führen so gerade in Bezug auf Kinder im jüngeren Alter ebenfalls zu einem Rückgang sozialer Kontaktchancen im außerfamiliären Umfeld (in Vereinen, Verbänden etc.) . Dem daraus erwachsenden Bedarf und vielfachen Wunsch von Eltern nach kompetenter und verlässlicher Begleitung in Erziehung und Betreuung des Kindes möchte das Alte Gymnasium in seinem Ganztagsangebot im Sinne der Stärkung, Entlastung und Stützung der Familien gerecht werden ohne die Familie in ihrer erzieherischen Verantwortung zu ersetzen.

Fazit 

Mit der Ausgestaltung des Ganztagsangebotes am Alten Gymnasium wird der Lernort Schule immer mehr zum Lebensort. Im Bewusstsein ihrer eigenen Tradition öffnet sich die Schule stetig den Bedürfnissen junger Heranwachsender und ihrer Familien und somit dem außerschulischen Umfeld – in der zunehmenden Vernetzung als Teil der kommunalen Bildungslandschaft verstärken sich so die Möglichkeiten, gemäß der eigenen Leitlinie, dem Einzelnen Räume zu öffnen. Das Ganztagsangebot trägt somit wesentlich zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler bei, indem es unseren Anspruch, den Einzelnen zu stärken, die Vielfalt zu fördern und Fremdes vertraut zu machen, unterstützt.

Der Wille, als verlässlicher Begleiter umfassender Erziehungs- und Bildungsprozesse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stützen, geht einher mit einer Differenzierung der Lernkultur und der Förderungsintensität. Diese Differenzierung begreifen wir gleichzeitig als Chance zur Qualitätssteigerung und –sicherung eigener schulischer und soziokultureller Strukturen.

Vor allem in den Bereichen der Profilschwerpunkte des Alten Gymnasiums bietet die Ausgestaltung des Ganztagsangebotes zahlreiche Möglichkeiten zur Stärkung des Schulprofils beizutragen. So sollen die Angebote insbesondere die praktische Arbeit und Umsetzung von Inhalten aus dem musisch-künstlerischen sowie dem sportlichen Bereich, aus den Sprachen und Naturwissenschaften sowie dem Bereich der Wirtschaftslehre ergänzend unterstützen.