Seminarfächer

„Im Seminarfach stehen fachübergreifende und fächerverbindende Problemstellungen und die Einübung verschiedener Methoden im Vordergrund. Es sind verschiedene Arbeitsformen sowie verschiedene Verfahren der Präsentation und der Erörterung von Ergebnissen anzuwenden. (…) Im Seminarfach wird von jeder Schülerin oder jedem Schüler in einem der Schulhalbjahre eine Facharbeit geschrieben.“

Das Seminarfach soll der Verbesserung der Studierfähigkeit durch die gezielte Hinführung zu selbstständigem Lernen und wissenschaftspropädeutischem Arbeiten dienen. Es zielt auf die umfassende Vermittlung aller erforderlichen Kompetenzen. Im oben stehenden Zitat werden die Grundlagen des innerhalb der Oberstufenorganisation noch relativ jungen Seminarfaches angesprochen:

  • Das Seminarfach dient der Einführung und Einübung in verschiedene Methoden und Arbeitsformen,
  • dabei stehen Fächer übergreifende und Fächer verbindende Themen im Vordergrund,
  • zur Förderung des wissenschaftspropädeutischen Arbeitens wird eine Facharbeit geschrieben.

Zu den grundlegenden Lern- und Arbeitsmethoden gehören jene der

  • Informationsbeschaffung
  • Informationsbearbeitung und -bewertung
  • Ergebniserstellung und -bewertung
  • Ergebnispräsentation

Somit wird klar, dass das Seminarfach in erster Linie der Stärkung und Ausbildung der methodischen Kompetenz unserer Schülerinnen und Schüler dient. Hierbei ist es unerlässlich, dass selbstständiges, selbst bestimmtes und selbst verantwortliches Lernen gefördert wird. Eine Modifikation der jeweiligen Rolle der Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte ist dabei durchaus beabsichtigt: die Lehrkraft sieht ihre Rolle hauptsächlich als Moderator und Initiator selbst verantwortlichen Lernens, während die Schülerinnen und Schüler durch stärkere aktive Einbindung in den Unterrichtsprozess durch Mitgestaltung und Verbesserung der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit mehr Verantwortung bei der Reflexion des eigenen Lernprozesses übernehmen.

Folgende Inhalte sind im Seminarfach vorgesehen:

  • Lernen am Original: Forschendes und entdeckendes Lernen, Experimentieren.
  • Lernen in komplexen Zusammenhängen: systematisches Denken, Denken in Modellen, Erkennen inhaltlicher Zusammenhänge über Fächer- und Schulgrenzen hinaus.
  • Handlungsorientiertes Lernen: Arbeitsmöglichkeiten, die auf Anwendungs- und Handlungsorientierung zielen.
  • Selbst bestimmtes und selbst verantwortliches Lernen: Selbstständigkeit und die Fähigkeit, sich in einer Gruppe zu behaupten, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.

Im 2. Halbjahres wird die Facharbeit im Rahmen und im Zusammenhang mit der Themenstellung des jeweiligen Seminarfachs angefertigt.

Am Alten Gymnasium Oldenburg werden wechselnde Seminarfachthemen angeboten, von denen einige immer wieder aufgenommen werden, da sie an einen Schulaustausch gebunden sind. – Grundsätzlich sind die Studienfahrten an die Seminarfächer gebunden, sodass themenbezogene Reiseziele ausgesucht werden, die Lerninhalte erlebbar machen. —  Das Seminarfach kann von den Schülerinnen und Schülern frei und nach Interessensgebiet gewählt werden.

Weitere allgemeingültige Informationen zum Seminarfach am AGO (Stand: Oktober, 2016)

Information zu den Seminarfächern (Abitur 2019)

Wahlbogen für die Seminarfächer (Abitur  2019)

Antrag auf Verlängerung der Abgabefrist für eine Facharbeit

Seminarfachthemen Abitur 2019:

Herr Dr. Drüding: Was ist Krieg? Kriege, Kriegsinszenierungen und Kriegsmemoria

Herr Dr. Lemmler: Der naturwissenschaftliche Erkenntnisweg

Frau Möhlmann: Kulturstadt Wien

Herr Müsker: Rom – Leben in der Hauptstadt der Welt

Frau Roßdeutscher, Herr Boden: Fußball – Die schönste Nebensache der Welt!?

Herr Dr. Wuttke, Herr Hillmann: Israel

Seminarfachthemen Abitur 2018:

Frau Beckhaus: Nanoscience (in Verbindung mit dem NanOlabor)

Herr Hillmann: China (in Verbindung mit dem Chinaprojekt)

Frau Kirchhoff: Darstellendes Spiel

Herr Roeder: Italien zwischen Antike und Moderne

Herr Scheele/Frau Rose: Sport und Gesellschaft

Seminarfachthemen Abitur 2017:

Frau Feldhege, Herr Gode: Fotografie

Frau Klostermann: Kanada

Herr Lemmler: Naturwissenschaften

Frau Roßdeutscher: Polen (in Verbindung mit dem Polenaustausch)

Herr Stöcker: Star Wars

Herr Witte: Israel (in Verbindung mit dem Israelprojekt)

Seminarfach: NanoScience – Leitung: Silvia Beckhaus

Das Seminarfach „NanoScience“ des Alten Gymnasiums Oldenburg besuchte auf seiner Fahrt in die Schweiz große Konzerne der Pharmaindustrie

Ein Teil des Kurses vor einem Bild des CMS
Ein Teil des Kurses vor einem Bild des CMS

sowie Organisationen, die sich intensiv mit den kleinsten Teilchen beschäftigen. Die 19 Schülerinnen und Schüler hatten sich durch umfangreiche Facharbeiten bereits mit dem Themenkomplex der Nanotechnologie, der sich durch alle Naturwissenschaften zieht, vertraut gemacht. Unter der Leitung von Frau Silvia Beckhaus und Herrn Ludger Hillmann waren sie nun unterwegs, die verschiedenen Bereiche der Anwendung von Nanopartikeln zu erforschen und vertiefende Fachkenntnisse zu sammeln.

Die erste Station bildete die Novartis AG, ein Biologie- und Pharmaunternehmen mit Sitz in Basel, welches sich zu den Unternehmen mit den höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung zählen kann. Die Schülerinnen und Schüler gingen mit Frau Chris, einer Mitarbeiterin der Novartis AG, in einem Schülerlabor auf „die Suche nach der Wundermedizin“. Sie konnten hier viele Informationen zur Herstellung von Medikamenten mitnehmen sowie ihre eigene DNA in einem mehrschrittigen Experiment isolieren und sichtbar machen. Im Anschluss wurde die Basler Innenstadt erkundet und wichtige Sehenswürdigkeiten in Kurzreferaten vorgestellt. Den nächsten Tag prägte zunächst eine Führung durch das Büro der Vereinten Nationen in Genf, welche trotz der abweichenden Thematik vom Kursthema für viele Schülerinnen und Schüler ein beeindruckendes und interessantes Erlebnis darstellte. Der Rundgang durch das Gebäude der UN thematisierte nicht nur die Geschichte der Vereinten Nationen selbst, sondern auch einige Aufgaben der Charta, beispielsweise die Sicherung des Weltfriedens, die Millenium-Entwicklungsziele und den Schutz der Menschenrechte. Am Nachmittag stand dann die Führung durch die Europäische Organisation für Kernforschung, das CERN, auf dem Programm. Ein einleitender Vortrag über die physikalische Grundlagenforschung, die mit Hilfe von Teilchenbeschleunigern und herbeigeführten Kollisionen von Protonen betrieben wird, zeichnete bereits die enorme Komplexität der Kernphysik ab. Zudem machte der Redner klar, dass riesige Maschinen benötigt werden, um die kleinsten Teilchen sichtbar machen und erforschen zu können. Teile dieser Maschinen durfte der Kurs im Anschluss besichtigen. Dazu fuhr man, angeleitet von einem kundigen Mitarbeiter, mit einem Fahrstuhl 67 Meter unter die Erde. Auch das Kontrollzentrum eines Elektronenbeschleunigers durfte der Kurs besuchen, welches in Frankreich liegt, sodass eine Busfahrt von Genf nach Frankreich erforderlich war. Der nächste Tag begann wieder in Basel und sah eine Stadtbesichtigung von Freiburg vor. Auch hier wurden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von einzelnen Schülern vorgestellt. Als Abrundung des Tages nahm der Kurs an der Ganter Brauerei-Erlebnisführung teil. Am letzten Tag der Kursfahrt besuchten die Schülerinnen und Schüler das drittgrößte Pharmaunternehmen der Welt, die Hoffmann-La Roche AG. Um dorthin zu gelangen, nutzten sie eine der Rheinfähren, welche zu Basels besonderen Sehenswürdigkeiten zählen, da sie ohne Motor betrieben werden und nur mit der Kraft der Strömung des Rheins fahren. La Roche ermöglichte den Schülerinnen und Schülern tiefe Einblicke in die verschiedenen Berufsfelder der Chemie und Physik. Sie bekamen Labore und Experimente gezeigt sowie Vorgänge und Arbeitsweisen erklärt, sodass keine Fragen offen blieben. Anschließend lud das Unternehmen den Kurs zu einem Drei-Gänge-Menü ein, an dem auch Mitarbeiter teilnahmen, sodass in zwanglosen Gesprächen auch Fragen zueiner beruflichen Zukunft bei La Roche gestellt werden konnten. Den Nachmittag verbrachten die Schülerinnen und Schüler im Tinguely-Museum. Das Kunstmuseum zeigt in einer Dauerausstellung die Werke und das Leben des Künstlers Jean Tinguely, welcher vor allem durch seine kinetischen Plastiken bekannt wurde. Das Museum ist ein Geschenk der Hoffmann- La Roche AG an die Stadt Basel, welche auch den Hauptsitz des Pharmaunternehmens bildet. La Roche und Novartis beschäftigen sich mit aktuellen Themen der Nanotechnologie.

Mit diesem Themenkomplex wird sich im vierten Semester auch der Kurs des Alten Gymnasiums beschäftigen. Der Schwerpunkt wird hierbei auf den Bau eines Origami-Mikroskops gelegt werden – ein Papiermikroskop für die Hosentasche mit 2000-facher Vergrößerung.

(Text: Sarah Klose)

Seminarfach: Erster Weltkrieg – Leitung: Uwe Roeder

An einem Studientag besuchten die Mitglieder des Kurses Orte in Oldenburg auf, die mit dem Ersten Weltkrieg in Zusammenhang stehen. Im Herbst sollen während der Kursfahrt Schauplätze des Ersten Weltkrieges in der französischen Champagne aufgesucht werden.

Einen Bericht über den Studientag finden Sie hier.

Studienfahrt des Seminarfaches „Erster Weltkrieg“ nach Frankreich

Friedensarbeit im Seminarfach „Erster Weltkrieg“ des AGO bei Verdun.

Das Seminarfach „Erster Weltkrieg“ des Alten Gymnasiums besuchte auf den Spuren des Infanterieregiments 91 wichtige Orte des Ersten Weltkriegs in dercsm_sf164_Reims_04_f737e74444 Champagne und leistete mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. einen Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung. Lange hatten sich die Schülerinnen und Schüler des Seminarfaches „Erster Weltkrieg“ am Alten Gymnasium in Oldenburg auf diese Kursfahrt vorbereitet. Sie hatten ihre Facharbeiten zum Thema geschrieben, sich teilweise mit der Geschichte des Oldenburger Infanterieregiments (IR) 91 beschäftigt und waren nun unterwegs, um die Orte und den Alltag kennenzulernen, an denen bzw. in dem die Soldaten an der Front und die betroffene Zivilbevölkerung in einer 700 km langen Schneise der Verwüstung leben mussten, die der Stellungskrieg im Westen in Belgien und in Frankreich hinterlassen hatte. Als Ausgangspunkt ihrer Exkursionen wählte der Kurs die alte Krönungsstadt der franzö-sischen Könige, Reims, in deren Nähe die csm_sf164_Reims_01_eaafd77d3d91er im September 1914 und noch einmal im Herbst 1917 kämpfen mussten. An vielen Stellen sind die Wunden des Krieges nach fast einhundert Jahren wieder verheilt. „Von den Stellungen und den Kämpfen um das 91er-Wäldchen nordwestlich von Reims ist nichts mehr übrig geblieben, eine Autobahn führt mitten hindurch.“, stellte Imke Napierala fest, die über das IR 91 gearbeitet und sich auf eine Führung zum 91er-Wäldchen vorbereitet hatte. Von diesem Wäldchen kündet heute nur noch ein Gedicht, das die Überlebenden in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zum Andenken an die Toten gedichtet hatten. Umso bewegender und eindrücklicher war die Arbeit auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Lissey, auf dem 814 deutsche und 8 österreichische Soldaten sowie 1 Askari aus Deutsch-Ostafrika begraben sind, die bei den Kämpfen um Verdun verwundet worden und in einem nahe bei csm_sf164_Reims_03_f8954065a6Lissey gelegenen Lazarett ums Leben gekommen waren. Die Schülerinnen und Schüler gingen trotz widriger Witterung ohne Verzug ans Werk, die schlichten Grabkreuze aus dunklen Granit von ihrem Moosüberzug mit Wasser und Bürste zu reinigen und sie waren stolz, als sie nach einigen Stunden tatsächlich alle Grabstellen gesäubert hatten. Anschließend legten sie zum Gedenken einen Bund mit Blumen vor dem zentralen Erinnerungsmonument ab, das Oldenburger hier in den 20er Jahren errichtet hatten. Viele Fragen zu den einzelnen Personen, zu den Dienstgraden, aber auch zu den Umständen ihres Todes tauchten dabei auf, die leider teilweise unbeantwortet bleiben mussten, so etwa nach dem Askari, der als Diener einen deutschen Offizier in den Krieg begleitet hatte und mit diesem vor Verdun fiel. „Leider kommen immer weniger Gruppen aus Deutschland, um die Grabstätten ihrer Groß- und Urgroßväter zu pflegen.“, beklagte Jean-Marie Baltzinger, der zuständige Ansprechpartner des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor Ort. Ähnliches berichtete im Anschluss auch Herr Lewerenz, ein ehemaliger Soldat und Fremdenführer in Verdun, der die Schülerinnen und Schüler anschließend über ausgewählte Teile des Schlachtfeldes von Verdun und ins Fort Douaumont führte, wo er den Teilnehmern des Kurses in situ verdeutlichen konnte, was für eine Art von Tragödien sich in der blutgetränkten Erde von Verdun abgespielt hatten. So finden sich in unmit-telbar nebeneinander liegenden Kasematten des Forts die verschütteten Gräber von mehreren französischen und deutschen Soldaten, an die man heute mit schmucklosen Gedenktafeln erinnert. Im Beinhaus von Verdun, wo man alle menschlichen Überreste des Schlachtfeldes bestattete, die niemandem und keiner Nation mehr zugeordnet werden konnten, fanden die Schülerinnen und Schüler auch den Namen eines bayerischen Infanteristen eingraviert, dem hier seit wenigen Jahren im Zuge der Betonung des gemeinsam erfahrenen Leides neben allen anderen ehemaligen Kriegsgegnern auch gedacht wird. Im Anschluss daran legte der Kurs einen weiteren Bund Blumen am Grab ausgewählter unbekannter französischer Soldaten von allen Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges in Verdun ab, um auch hier eine Geste der Völkerverständigung und des Friedens zu geben. Zum Abschluss der Tour besuchte der Kurs unter Leitung ihres Lehrers Uwe Roeder das neu errichtete Museum zur Alltagsgeschichte des Ersten Weltkrieges in Meaux, um hier Eindrücke und auch Anregungen zu sammeln für eine kleine Ausstellung, mit der das Seminarfach im Frühjahr seinen Abschluss finden soll.

Vortrag von Herrn Oberbürgermeister Schwandner im Seminarfach China