Südost statt Südwest

Südost statt Südwest

Auch das naturwissenschaftliche Seminarfach war durch die Infektionslage gezwungen, seine ursprünglichen Reisepläne zum CERN nach Genf und den forschenden Einrichtungen in Basel und Freiburg umzustoßen. Nach eingehender Beratung wurde München als neues Ziel ausgewählt. Die Anreise des Kurses, begleitet von Frau Volmer und Herrn Dr. Lemmler, erfolgte mit der Bahn am Sonntag vor den Herbstferien so früh, dass noch ausreichend Zeit blieb, die Umgebung des Hotels zu erkunden und auch bis zum Englischen Garten zu laufen, um dort den Eisbachsurfern zuzusehen.

Der Montag stand ganz im Zeichen des Deutschen Museums. Die Aufzählung der vielen Bereiche der Technik, die das Museum vorstellt würde, den Rahmen dieses kurzen Berichtes sprengen. Herauszuheben ist aber sicher die beeindruckende Hochstrom-/Hochspannungsvorführung mit ihren zahlreichen Blitzen.

Am Dienstag zeigte sich das Wetter sehr ungemütlich und bei der morgendlichen Stadtführung froren alle bei Regen und Wind. Dankbar wurde jeder Kirchenbesuch zum Aufwärmen genutzt. Am späteren Nachmittag traf sich der Kurs in der Volkssternwarte. Nach einem kurzweiligen Vortrag, bei dem einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Fragen des Referenten Björn Wirtjes mit fundierten Kenntnissen glänzen konnten, durften die Reisenden einen 4,6 Milliarden Jahre alten Meteoriten hochheben. Dieser Brocken aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems wurde in Sibirien gefunden und vor einigen Jahren von der Volkssternwarte erworben. Nach Erläuterungen über den aktuellen Sternenhimmel im sehr gemütlichen Planetarium, standen eigentlich eigene Beobachtungen von Planeten, vor allem des Saturns, mit den verschiedenen Teleskopen der Sternwarte auf dem Programm. Leider hatte sich das Wetter nicht gebessert und die Wolkendecke war undurchdringlich. Zu unserem Glück nahm sich Björn Wirtjes noch bis in den Abend Zeit und beantwortete viele Fragen zu Sternen, schwarzen Löcher und dem Universum.

Der Mittwoch war von Exkursionen in Teilgruppen geprägt. Eine sehr sportliche Fraktion konnte den Tag zum Besuch der Therme Erding nutzen. Eine weitere Gruppe hat noch gründlicher die Münchener Innenstadt und das Olympiagelände von 1972 untersucht. Der Rest des Kurses neigte zu Kunst und Geschichte und besuchte die Pinakothek der Moderne und Schloss Nymphenburg.

Nach so viel Großstadt führte der Weg am Donnerstag nach Garmisch-Partenkirchen. Vom Bahnhof ging es vorbei an mit typischer Lüftlmalerei verzierten Gebäuden zur Skisprungschanzenanlage der Olympiade von 1936 und von dort weiter zur und durch die Partnachklamm. Über die Flanke des Kochelberges führte die Wanderung zur historischen Bobbahn, vorbei am Riessersee und zurück zum Bahnhof. Nach fast 20 km und über 500 Höhenmetern zu Fuß waren alle froh endlich auf den Sitzen der Regionalbahn den Weg zurück nach München anzutreten.

Zum Abschluss der Fahrt traf sich der Kurs am Abend zum Genuss typisch bayrischer Spezialitäten im Augustiner Keller. Bei Leberkäs und Schnitzel wurde noch lange zusammengesessen, denn am nächsten Tag ging es bereits zurück nach Oldenburg.

Text: Dr. Lemmler

Fotos: K. Bär, K. Bitzer, S. Ries, S. Junge, M. Schmidt