Unser Frankreichaustausch 2018 – Regard en coulisse / Blick hinter die Kulissen

 

Vom 11.09. bis zum 22.09.2018 waren 26 AGOnauten zusammen mit Frau Pollock und Frau Osthövener in Frankreich unterwegs. Passend zum diesjährigen Austauschprojekt „Un regard en coulisse / Ein Blick hinter die Kulissen“ standen nach dem Besuch der Franzosen in Oldenburg im April nun zahlreiche gemeinsame Erkundungen und sportliche Aktivitäten in der Bretagne auf dem Programm und das bei herrlichem Septemberwetter. Den krönenden Abschluss bildete unser sechstündiger Paris-Aufenthalt auf dem Rückweg.

Überschattet wurde dieser Austausch durch die Nachricht vom plötzlichen Tod unserer langjährigen Lehrerin und Französischkollegin Marie-Lyne Klostermann, die bis dahin viele unserer Austauschfahrten begleitet hat und der die deutsch-französische Freundschaft immer eine Herzensangelegenheit war.

Wir werden den Austausch in ihrem Sinne weiterführen!

 

Unser Frankreichaustausch – ein Bericht von Jenne Pruszynsiki und Ameli Joswig

Der Bus bog in die letzte Straße auf unserer Fahrt ein und das Jubeln begann. Nach langer Busfahrt hatten wir endlich unser Ziel in der Bretagne erreicht. Vor unserer Partnerschule, dem Lycée Jean Macé in Lanester, standen bereits unsere Austauschschüler mit deutschen Flaggen in der Hand, um uns in Empfang zu nehmen. Und nun folgte für uns, die Französischschüler aus dem 10. Jahrgang, ein herzliches Wiedersehen mit unseren französischen Austauschpartnern, die uns im April in Oldenburg besucht hatten. Das war der Anfang unseres tollen, achttägigen Aufenthaltes in der Bretagne mit viel Programm und sehr viel Spaß.

Diesen ersten Nachmittag verbrachten wir in unseren Gastfamilien. Ausgeruht ging es dann am Donnerstag richtig los. Nach einer freundlichen Begrüßung durch die Schulleiterin und die französischen Lehrer und gestärkt durch einige Croissants ging es von der Schule aus mit einem Bus nach Pont Aven, eine malerische Kleinstadt, die für ihre Kunstgalerien bekannt ist. Dort hatten wir etwas Freizeit und konnten in einem Laden für bretonische Spezialitäten bei der Herstellung eines typisch bretonischen Kuchens, des Kouing Aman, mit viel gesalzener Butter und Unmengen an Zucker zusehen, den wir dann natürlich auch probieren durften.

Bei der anschließenden Führung im Kunstmuseum von Pont Aven erfuhren wir interessante Dinge über Paul Gauguin, einen sehr bekannten Maler, der einige Jahre in der Bretagne verbrachte. Danach zeichneten wir im Stile Gauguins, dem sogenannten Cloissonimse oder Synthétisme, selbst eine Landschaft, erst in 12 Minuten und dann in 60 Sekunden, was zu amüsanten Ergebnissen führte. Das war aber noch längst nicht alles. Nun ging es weiter nach Concarneau, wo wir die tolle Festungsaltstadt erkundeten.

Am Freitag stand ein Besuch in der Hafenstadt Lorient mit einer kleinen Rallye auf dem Programm. In zwei Gruppen aufgeteilt folgte dann das nächste Highlight: das Surfen.

Bei bestem Wetter hatten dort alle trotz des kühlen Atlantikwassers sehr viel Spaß und es war eine tolle Erfahrung. Einige von uns standen später schon auf den Brettern, zumindest kurzzeitig. Nach dem Besuch im Maison-Musée ging es wieder zurück nach Lanester.

Am Abend traf sich der Großteil der Gruppe zu einer Soirée Crêpe und am Samstagabend gab es noch eine zweite Gartenparty für die ganze Austauschgruppe bei bestem Wetter. Insgesamt verbrachten wir das Wochenende in unseren Familien, trafen uns aber auch das ein oder andere Mal, zum Beispiel zum Picknick am Strand.

Am nächsten Tag wurde die Gruppe erneut geteilt. Während die erste Gruppe zunächst eine Tandemaufgabe löste, dabei im Team eine fiktive Geschichte mit Buchcover kreierte und den Abschlussabend vorbereitete, machte sich die zweite Gruppe auf den Weg zum Kajak- und Kanufahren. Mit viel Spaß und guter Laune machten viele Austauschteilnehmer Erfahrung mit dem Blavet-Wasser.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine tauschten die Gruppen. Erschöpft aber glücklich und voller neuer Eindrücke ging auch dieser Tag für uns zu Ende.

Am Dienstag konnten wir uns den Unterricht unserer Austauschpartner anschauen und dabei feststellen, dass Schule in Deutschland sehr angenehm ist. Spannend war der anschließende Theaterunterricht zusammen mit einem Schauspieler, an dem auch zwei unserer Schülerinnen teilnahmen.

Im Anschluss wurde es wieder sportlich, denn unser nächster Programmpunkt war das Klettern an der riesigen, schuleigenen Kletterwand in der Turnhalle, Wir sicherten uns gegenseitig und der ein oder andere schaffte es dank der deutsch-französischen Anfeuerungsrufe auch bis ganz oben. Daraufhin lernten wir einen ganz anderen Aspekt der Bretagne kennen, die bretonische Sprache. Dieser Einblick in die für uns unaussprechliche Sprache sorgte für viele amüsante Anekdoten und war eine witzige Ergänzung zum normalen Schulunterricht.

An unserem letzten Tag in der Bretagne besuchten wir die wunderschöne Stadt Vannes und bestaunten bei tollem Wetter die parkähnlichen Anlagen, den Wochenmarkt und die schöne Altstadt. Das war aber noch längst nicht alles. Eine etwa vierzigminütige Busfahrt brachte uns   zu unserem nächsten Ziel, der Côte sauvage. Nach einem Strandpicknick in Quibéron, das viele von uns zum Sammeln von Muscheln und Steinen und für Strandspiele nutzten, spazierten wir an der beeindruckenden Felsküste entlang. Hoch oben entstand vor tosenden Wellen und einem großartigen Blick auf den Atlantik unser letztes gemeinsames Gruppenfoto in der Bretagne.

Zurück in Lanester folgte unser Abschlussabend, bei dem wir unsere Austauschergebnisse präsentierten, gemeinsam sangen, musizierten, tanzten und lachten. Bei einer Diashow ließen wir die vielen schönen Austauschmomente noch einmal Revue passieren. Nach einem gemeinsamen Buffet in der Mensa endete auch dieser schöne Tag. Einige von uns bedauerten spätestens jetzt, nicht noch länger bei ihren Austauschpartnern bleiben zu können und waren ein wenig neidisch auf ihre sechs Mitschülerinnen, die sich für den Sauzay-Austausch entschieden hatten.

Am nächsten Morgen folgte der tränenreiche Abschied und es wurden viele Pläne für weitere Treffen geschmiedet. Nachdem jeder jeden noch einmal umarmt hatte und wir zusammen mit dem Busfahrer unsere Lieder gesungen und getanzt hatten, schafften es Frau Pollock und Frau Osthövener nur mit Mühe uns zum Einsteigen zu bewegen.

Am Nachmittag setzte uns unser Busfahrer am Eiffelturm ab. Während unserer Tour quer durch Paris bewunderten wir den Eiffelturm, den Invalidendom, die Pont Alexandre, den Grand Palais, das Musée d’Orsay, die Académie Française, die Ile de la Cité mit Notre Dame und viele weitere Sehenswürdigkeiten auf einer Bootsfahrt auf der Seine. Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Louvre, dem ehemaligen Stadtschloss der französischen Könige und heute weltbekannten Museum.

Von dort aus kamen wir nach einem Spaziergang durch die Tuilerien und über die Place de la Concorde zur Prachtstraße, den Champs Elysées. Diese Straße führte uns direkt bis zum Triumphbogen. Nachdem wir das mit Blumen geschmückte Grab des unbekannten Soldaten angesehen hatten, genossen wir den unglaublichen Ausblick auf das nun erleuchtete Paris von oben. Es wurden natürlich unzählige Fotos gemacht. Von dort aus ging es dann für die Osti-Pollock-Boys-and-Girls mit der Métro zurück zum Eiffelturm. Hier konnten wir zur vollen Stunde noch ein letztes Mal das Glitzern des strahlenden Eiffelturms erleben, bevor wir es uns in unserem Bus gemütlich machten und am nächsten Morgen in Oldenburg wieder aufwachten.

Der Austausch war eine einmalige und wundervolle Erfahrung, die wohl niemand von uns je vergessen wird. Ein großes Merci an alle, die uns dies ermöglicht haben!

Und so denken die anderen Austauschteilnehmer über den Frankreich-Austausch 2018:

Den einen besten Austauschmoment gab es für mich beim Austausch eigentlich nicht, sondern es gab ganz viele beste Momente, z.B. wenn wir mit unseren Franzosen am Nachmittag Zeit verbracht haben, gemeinsam zum Surfen oder Schwimmen ans Meer gegangen sind.

Besonders schön waren die Momente in der Familie, wenn wir zusammen gelacht haben, z.B. wegen lustiger sprachlicher Fehler oder Missverständnisse. Wir waren immer eine große Austauschgruppe. Es gab nie jemanden, der die anderen gemieden hat. Das war toll! Schön waren auch die Einblicke in das französische Schulsystem und die anderen Unterrichtsfächer (Theaterunterricht).

Der beste Austauschmoment war für mich der Abschied am Bus, nicht weil ich nach Deutschland zurückfahren wollte, sondern weil wir gemeinsam gesungen, geweint und getanzt haben. Das war so ein liebevoller und emotionaler Moment. Die corres waren total nett!

An Frankreich fand ich die Leute am besten. Alles sind so freundlich und offen, auch meine Gastfamilie. An Oldenburg schätze ich nach dem Austausch umso mehr, dass ich im Zentrum wohne und nicht mit dem Bus zur Schule fahren muss.

Das Beste an Frankreich sind meiner Meinung nach die Franzosen selbst. Sie sind sehr freundlich, offen und herzlich. Als wir beim Unterricht in eine komplett neue Klasse gekommen sind, wurden wir direkt angesprochen und konnten uns gut verständigen. Aber auch in meiner Gastfamilie wurde ich ganz herzlich aufgenommen und habe mich sehr gut eingelebt. Was ich an Deutschland schätzen gelernt habe, sind die Schulzeiten. Ich könnte mir nur schwer vorstellen, fast jeden Tag bis 18:00 Uhr Schule zu haben. Merci für die schöne Zeit!

Ich fand den Austausch sehr schön. Bei den Ausflügen hat mir am besten das Surfen gefallen und Pont-Aven. Ich habe gute sprachliche Fortschritte gemacht und auch für das Leben gelernt. Gerade das Leben auf dem französischen Land ist sehr viel einfacher als bei uns in Oldenburg. Ich habe viele neue Freunde kennengelernt und werde auf jeden Fall weiter Kontakt halten. Ich schätze gerade jetzt manchen „Luxus“ in Deutschland bzw. weiß jetzt, wie gut es mir geht.

Mir hat die Tandemarbeit, besonders die Geschichte, viel Spaß gemacht. Da lernt man viel leichter als zu Hause mit dem Französischbuch.

Obwohl ich mich nicht so gut mit meiner Austauschpartnerin verstanden habe, finde ich, dass der Austausch eine gute und interessante Erfahrung war. Besonders gefallen haben mir Pont-Aven und die Côte sauvage. Die Bretagne ist sooooo schön!

Ich fand den Austausch klasse! Wenn man ein bisschen Französisch gesprochen hat, waren die Franzosen sofort total aufgeschlossen. Ich glaube, dass sich mein Französisch verbessert hat. Ich konnte die Franzosen am Ende viel besser verstehen und auch schnell antworten. Es gab viele schöne, unterschiedliche Landschaften und interessantes anderes Essen.

Ich fand es schön, dass wir alle zu einer Gemeinschaft in so kurzer Zeit zusammengewachsen sind. Am Anfang konnte ich mir nicht vorstellen, noch länger als 10 Tage zu bleiben, aber jetzt hätte ich noch monatelang bleiben können. Meine Familie war sehr freundlich. Allgemein fand ich den Austausch sehr gut und bin froh, daran teilgenommen zu haben. MERCI à nos profs!

Super Gastfreundschaft! Schöne Landschaft! Schönster Austauschmoment: Surfen, Kajak, Côte sauvage… eigentlich alles! Tolles Programm! Tolle Stimmung zwischen den Deutschen und den Franzosen! Vielen Dank für diese tolle Zeit, Frau Osthövener und Frau Pollock!

Mein Französisch ist mit Sicherheit besser geworden, weil ich versucht habe, nur Französisch in der Gastfamilie zu sprechen.

Was mich in Frankreich sehr überzeugt hat, ist die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen. Auch das Essen war sehr lecker hier. An Deutschland schätze ich das chlorfreie Wasser, das flache Land, das es mir ermöglicht mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren und die kürzere Schulzeit, da es sehr anstrengend ist, so lange in der Schule zu sitzen. Sprachlich habe ich auch Fortschritte gemacht!

Fotos: Susanne Osthövener

Mehr zu den Austauschen mit Frankreich gibt es HIER.