Von Käsefondue bis Teilchenbeschleuniger – kulturelle und wissenschaftliche Reise durch die Schweiz

Von Käsefondue bis Teilchenbeschleuniger – kulturelle und wissenschaftliche Reise durch die Schweiz

Vom 9. bis zum 14. Oktober 2022 war das Seminarfach NanoScience unter der Leitung von Frau Beckhaus und Frau Osthövener auf Reise durch die Schweiz. In den Städten Genf und Basel konnten wir uns nicht nur von der kulturellen Vielfalt der Schweiz überzeugen, sondern lernten auch in einigen der bedeutendsten wissenschaftlichen Institutionen der Welt, letztere besser zu verstehen.

Am frühen Morgen des 9. Oktobers trafen wir uns im Oldenburger Hauptbahnhof. Die Vorfreude auf die Reise, die erste nach zwei Jahren coronabedingter Abstinenz, war groß. Glücklicherweise lies uns die Bahn nicht im Stich, besonders vor dem Hintergrund, dass noch am Vortag der gesamte Zugverkehr im Norden lahmgelegt worden war. Als wir dann nach ungefähr 12 Stunden Fahrt ankamen, wurden sogleich die Zimmer in der Jugendherberge bezogen und wir machten uns auf, auf einen ersten Spaziergang an den Genfer See.

 Am Montag ging es dann recht früh aus dem Bett, denn wir hatten das große Glück, als Kurs eine Führung durch die Anlagen des Cerns, dem größten Forschungszentrum der Welt auf dem Gebiet der Teilchenphysik, zu bekommen. Dies war nicht nur für physik-affine Schüler sehr beeindruckend. Von einem sympathischen Mitarbeiter der Universität Genf wurde uns in Kleingruppen die verschiedenen Einrichtungen auf dem Gebiet des Cerns genauer erklärt. Anschließend durften wir sogar einen Blick in eine Experimenthalle zum Thema Antimaterie werfen. Besonders beeindruckte uns hier der Teilchenentschleuniger „Elena“, der dem großen Teilchenbeschleuniger „LHC“ von der Struktur sehr ähnlich ist. Voller Eindrücke ließen wir den Tag anschließend mit einem kleinen Stadtrundgang durch Genf ausklingen. Die 200.000-Einwohner-Stadt am zweitgrößten See Europas faszinierte uns durch ihren weltstädtischen Charakter.

 Am Dienstag folgte dann ein weiteres Highlight der Reise: Wir hatten die einzigartige Chance, eine Führung durch das UNO-Hauptquartier in Genf zu bekommen. Es war vor dem Hintergrund internationaler Probleme wie der Corona-Pandemie oder des Ukraine-Kriegs besonders spannend, die Arbeit der größten internationalen Organisation für Frieden und Menschenrechte besser zu verstehen. Bei der Führung waren auch kritische Fragen, die aktuelle Probleme der UNO thematisierten, erwünscht und wurden umfassend beantwortet. Schließlich hatten wir sogar die Möglichkeit, bei einer Sitzung in einem der Plenarsäle dabeisein zu dürfen. Besonders faszinierend war neben den politischen Hintergründen aber auch die herrschaftliche Architektur des Völkerbundspalastes und der weiteren Gebäude auf dem Gebiet der UNO, das auch internationale Organisationen wie das Internationale Rote Kreuz, in deren Arbeit wir anschließend einen Einblick erhielten, beherbergt. Unseren letzten Abend in Genf konnten wir individuell genießen. Für einige durfte ein echtes Schweizer Käsefondue vor der Kulisse des Genfer Sees bei Nacht nicht fehlen. 

Am nächsten Tag ging es dann mit dem Zug nach Basel. Nicht zu Unrecht gilt Basel als Kulturhauptstadt der Schweiz. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch die Stadt fielen uns die zahlreichen Museen wie das städtische Kunstmuseum auf, das die bedeutendste Kunstsammlung der Schweiz beherbergt und fußläufig zu unserer Herberge lag. Auch die zahlreichen Gebäude der Universität Basel, der ältesten Universität der Schweiz, waren hierbei recht markant. Bei einem Besuch des angegliederten Botanischen Garten konnten Pflanzen aus aller Welt bestaunt werden. Am Abend bot sich dann von den Rheinterrassen aus ein wunderschöner Blick auf den Sonnenuntergang.

 Am Donnerstag stand eine weitere besondere Aktion auf unserem Programm: Wir hatten einen Termin im Schülerlabor der Novartis AG, das mit einem Jahresumsatz von 51,6 Mrd. USD (2021) zu den bedeutendsten Pharmaunternehmen der Welt gehört. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um uns Schülern und natürlich auch den Lehrern einen unvergesslichen Tag zu bereiten. Auf dem Plan standen die Durchführung einer PCR und eine anschließende Gelelektrophorese, mit dem Ziel, herauszufinden, ob wir einen Rezeptor für den Geschmack „Bitter“ besitzen. Diese gentechnischen Verfahren, von denen man sonst nur in der Theorie hört, einmal selbst durchzuführen, war wirklich einzigartig und bot uns die Möglichkeit, sich mit der wissenschaftlichen Arbeit im Labor vertraut zu machen. Die Zeit, die unsere PCR-Röhrchen zwischenzeitlich zur Vermehrung der DNA im Thermocycler brauchten, verbrachten wir bei einem gemeinsamen Mittagessen in der Mitarbeiterkantine der Novartis AG.
Nach diesem beeindruckenden Tag verbrachten wir unseren letzten Abend bei einem gemeinsamen Essen und einer anschließenden Spielerunde.

Wir möchten uns abschließend ganz herzlich bei Frau Beckhaus und Frau Osthövener für die individuelle Organisation, die unser Programm erst möglich machte, bedanken. Danke auch dir, Hauke, für die nette Begleitung und die schönen Fotos.

Bericht: Gero Joswig

Fotos: H. Dittrich