Wirtschaft ist nichts für "Dünnbrettbohrer"

Am AGO hat das Fach Wirtschaft seit 20 Jahren einen festen Platz im Unterrichtskanon und genießt wegen seiner inhaltlichen und didaktischen Innovationskraft nicht nur in der eigenen Schule, sondern auch in der regionalen Wirtschaft sowie überregional und sogar international überaus großes Ansehen. Da ist es nur recht und billig, diesen Geburtstag mit Weggefährten und Beteiligten zu feiern. Zum Festakt in der Aula kamen neben Schülern und Lehrkräften des AGO auch Kollegen anderer Schulen und Vertreter aus der hiesigen Wirtschaft sowie der Universität, um gemeinsam eine Rückschau sowie einen Ausblick vorzunehmen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Kaminski vom Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) betonte in seiner Festansprache die stets konstruktive Kooperation mit dem AGO und ließ die Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen noch einmal Revue passieren. Dabei zeigte er auf, dass es „vier dicke Bretter“ gewesen seien, die in der Pionierphase zunächst hätten gebohrt werden müssen, um das Fach Wirtschaft als Unterrichtsfach in der Schule implementieren und etablieren zu können. Zunächst habe man grundlegende Überzeugungsarbeit für die Akzeptanz der Notwendigkeit ökonomischer Bildung leisten müssen, bevor man sich überhaupt an den Kampf um den Status als Fach oder Relevanz- und Referenzsysteme des Faches habe machen können. Zudem waren und sind Fragen nach der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte stetes Anliegen.

Dr. Burkard, der als ehemaliger Lehrer des AGO den Werdeprozess des Faches jahrelang begleitet und mitgestaltet hatte, zeigte auf, dass anfangs nichts institutionalisiert gewesen sei, vielmehr die Eigeninitiative der Beteiligten und der Anspruch „Wir machen das!“ die frühe Entwicklung charakterisiert haben.

Als Obfrau des Faches Wirtschaft hat die Lehrerin Birgit Lau gemeinsam mit ihrem Kollegen Ludger Hillmann aus der gegenwärtigen Unterrichtspraxis berichtet. Sowohl für den Mittel- als auch den Oberstufenunterricht sei ein wesentlicher Anspruch, theoretische Inhalte mit praktischen Erfahrungen und lebenswirklichen Ansprüchen zu verzahnen. Zum alltäglichen Unterrichtsgeschehen gehören deshalb selbstverständlich Exkursionen in Unternehmen, die Teilnahme an diversen Planspielen oder Wettbewerben. An vielen Wettbewerben haben die AGO-Schüler nicht nur teilgenommen, sondern sie auch sehr erfolgreich abgeschlossen.

Zwei Schülerinnen berichteten begeistert von ihrer Schülerfirma „SewChicAGO“, indem sie ihren Businessplan vorstellten und ihre selbst genähten Produkte präsentierten.

Ein zentrales Anliegen des Faches sind vielfältige Kooperationen, die sich sowohl innerschulisch mit anderen Unterrichtsfächern ergeben, als auch außerschulisch mit Unternehmen, Hochschulen, Medien und benachbarten Schulen. Deshalb soll es natürlich auch weitergehen. Prof. Hans Kaminski (IÖB) und Frank Marschhausen (Schulleiter, AGO) wollen die Zusammenarbeit fortsetzen und verlängerten den Kooperationsvertrag um weitere 10 Jahre. Insofern wird die Tradition von den vorherigen Schulleitern, Dr. Green und Herold, fortgeführt. „Das Fach Wirtschaft passt perfekt in das Schulkonzept des AGO“, betonte Marschhausen und „anderen Schulen dient das AGO-Modell als Vorbild.“

Die Nord-West-Zeitung hat berichtet:

3. November 2015

6. November 2015

(Text und Bilder: Angelika Feldhege)

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