Am 11. November 2025 wurde Anna Olesiak (Jg. 13) im Rahmen des Lateinvortrags von Prof. Dr. Niklas Holzberg mit dem Karl-Wilhelm-Heyse-Preis ausgezeichnet. Dr. Hengelbrock überreichte als Vertreter der Karl-Wilhelm-Heyse-Gesellschaft die Urkunde und die Prämie (250 Euro).
Der Karl-Wilhelm-Heyse-Preis wird von der KWHG für hervorragende schulische und akademische Hausarbeiten verliehen, die ihren Schwerpunkt in einer Altertumswissenschaft haben (Alte Geschichte, Archäologie, Klassische Philologie oder Antike Philosophie). Anna Olesiak hatte in ihrem Seminarfach „Politische Philosophie“ eine Analyse der politischen Bürgerpflichten in Ciceros Schrift De officiis vorgenommen. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass Cicero Bürgerpflichten aus der sozialen Natur des Menschen ableitet, dem Gemeinwohl Vorrang vor dem Eigenwohl einräumt und von der römischen Nobilität politisches Engagement in Form einer vita activa fordert, die strengen moralischen Anforderungen unterliegt. In einer kritischen Überprüfung dieses Konzepts stellte Anna fest, dass Ciceros Idealbild in sich stimmig und auch heute noch bedenkenswert ist, aber schon in der Antike an dem Dominanzstreben Einzelner scheiterte.
Text: Dr. Hengelbrock
Foto: Paul Salax
