Israelischer ‚Peace Club‘ zu Gast am AGO und bei der OLMUN

Im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen der Cabri Manor Highschool und dem Alten Gymnasium besuchten zum dritten Mal Schülerinnen und Schüler aus der Oldenburger Partnergemeinde Mateh Asher das Alte Gymnasium und die OLMUN. Vorausgegangen war im Herbst ein Besuch des Seminarfachs Israel in Mateh Asher im Norden Israels. Nach einem sehr herzlichen Wiedersehen standen gemeinsame private Aktivitäten genauso auf dem Programm wie offizielle Termine beim Bürgermeisterbüro und der Eintrag in das Buch der Stadt sowie traditionell die Teilnahme an der OLMUN (Simulation der Vereinten Nationen).

Die Gäste aus Israel teilen sich dabei über die israelische Partnerschule hinaus auch auf die OFEK Highschool und die palästinensische Schule al-Shaykh Danun auf. Gemeinsam sind sie eine Delegation des Peace Clubs und damit verbunden auch eines Leistungskurses zur Konfliktforschung unter der Leitung von Arik Gutler (Cabri Manor Highschool) und Rasha Aslan (al-Shaykh Danun School). Der Peace Club hat sich zum Ziel gesetzt, Brücken zwischen den jüdischen und den arabischen Bevölkerungsteilen zu bauen, Konflikte aufzuarbeiten und letztlich auch, die nächste Generation auf die Zukunft im Friedensprozess im Nahen Osten vorzubereiten.

Auch im kommenden Schuljahr wird das Seminarfach Israel wieder für die Schülerinnen und Schüler in der Qualifikationsphase angeboten. Wir freuen uns darauf, unsere israelischen Freunde bald wieder besuchen zu können!

 

Die NWZ berichtete: https://www.nwzonline.de/oldenburg/kultur/perspektiven_a_50,5,214828541.html

 

Oeins berichtete: https://www.oeins.de/mediathek/webtv-mediathek-media-player/VideoOnDemand/Detail/lokalfenster-vom-21-juni-2019/-9994959304/

 

Text: Dr. Christian Wuttke

Fotos: Tali Oz Albo/Dr. Christian Wuttke

 


 

 

„Gehören Juden heute zu Deutschland?“

rechts: Arye Sharuz Shalicar

Diese Frage stellt Arye Sharuz Shalicar in seinem jüngsten Buch „Der neu-deutsche Antisemit“ den Schülerinnen und Schüler in der Aula des Alten Gymnasiums Oldenburg. Der Autor war der Einladung der Deutsch-Israelichen Gesellschaft gefolgt.

Arye Sharuz Shalicar wurde 1977 als Sohn jüdischer Eltern, die vor Verfolgung aus dem Iran geflohen waren, in Göttingen geboren. Er wuchs in Berlin auf. Als Schüler erlebte er dort immer wieder anti-semitische Angriffe und Diskriminierungen von muslimischen Jugendlichen. Nach dem Abitur entschloss er sich, Deutschland zu verlassen, um in Israel in Sicherheit als Jude leben zu können. Er studierte an der Hebrew University in Jerusalem Internationale Beziehungen, Nahost- und Europastudien. Von 2009 bis 2016 fungierte er als Sprecher der israelischen Armee. Seit 2017 ist er Direktor für Auswärtige Angelegenheiten im Ministerium für Nachrichtendienst im Büro des israelischen Ministerpräsidenten.

Arye Sharuz Shalicar ist weiterhin ein kritischer Beobachter der deutschen Gesellschaft und schreibt als Kritiker der deutschen Nahost-Berichterstattung regelmäßig Kolumnen für die NWZ.

Was sein Vater damals sagte, hat Shalicar 2010 in seinem Buch „Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude“ aufgeschrieben: „Eins musst du wissen und dein ganzes Leben zumindest im Hinterkopf behalten: Du bist ein Jude, und die ganze Welt hasst dich!“

In seiner Lesung aus dem jüngsten Buch „Der neu-deutsche Antisemit“ trug Arye Sharuz Shalicar seinen Werdegang vom Sprayer aus dem Wedding zum israelischen Offizier vor. Sein Buch ist eine Abrechnung mit dem aufflammenden Antisemitismus in Deutschland – knapp 75 Jahre nach dem Ende des Holocaust

Shalicar beschreibt den alten und den neuen Antisemitismus von muslimischen Migranten, den er am eigenen Leib erfahren hat. Er beschreibt den linksradikalen und den rechtsradikalen Antisemitismus, den von Menschen, die ihren Judenhass als „Israel-Kritik“ verkleiden, den ganz alltäglichen – und auch den christlichen.

Fazit seiner „persönlichen Analyse“ (Untertitel), ob Juden heute zu Deutschland gehören, lautet: „Ja, aber“. Das „aber“ scheint aber wieder größer zu werden.

Das Alte Gymnasium pflegt seit Jahren einen regen Schüleraustausch mit dem Landkreis Mateh Asher im Norden Israels in Galiläa. Als 2006 der Bürgermeister Mateh Ashers Oldenburg besuchte, wurden AGO Schüler eingeladen, gemeinsam mit der israelischen Delegation eine Friedenseiche im Stadtwald zu pflanzen. Bei dieser Gelegenheit sprach der Bürgermeister Yehuda Shavit eine Einladung aus, die seinerzeit Jörg Witte dankend annahm. Dieses Ereignis kann als Grundstein des Israel-Projektes am AGO betrachtet werden.

Seit 2007 hat sich im Curriculum des Alten Gymnasiums das Seminarfach Israel etabliert.

In dem zweijährigen Oberstufenkurs werden wissenschaftliche Facharbeiten zum Thema Nahost und Israel geschrieben und eine zweiwöchige Studienfahrt nach Israel und in die Oldenburger Partnergemeinde Mateh Asher vorbereitet und durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler teilen sich dabei auf die palästinensische Schule al-Shaykh Danun und die israelische Partnerschule Cabri Manor High School durchgeführt. Die israelischen und palästinensischen Jugendlichen führen ihren Gegenbesuch im Rahmen des OLMUN-Projektes durch.

Text: Ludger Hillmann

Fotos: Hauke-Christian Dittrich

Die NWZ hat berichtet.

Israelreise mit allen Sinnen präsentieren

 

Die Teilnehmer, die im vergangenen Herbst mit dem Seminarfach Israel eine Studienfahrt nach Israel gemacht haben, erinnern sich sehr gerne an ihre ereignisreiche Reise und haben am vergangenen Donnerstag in der AGO-Aula den Besuchern nicht nur eindrucksvolle Bilder und einen Film gezeigt, sondern auch gut schmeckende und köstlich duftende landestypische lukullische Spezialitäten angeboten. Auf diese Weise konnten sowohl eigene Erinnerungen reaktiviert als auch die Aufmerksamkeit anderer auf ein interessantes und vielfältiges Land geweckt werden.


Fotos: Hauke-Christian Dittrich

Mehr Informationen und Bilder von der Studienfahrt nach Israel gibt es HIER.

Studienfahrt nach Rom

Im September hat das Seminarfach „Rom“ eine Studienfahrt in die Stadt gemacht, die dem Kurs seinen Namen gab: Rom – die ewige Stadt.
Einen ausführlichen Reisebericht von Justin Plesch über die gelungene Fahrt gibt es HIER.


Fotos: Ralf Müsker

Israelischer Künstler stellt im AGO aus

Am vergangenen Samstag hat der israelische Künstler Tom Shmuely neueste Arbeiten im AGO ausgestellt. Dazu gehören Metallskulpturen, Druckgrafik und Zeichnung. In allen Arbeiten sind immer wieder ähnliche Motive zu finden – Hände, menschliche Figuren und Ornamente.

Shmuely wurde in der Oldenburger Partnerstadt Mateh Asher geboren und lebt und arbeitet nun im Norden Israels, in der Stadt Metula. Das Alte Gymnasium unterhält seit vielen Jahren guten Kontakt nach Israel, zu dem auch immer wieder gegenseitige Besuche gehören. Im Herbst war das Seminarfach „Israel“ für zwei Wochen in Israel.

Diese Ausstellung passt deshalb sehr gut zu dem Israel-Projekt der Schule. Darüber hinaus ist es auch sinnvoll, Künstler in die Schule einzuladen und bestenfalls ihre Arbeiten dort zu präsentieren, wo sonst Schülerarbeiten gezeigt werden.

Der Kontakt zu Tom Shmuely ist dem Engagement von Monika und Fenno Brockmann zu verdanken, die vor Jahren ihr Abitur am AGO abgelegt haben.

Fotos: Tomke Brockmann

Studienfahrt des Seminarfachs „Kulturstadt Wien“

 

„Kulturstadt“ … hört sich nicht so spannend an – dachte unser Kurs zunächst. Unsere Kursfahrt nach Wien hat diesen Eindruck jedoch völlig geändert.

Nach einer anstrengenden 15-stündigen Busfahrt haben wir schon bei der Ankunft in der österreichischen Hauptstadt erste schöne Eindrücke erhalten.

In den nächsten vier Tagen sahen wir mehr und mehr von der Kultur Wiens, welche überhaupt nicht langweilig und eintönig, sondern sehr spannend und beeindruckend war: Von Schloss Schönbrunn über die Staatsoper, die Jugendstilhäuser und verschiedene Ausstellungen bis hin zur modernen Architektur der Wirtschaftsuniversität haben wir etliche Facetten von Wien gesehen. Ein Highlight dieser Fahrt war das gemeinsame Essen in einem typischen Wiener Restaurant – einem Heurigenhaus –, in dem es natürlich typische Wiener Speisen gab. Ein anderer Höhepunkt war unser Theaterbesuch im Burgtheater.

Einen Nachmittag verbrachten wir auf dem Wiener Prater, einem ganzjährig geöffneten Freizeitpark.

Für viele von uns war es etwas ganz Besonderes, die Gebäude, wie z.B. die Karlskirche oder Ausstellungen zu Künstlern, wie z.B. Egon Schiele, mit denen man sich für das Facharbeitsthema wochenlang beschäftigt hatte, nun in Wirklichkeit zu sehen.


 

Die Zeit in Wien war leider viel zu kurz, um sich alles genau anzusehen. Allerdings hat uns diese schöne Stadt gezeigt, wie interessant Kultur wirklich sein kann.

Wir danken Frau Möhlmann und Frau Feldhege für die Organisation und die tolle Zeit.

 

Text: Alyssa Bosse

AGO-Schüler als Friedensbotschafter in Israel

Tiefe Einblicke in ein gespaltenes Land: 20 Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs „Israel“ am Alten Gymnasium sind mit vielen neuen Erfahrungen nach Oldenburg zurückgekehrt. Zehn Tage konnten die Jugendlichen aus dem zwölften Jahrgang in die Geschichte Israels und die Jahrhunderte alte Kultur eintauchen. Bereits seit über zehn Jahren pflegt das AGO den Austausch mit Jugendlichen in Mateh Asher, der von den teilnehmenden Schulen zugleich auch als Friedensprojekt zwischen jüdischen und arabischen Israelis und Deutschen angesehen wird. Ein Kontakt in die Region rund um die Stadt Nahariya besteht schon über 30 Jahre, begründet wurde er von ausgewanderten Oldenburgern, die sich in den Kibbuzim niedergelassen hatten.

Erstmals wird das Seminarfach von Dr. Christian Wuttke geleitet. Er folgt auf Jörg Witte, der das Projekt initiierte und die Fahrt in diesem Jahr noch beratend begleitete. „Wie in den vergangenen Jahren sollen die Jugendlichen in kurzer Zeit viele verschiedene Facetten des Landes kennenlernen“, so Dr. Wuttke. Daher wird der Austausch immer auch mit einer Reise durch die verschiedenen Landesteile Israels verbunden.

Zunächst lernte die Gruppe Tel Aviv-Jaffa kennen. Während das Zentrum der Großstadt am Mittelmeer mit den Häusern der „White City“ im Bauhaus-Stil, dem pulsierenden Leben auf den Märkten sowie am Strand der Stadt ein sehr junges Bild vermittelt, bietet schon die maritime Altstadt Jaffa einen ersten Hinweis auf die bedeutende Geschichte des Landes. Jaffa war bereits für die Römer von Bedeutung und wurde im Jahr 1799 von Napoleon Bonaparte belagert. Mehrere Tage verbrachte die Gruppe in Jerusalem und konnte so den Spagat zwischen Antike und Moderne erleben. Ob bei der Klagemauer, auf dem Tempelberg oder in der Grabeskirche – immer wieder wurde der Gruppe bewusst, dass die Stadt für viele verschiedene Glaubensrichtungen von zentraler Bedeutung ist. „Das Zentrum der Stadt ist unter muslimischen, jüdischen, christlichen sowie armenischen Bewohnern aufgeteilt“, erklärt Ludger Hillmann, der die Fahrt ebenfalls begleitete. Zu den Stadtvierteln und Sehenswürdigkeiten hatten die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld Referate vorbereitet.

Gerade in Jerusalem war der Konflikt für die Schülerinnen und Schüler allgegenwärtig. „Die alltäglichen Spannungen zwischen Arabern und Juden sind dort sehr präsent“, sagt Dr. Wuttke. Das reicht von der militärischen Sicherung des Zugangs der Juden zur Klagemauer über den Besuch des umkämpften Tempelbergs bis zur Zerrissenheit innerhalb der jüdischen Gesellschaft, wie sie der Gang durch das orthodoxe Viertel Me’a Sche’arim gezeigt hat. Auch die Stadt Ramallah im Westjordanland haben sie besucht. Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung diskutierten die Schülerinnen und Schüler dort über aktuelle Entwicklungen des Konflikts.

Ergreifend war für viele der Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. „Es ist sehr wichtig, sich im Rahmen unserer Erinnerungskultur auch mit dieser Zeit auseinanderzusetzen“, sagt Dr. Wuttke. Yad Vashem gilt als bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert und sie wissenschaftlich dokumentiert.

Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch des Nationalparks bei Ein Gedi am Toten Meer. Die einzigartige Oase liegt rund 420 Meter unter dem Meeresspiegel in der Wüste Negev. Bei einer Wanderung entlang des Wadi David waren kleine Wasserfälle und natürliche Wasserbecken eine willkommene Abkühlung. Aber auch das erholsame Bad im Toten Meer war für die Jugendlichen ein besonderes Gefühl. „Ich hatte es mir nicht so angenehm vorgestellt“ erzählt Schüler Patrick Schreiber (18). Nur einige Kilometer weiter südlich liegt auf einem Hochplateau die ehemalige jüdische Festung Masada, deren Überreste die Schülergruppe ebenfalls besichtigte. Das archäologische Ausgrabungsgelände gehört bereits seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Reise endete mit dem Besuch in Oldenburgs Partnergemeinde Mateh Asher im Norden des Landes. Dort verbrachten die Schülerinnen und Schüler zwei Nächte in Gastfamilien und konnten dort sowohl jüdische als auch arabische Schulen und Familien kennenlernen. Gemeinsame Exkursionen führten sie in drusische und arabische Dörfer sowie eine ehemalige Festung in der Region Mateh Asher, in der nur 47 Prozent der Bevölkerung jüdisch sind. Nahe der libanesischen Grenze bewunderten die deutschen Austauschschüler mit ihren Gastgebern die bekannten Grotten von Rosch Hanikra.

Zum ersten Mal war in diesem Jahr auch Schulleiter Frank Marschhausen mit dabei. Er traf auf den Lehrer und Friedensaktivisten Arik Gutler von der Partnerschule „Cabri Manor“, der den Austausch weiterentwickelt und seit einigen Jahren auch eine arabische Schule einbezogen hat. „Ich freue mich sehr, dass der Aufenthalt unserer Gruppe auch dazu beitragen kann, dass sich jüdische und arabische Schülerinnen und Schüler treffen und annähern“, sagt Marschhausen.

Auch Christian Wuttke ist sich sicher: „Um eine Annäherung im Palästinakonflikt zu erreichen, muss in der Arbeit mit Jugendlichen begonnen werden.“ Arik Gutler verfolgt diesen Ansatz in seinen „Peaceclubs“ für jüdisch-arabische Jugendbeziehungen: „Erst wenn Jugendliche, die bisher getrennt gelebt haben, zusammen an schulischen Projekten arbeiten, wird ein Verständnis für Sprache, Kultur und Gesellschaft des Anderen erwachsen.“ Ein Gegenbesuch wird im nächsten Jahr im Rahmen der OLMUN durchgeführt, dann werden die Jugendlichen aus Mateh Asher als Delegierte an der UN-Simulation teilnehmen. „Auch darüber hinaus wird der Kontakt zu unseren Austauschpartnern sicher bestehen bleiben“, meint Schülerin Iris Kirchhofer (17).

Die Schüler laden für Donnerstag, 7. Februar 2019, um 19 Uhr zum Informationsabend „Israel erleben und verstehen“ in die Aula des Alten Gymnasiums ein, um von ihren Erfahrungen zu berichten.

Text und Fotos von Hauke-Christian Dittrich

Video auf NWZplay

Die NWZ hat berichtet.