Eine Reise ins Mittelalter

Die Klasse 6 a unternahm am 14. September eine Exkursion zum Castrum Vechtense – ins Burgmuseum Vechta. 

Die Fahrt fand im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema Mittelalter statt und wurde von einem Studenten der Universität Oldenburg, Mario Wingbermühlen, wissenschaftlich begleitet. Herr Wingbermühlen hat im Rahmen seiner Masterarbeit ein museumspädagogisches Konzept entwickelt, das er mit dieser Klasse ausprobiert hat und anschließend evaluieren wird. Der junge Wissenschaftler untersucht, ob die Schüler an mehreren Lernstationen (Ernährung, Kleidung, Handwerk, Verteidigung), die von Mittelalter-Schauspielern geleitet wurden, ihr Bild vom Mittelalter erweitern. Den Schülern der Klasse 6 a hat das aktive Lernen jedenfalls viel Freude gemacht und es scheint, dass die museumspädagogische Aktivität ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand unterstützt. Begleitet wurde die Exkursion von Herrn Müsker und Herrn Dr. Drüding.


Fotos: Dr. Drüding

Landessieger machen nun auf Bundesebene weiter

(v. l. n. r.): Jasper Siegert, Cornelia Hartwig, Florentin Seifert, Sven Tetzlaff (Foto: Körber-Stiftung / Claudia Höhne)

Jasper Siegert und Florentin Seifert erhielten am vergangenen Donnerstag, dem 17. August 2017, auf einem Festakt in Hannover von Cornelia Hartwig (Dezernentin im Kultusministerium) und Sven Tetzlaff (Projektleiter der Körber-Stiftung) die Auszeichnung für den Landessieg beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten sowie ein Preisgeld von 250 Euro. Zugleich wurden sie ins Finale auf Bundesebene weitergeleitet.

Die beiden Elftklässler hatten sich im Winter 2016/17 unter dem vorgegebenen Oberthema „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“, zu dem insgesamt 1695 Wettbewerbsbeiträge von 5064 Kandidaten eingereicht wurden, mit dem Stedinger Kreuzzug und seiner Ideologisierung im „Dritten Reich“ beschäftigt.

Weitere Informationen gibt es hier.

Die NWZ hat über den Festakt berichtet.

Landespreis für AGO-Nachwuchshistoriker

Foto: Keno Seefeldt

Vier Monate intensiver Forschung haben sich gelohnt: Beim diesjährigen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten wurde ein Team des Alten Gymnasiums in die Gruppe der 29 Landessieger aufgenommen. Jasper Siegert und Florentin Seifert erhalten auf einem Festakt in Hannover am 10. August 2017 von dem Präsidenten des Niedersächsischen Landtages und der Niedersächsischen Kultusministerin die Auszeichnung sowie ein Preisgeld von 250 Euro.

Die beiden Elftklässler hatten sich im Winter 2016/17 unter dem vorgegebenen Oberthema „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“ mit dem Stedinger Kreuzzug und seiner Ideologisierung im „Dritten Reich“ beschäftigt. Dabei ging es um Folgendes:

In dem Bestreben, seinem Herrschaftsanspruch über Stedingen Geltung zu verschaffen, bediente sich der Bremer Erzbischof Gerhard II. des Mittels der Verketzerung der Stedinger, nachdem vorhergegangene Versuche, die Bauern mithilfe seiner Verbündeten, der Grafen von Oldenburg, unter seine Herrschaft zu bringen, gescheitert waren. Indem er ihre Verketzerung bei Papst Gregor IX. durchsetzte, gelang es Gerhard, eine Streitmacht von kriegserfahrenen Adeligen hinter sich zu versammeln, die die Stedinger nach einem zweijährigen Kreuzzug in der Schlacht bei Altenesch 1234 niederwarf. Anhand dieses historischen Beispiels sowie der Geschichte seiner Rezeption und Interpretation haben Jasper und Florentin untersucht, inwieweit die christliche Religion einerseits politische Prozesse des Mittelalters prägte, andererseits zur Legitimation von politischen Forderungen und Prozessen bis in die Gegenwart hinein eingesetzt wurde. Dabei traten durchaus bizarre Deutungen der Vergangenheit zutage: Aus dem Bild des deutschen Kaiserreichs von 1871, das die Stedinger als heldenhafte Kämpfer der nationalen Sache gegen die katholische Kirche darstellte, entwickelte sich im „Dritten Reich“ eine rassistische Interpretation, die die „arischen“ Stedinger, angeblich Vertreter des „reinen Deutschtums“, als Kämpfer gegen die „landfremde“ Herrschaft eines Adels verstand, der durch eine jüdische Verschwörung in der katholischen Kirche gelenkt worden sei – absurder geht die Umdeutung von Geschichte kaum.

Für Dr. Matthias Hengelbrock, Latein- und Geschichtslehrer am Alten Gymnasium und zugleich Fachberater für Geschichte bei der Landesschulbehörde, ist das exzellente Ergebnis seiner Schüler eine erfreuliche Bestätigung seines didaktischen Anliegens: „Kompetenzorientierung, wie sie momentan in aller Munde ist, kann nur gelingen, wenn sie erkennbar an bestimmte Inhalte geknüpft ist. Die 50seitige Wettbewerbsarbeit von Jasper und Florentin ist ein Musterbeispiel dafür, wie Form, Inhalt und Methode eine Einheit bilden. Davon kann mancher Student gewiss noch einiges lernen.“

Vortrag über „Flucht und Vertreibung im Umfeld des 2. Weltkrieges“

Dr. Weger bei einer Feldforschung in der rumänischen Dobrudscha

Dr. Tobias Weger hielt am 28. Februar 2017 in der AGO-Aula einen Vortrag zum Thema „Flucht und Vertreibung im Umfeld des 2. Weltkrieges“. Der Referent ist Privatdozent an der Universität Oldenburg und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa.

Neben vielen interessierten Besuchern der Veranstaltung waren es insbesondere Schülerinnen und Schüler der Prüfungskurse Geschichte, die sich mit reichlich Vorwissen im Gepäck über die Ausführungen des Fachmannes freuten, da sie bereits in drei Wochen auch zu diesem Themenbereich Abiturprüfungen haben werden.

Dr. Weger machte das Zuhören leicht und zog mit seinen Ausführungen die Gäste in den Bann, weil er einerseits frei referierte, und andererseits nicht nur inhaltlich umfassend, sondern auch sehr anschaulich präsentierte.

Dr. Weger am Ufer der Oder in Breslau/Wroclaw, im Hintergrund die Dominsel mit Kreuzkirche und Dom

Weger kam es in seinem Vortrag darauf an, das Thema Zwangsmigration im Zuge des Zweiten Weltkrieges in den gesamteuropäischen Kontext einzubetten und sich nicht ausschließlich auf die Rolle der Deutschen zu konzentrieren. Ihm gelang es, allgemein gültige Aussagen zum Charakter von gewaltsamen Konflikten zu machen. Mit Blick auf neuere Forschungen zeigte er auf, dass etwa Massenvergewaltigungen in bewaffneten Konflikten mit entfesselter Gewalt, wie es der 2. Weltkrieg war, ein allgemeines Phänomen darstellen und mithin keineswegs nur den sowjetischen Soldaten 1945 eigen waren. Auch die Rolle der nach dem Krieg entstehenden Landsmannschaften gerade im Alltagsleben in der neuen „Kalten Heimat“ (Kossert) beleuchtete Weger am Beispiel der Stadt Oldenburg, die – laut Weger – erst mit den Flüchtlingen und Vertriebenen zu einer „Großstadt wider Willen“ geworden sei.

Der Vortrag von Dr. Weger hat alle Gäste um viele Kenntnisse bereichert. Ganz besonders engagiert waren in der abschließenden Diskussion die Abiturienten, da sie ihre nun noch offenen Fragen an einen wissenschaftlich ausgewiesenen Fachmann richten konnten.

Zu zentralen Themen des Abiturs gibt es am AGO regelmäßig Vorträge, für die immer wieder hochkarätige Referenten gewonnen werden können. Dieses Mal sei Dr. Tobias Weger für sein Kommen und den äußerst interessanten Vortrag gedankt.

Text: Uwe Roeder

Fotos: Weger / privat

 

 

Exkursion in die Gedenkstätte Bergen-Belsen


Wie in jedem  Jahr haben auch 2017 alle 10. Klassen wieder eine Exkursion zur Gedenkstätte Bergen-Belsen gemacht. Die Fahrten fanden am 14. bzw. 15. Februar statt und wir bekamen eine Führung durch die Gedenkstätte, die mit einem Vortrag begann.

Hierbei erfuhren wir viele interessante und erschütternde Dinge, wie zum Beispiel, dass Bergen-Belsen ursprünglich gar kein Konzentrationslager, sondern ein Kriegsgefangenenlager war, in dem bis 1941 etwa 600 französische und belgische Kriegsgefangene lebten. Ab 1941 kamen dann mehr als 21.000 sowjetische Kriegsgefangene dazu, weswegen das Lager vollkommen überfüllt war und die Menschen teilweise in Erdhöhlen leben mussten. Die Kälte und außerdem Hunger und Krankheiten führten zum Tod von 14.000 Kriegsgefangenen.

1943 wurde der südliche Teil des Lagers an die SS abgetreten, die ein Austauschlager einrichtete, in dem jüdische Menschen gegen deutsche Kriegsgefangene im Ausland getauscht werden sollten. 14.600 jüdische Häftlinge wurden in diesem Austauschlager inhaftiert.  Bis zum April 1945 wurden jedoch nur 2.560 davon gegen deutsche Kriegsgefangene ausgetauscht.  Kurze Zeit später wurden dann die frontnahen  Konzentrationslager geräumt und die Häftlinge wurden von dort nach Bergen-Belsen überstellt, es waren ca. 85.000 und das Lager war hoffnungslos überfüllt. Man mag sich kaum vorstellen, wie die Menschen dort gelitten haben.

Durch mangelnde Hygiene und die sich dadurch ausbreitenden Seuchen gab es bis zur Befreiung durch die Briten am 15. April 1945 im neu entstandenen Konzentrationslager ca.  52.000 Tote und im Kriegsgefangenenlager ca. 19.700 Tote. Für die knapp 29.000 Überlebenden wurde ein Nothospital eingerichtet und die Baracken wurden niedergebrannt, um die Seuchen zu bekämpfen. Danach wurde Bergen-Belsen zum Displaced-Persons-Camp, das heißt, dass die Menschen, die nicht wussten, wo sie hinsollten, noch bis zur Auflösung des Camps 1950 dortblieben. Der erste Prozess im Fall Bergen-Belsen fand Ende 1945 statt, ein Jahr später wurde ein Mahnmal aufgestellt.

Nach dem Vortrag haben wir uns dann das Außengelände angesehen.  Es handelt sich um eine riesige Freifläche, auf der viele Gedenk- und Grabsteine stehen. Von dem Lager selbst sind nur noch wenige Mauerreste zu sehen, dadurch war es schwer, sich vorzustellen, wie es dort früher einmal ausgesehen hat. Das gesamte Gelände wurde zu einem Friedhof erklärt, weil gar nicht klar ist, wo überall Leichen vergraben sind. Hier gibt für Angehörige die Möglichkeit, eine Grabtafel aufstellen zu lassen. Das Areal war zu groß, um alles zu sehen.

Zum Schluss haben wir noch das Museum besichtigt, in dem zum Beispiel Gegenstände der Gefangenen ausgestellt sind und man sich Interviews mit Überlebenden anschauen kann. Hier wurde uns erst richtig bewusst, welche schrecklichen Ausmaße Bergen-Belsen tatsächlich gehabt hat.  Obwohl es eigentlich zunächst kein Konzentrationslager war, sind hier unglaublich viele Menschen unter schrecklichsten Bedingungen zu Tode gekommen. Das unvorstellbare Leid wurde durch die Darstellung einzelner Schicksale verdeutlicht und das hat uns persönlich sehr berührt. Die Berichte der Überlebenden waren schon sehr erschütternd.

Es ist unserer Meinung nach sehr wichtig, auch einmal persönlich an so einem Ort gewesen zu sein, um zu verstehen, was damals passiert ist. Nur durch schulischenUnterricht kann einem das Thema einfach nicht so nahe gebracht werden, wie in einer Gedenkstätte.

Text: Katja Brummer und Jule Peters (10 a)