25 Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse des Alten Gymnasiums Oldenburg besuchten gemeinsam mit ihrer Religionslehrerin, Frau Marschhausen-Lehmann, das Lehr-Lern-Labor der Universität Oldenburg. Der Tag in der Villa Geistreich stand im Zeichen der Auseinandersetzung mit Fragen nach Seele, Tod und Auferstehung sowie mit kulturellen Vorstellungen vom Umgang mit Sterben und Trauer – Themen, die im Unterricht oft theoretisch bleiben, hier jedoch unmittelbar erfahrbar wurden. Nach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Dr. Benedikt Hensel (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), dem Leiter der Lehr-Lern-Labore und Pfarrer Joachim Eisemann starteten die Schülerinnen und Schüler in ein abwechslungsreiches Programm. In Kleingruppen arbeiteten sie in verschiedenen Laborstationen:
- Seelsorge und persönliche Zugänge zur Seele
- Seele – Tod – Auferstehung
- Alltagswelten und kulturelle Perspektiven: Umgang mit Tod und Trauer in unterschiedlichen Kulturen, ergänzt durch eine 3D-/VR-Begehung von Grabstätten
Die intensive Arbeit in den Kleingruppen eröffnete den Jugendlichen neue Blickwinkel. Viele zeigten sich beeindruckt davon, wie unterschiedlich Kulturen den Tod deuten und wie vielfältig Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod sein können. Besonders die virtuellen Begehungen von Grabstätten hinterließen nachhaltige Eindrücke, weil Geschichte und Gedenken hier durch digitale Medien unmittelbar greifbar wurden.
Auch die persönliche Dimension kam nicht zu kurz: In Gesprächen über Seele und Seelsorge hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, eigene Erfahrungen und Fragen einzubringen. Dies führte zu intensiven Diskussionen, die weit über das hinausgingen, was der Unterricht im Klassenzimmer leisten kann.
Nach einer gemeinsamen Pause wurden die Themen in einer zweiten Runde vertieft, bevor die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und miteinander verknüpft wurden. Der Tag endete mit einer gemeinsamen Abschlussrunde gegen 13 Uhr, in der deutlich wurde, dass die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen nicht nur Nachdenken anregt, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der Lerngruppe stärkt.
Das Projekt ermöglichte den Schülerinnen und Schülern des AGO nicht nur einen vertieften Einblick in zentrale Fragestellungen von Religion und Kultur, sondern zeigte auch, wie Wissenschaft, Schule und praktische Theologie in fruchtbaren Austausch treten können. Für viele war der Tag in der Villa Geistreich eine wertvolle Erfahrung, die nachwirkt und zum Weiterdenken einlädt.
Bilder: N. Marschhausen-Lehmann