Vian gewinnt beim Vorlesewettbewerb

Am Donnerstag, dem 30. November, fand der mit Spannung erwartete Vorlesewettbewerb der 6. Klassen statt.

Aus jeder der vier Klassen lasen jeweils zwei Klassensieger aus unterschiedlichsten Jugendbüchern vor. Wir hörten lustige oder spannenden Geschichten von Eiskugeln und nassen Hosen, von Katzen, einem Fußballspiel und vieles mehr. Alle Vorleserinnen und Vorleser lasen so gut vorbereitet, dass die Jury – die Deutschlehrer der Klassen sowie Jasper und Katharina aus Jahrgang 12 – lange diskutierte, bis die drei Besten für die zweite Runde feststanden. Auch der unbekannte Text wurde von allen Drei souverän vorgetragen.

Am Ende stand als Schulsieger Vian Tolan aus der 6d fest. Wir gratulieren ihm herzlich!

 

Fotos: Lennart Kappei, 6. Klasse

Text: Mechthild Möhlmann

Ein Tag auf der Kibum: Marcin Szczygielski liest „Hinter der blauen Tür“

Endlich war es soweit! Die Klassen 5 b, 5 c und 5 d gingen mit ihren Deutschlehrinnen Frau Conrad, Frau Genzen und Frau Steinert zur Kibum. Alle waren ein bisschen aufgeregt und konnten es kaum erwarten. Auf dem Weg zur Kibum unterhielten wir uns darüber, was wir auf der Kibum früher schon erlebt hatten. Etwas später waren wir schon da. Ein Mann zeigte uns den Weg in den Saal des Casablana-Kinos, wo die Lesung stattfinden sollte. Wir nahmen den rot gepolsterten Sesseln Platz. Kurz danach wurden die Lichter heruntergedreht.

Jetzt traten drei Personen auf die Bühne, eine Frau und zwei Männer. Die Frau stellte die Männer vor. Einer von beiden war der polnische Autor Marcin Szczygielski und der andere war sein Übersetzer Thomas Weiler. Nach den Begrüßungsworten konnten wir Marcin Szczygielski ein paar Fragen,  z.B. zu seinem Leben, stellen. Anschließend erzählte Herr Szczygielski über sein Buch „Hinter der blauen Tür“. Neugierig hörten wir zu. Als er damit fertig war, las Thomas Weiler einen kleinen Teil der Geschichte vor. Das Buch war so spannend, das alle noch weiter zuhören wollten, doch stattdessen erzählte Marcin Szczygielski  uns weitere Einzelheiten über das Buch.


Im Anschluss zeigte er uns einen Trailer von der Verfilmung. Der Film war zwar auf polnisch, aber die Bilder waren das Entscheidende.

Jetzte neigte sich unsere Lesung leider schon dem Ende zu. Es konnten noch Fragen zum Trailer gestellt werden.

Etwas später gingen wir alle wieder zum AGO zurück.

Wir freuen uns schon auf den Kibum-Besuch im nächsten Jahr!

 

Text: Felix Spieker, 5d

7. Klassen ‚entern‘ „Cyrano“

Klasse 7 a vor der Exerzierhalle; Foto: A. Feldhege

Im Rahmen des ENTER-Projektes, das das Staatstheater Oldenburg für Schulen anbietet und Schülerinnen und Schülern den preiswerten Eintritt zu ausgewählten Stücken seines aktuellen Programms ermöglicht, haben sich die Klassen 7 a und 7 b die Aufführung „Cyrano“ angesehen.

Erik Hülsebus (7 a) beschreibt den Theaterbesuch so:

„Wir waren am Montag im Theater: Als erstes sind wir mit der ganzen Klasse zum Theater gelaufen! Dort waren auch noch andere Klassen von anderen Schulen. In dem Stück geht es um 3 Männer, die alle in dieselbe Frau verliebt sind. Der eine ist reich, der andere schön und die Hauptperson kann nicht nur gut fechten, sondern hat auch eine Begabung Gefühle in schönen Worten ausdrücken, findet sich aber sehr hässlich. – Ich fand das Stück sehr schön, da es witzig und interessant gemacht war, obwohl die Geschichte eigentlich eher langweilig war und es nur vier Schauspieler gab. Es wurde nur mit einem Bühnenbild gearbeitet, aber dafür auch mit viel Rauch und mit viel Scheinwerferlicht.“
Von der Aufführung waren alle Schülerinnen und Schüler begeistert. Insbesondere die Zweikämpfe und die häufig der Jugendsprache entliehenen Dialoge gefielen. Besonders gewürdigt wurden auch die schauspielerische Leistung der vier Darsteller, die in eine Vielzahl von Rollen schlüpften, sowie die Nutzung des eher schlicht gestalteten Bühnenbildes.

 

„Der Kick“ auf der Aulabühne

Mit der Aufführung des dokumentarischen Theaterstücks „Der Kick“ auf der Aulabühne hat das Seminarfach ‚Darstellendes Spiel‘ das Publikum wieder einmal überzeugt und berührt. Bereits im Juni hatte die Gruppe das Stück im Rahmen der Jugendtheatertage in der Exerzierhalle gezeigt.

Die Autoren Andres Veiel und Gesine Schmidt haben für das Theaterstück „Der Kick“ die brutale Tötung des Jugendlichen Marinus Schöberl durch seine etwa gleichaltrigen Kumpel in Potzlow im Jahr 2002 zum Anlass genommen, sich mit unterschiedlichen Menschen, die aus dem Umfeld des Toten und der Täter stammen, zu sprechen und Informationen zu sammeln: Eltern, Geschwister, Freunde, Lehrer, Sozialarbeiter, Rechtsanwälte, Bürgermeister usw. Aus dem zusammengetragenen Material haben die Autoren ein Theaterstück verfasst, das dem dokumentarischen Theater zuzurechnen ist und mithin einen hohen Grad an Authentizität besitzt. Das Theaterstück überzeugt vor allem durch die Sprache der Figuren bzw. die Unfähigkeit vieler Beteiligter über die eigene Lebenssituation zu reflektieren und zu kommunizieren. Die Menschen des brandenburgischen Ortes wirken in der Nachwendezeit desorientiert. Jugendliche konsumieren bereits in jungen Jahren reichlich Alkohol, neigen zu körperlicher Gewalt und kriminellen Handlungen, aber werden offenbar durch Eltern, Schule und Staat nicht hinreichend begleitet. Die Situation eskaliert, als der 16-jährige Marinus Schöberl von drei seiner Kumpel, mit denen er zuvor zusammen ‚gefeiert‘ hatte, zunächst durch den sogenannten ‚Bordsteinkick‘ getötet und anschließend in einer Jauchegruppe versenkt wird.

Die Seminarfachgruppe, die von Inga Kirchhoff geleitet wird, hat sich im vergangenen Jahr nicht nur mit Text und Inhalt des vorliegenden Stückes vertraut gemacht, sondern auch unterschiedliche Techniken des Schauspiels erprobt und für beide Aufführungen Inszenierungen entwickelt. Mit der existenten unvorstellbar brutalen Gewalt des Ereignisses, das dem Stück zugrunde liegt, haben sich die Schülerinnen und Schüler intensiv beschäftigt. Einige sind in die Rollen der Täter geschlüpft, haben ihnen Menschlichkeit gegeben, die die Täter auch zu Opfern ihrer Lebenswirklichkeit werden lässt. Wegen der beiden sehr unterschiedlichen Aufführungsorte musste die Seminarfachgruppe zwei je eigene Inszenierungen entwickeln, bei denen jeweils auch einige andere Darsteller die Rollen einnahmen. Beide Aufführungen haben sich gelohnt.

Mit dem Thema der Gewalteskalation in Zeiten gefühlter sozialer Nutzlosigkeit sieht sich die Gesellschaft nicht nur unter Jugendlichen in Brandenburg konfrontiert.

Fotos: A. Feldhege

„KlassenFeind“ – Klasse bringt Unterricht auf die Bühne

Foto: Iris Kirchhofer

Die Klasse 10 a hat am 15. und 16. Mai 2017 in der Aula das Theaterstück „KlassenFeind“ aufgeführt.

Die Inszenierung des Stückes, das auf einem Text von Nigel Williams aus dem Jahr 1978 beruht, wurde von der Klasse gemeinsam mit den Lehrkräften Mechthild Möhlmann und Angelika Feldhege im Rahmen eines die Fächer Deutsch, Kunst und Musik übergreifenden Unterrichtsprojektes erarbeitet. Die Textvorlage wurde nicht nur komprimiert, sondern inhaltlich und sprachlich der heutigen Lebenswirklichkeit angepasst. Zudem wurde das Stück um musikalische Interventionen ergänzt, Bühnen-, Kostüm- und Maskenbild haben die Schülerinnen und Schüler entworfen und die Öffentlichkeitsarbeit eigenständig umgesetzt.

„Ich mach doch einfach keinen Sinn.“, sagt Fetzer am Schluss, nachdem sich nicht nur bei ihm Langeweile, Frustration, Aggression, Enttäuschung und Provokation entladen haben. In dem Stück geht es um sieben Schüler und Schülerinnen einer Brennpunktklasse, die in ihrem Klassenzimmer auf ihren neuen Lehrer warten. Da sie aber bisher schon alle Lehrer vertrieben haben, kommt kein neuer und sie beginnen, sich selbst zu unterrichten. Dabei kommunizieren die Jugendlichen verbal in extremer Jugendsprache und extrovertierter Körpersprache, durch die nicht nur ihr sozialer Kontext, sondern auch ihre emotionale Befindlichkeit deutlich werden.

Die absolut überzeugende Gemeinschaftsleistung der Klasse wurde nicht nur mit reichlich Applaus bedacht, sondern zudem mit insgesamt 250,00 €, die die Besucher gespendet haben. Das Geld soll der Sprachlernklasse des AGO für die Anschaffung außerordentlicher Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt werden.

Aufführung 15.5.2017, Fotos: Inga Feldhege

Aufführung 16.5.2017, Fotos: Iris Kirchhofer

Das Unterrichtsprojekt kann mithin als rundum gelungen und nachhaltig wertvoll bezeichnet werden.

 

Ein Abend mit Werther

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b waren zusammen mit Frau Steinert am Freitag, 20. Januar 2017, im Staatstheater Oldenburg, um „Die Leiden des jungen Werther“ im Kleinen Haus zu sehen und zu genießen. Zuvor wurde der gleichnamige, doch recht anspruchsvolle Briefroman von Johann Wolfgang von Goethe im Deutschunterricht gelesen, sodass der Theaterbesuch als sinnvolle Abrundung (oder eher als Belohnung 😊) diente. Die moderne, clevere und perfekt umgesetzte Inszenierung mit drei sehr guten Schauspielern und einer Rockband kam bei Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen hervorragend an. Trotz der modernen Umsetzung sind  nicht nur die wichtigsten und wesentlichsten Elemente – wie das durchaus schwierige „Dreiecksverhältnis“ zwischen Werther, Lotte und Albert – sowie auch viele sehr gut verständliche Lektürezitate erhalten geblieben, sodass wirklich mehr als der Kern von Goethes Briefroman unberührt blieb. Die dramaturgische Umsetzung war so nur ein wenig ansprechender und leichter verständlich als die literarische Vorlage – sowohl für Jüngere als auch Ältere.
Der Theaterbesuch war ein rundum gelungener und schöner Freitagabend für alle Beteiligten!

(Kommentar: Dorothee Haye)

Viel Applaus für „Bremer Freiheit“

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Das Theaterstück „Bremer Freiheit“ von R.W. Fassbinder basiert auf dem authentischen Fall der Giftmörderin Gesche Gottfried, verwitwete Miltenberger, geborene Timm, die vor etwa 200 Jahren in Bremen gelebt hat und für ihre Tötungsdelikte mit dem Tod durch Hängen bestraft worden ist.
Wie aktuell das Thema des Dramas noch heute ist, haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 a in einem die Unterrichtsfächer Musik, Kunst und Deutsch übergreifenden Unterrichtsprojekt erprobt und ihre Interpretation vor Publikum in der Aula des AGO vorgeführt.
Vordergründig mag es sich bei „Bremer Freiheit“ um ein Theaterstück handeln, das den Wunsch Gesches nach Emanzipation radikal thematisiert, weil die Frau alle Menschen, die ihr offenbar im Weg stehen, einfach aus dem Weg räumt. Die Schülerinnen und Schüler haben jedoch im und durch ihr Spiel herausgestellt, dass es um den menschlichen Wunsch nach eigener Freiheit und Befreiung anderer aus deren Unfreiheit sowie um moralische Fragen nach deren Um- und Durchsetzung, mithin auch um Schuld und Verantwortung geht.
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten während eines auf fünf Wochen angelegten Unterrichtsprojektes gemeinsam mit den beiden Lehrkräften, Mechthild Möhlmann und Angelika Feldhege, eine Inszenierung, welche einerseits die historische Verortung wie auch die Zeitlosigkeit der Dramenhandlung ermöglicht. Äußere Gestaltungsmittel, wie Bühnenbild und Kostüme, waren ebenso relevant wie die eingebundenen musikalischen Elemente des Stückes. Neben dem von Fassbinder vorgegebenen wiederkehrenden Choral „Welt ade“ wurden Text und Melodie einer Moritat selbst geschrieben, Percussion-Elemente eingefügt. Der Einsatz von Beleuchtung und Vorhang erhielt wesentliche Bedeutung für Gliederung und Stimmung des Dramengeschehens. Die großartigen schauspielerischen Leistungen, die die Schülerinnen und Schüler erbracht hatten, hauchten den literarischen Figuren Leben ein.
Am vergangenen Montag wurde „Bremer Freiheit“ in der sehr gut besuchten Aula aufgeführt. Schülerinnen und Schüler, aber auch die Zuschauerinnen und Zuschauer hatten Spaß am Spiel und konnten nachhaltige Eindrücke von einem tollen Theaterabend mitnehmen. Die Zuschauer dokumentierten ihre Begeisterung für die Inszenierung nicht nur mit viel Applaus, sondern auch großzügig mit Spenden um die die jungen Theatermacher zur Unterstützung der Arbeit in der Oldenburger Flüchtlingsunterkunft Etzhorn gebeten hatten.  Der Spendenbetrag beläuft sich auf 270,00€.

Eine weitere Aufführung von „Bremer Freiheit“ ist vorgesehen.

 

 

Fotos: Lucia Schürmann

 

 

Theater in Wilhelmshaven

im Stadttheater Wilhelmshaven
im Stadttheater Wilhelmshaven

Schülerinnen und Schüler der Deutsch-Kurse von Albrecht Sellen, Inga Kirchhoff und Angelika Feldhege sahen sich im Stadttheater Wilhelmshaven die dramatisierte Inszenierung von E.M. Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ an.

Die Wilhelmshavener Inszenierung richtet den Fokus auf die Konsequenzen für die Teilnehmer militärischer Einsätze. Die zentralen Figuren der inzwischen fast 100 Jahre alten Romanvorlage sind in der aktuellen Inszenierung Stellvertreter für all jene, die verkrüppelt, verändert oder häufig auch gar nicht wieder nach Hause kommen. Der Aktualitätsbezug wird zudem anschaulich vor Augen geführt, indem Zitate von Soldaten, die jüngst an Einsätzen in Afghanistan teilgenommen haben, in die Aufführung des historischen Stoffes eingebunden werden.

Die Busreise der großen AGO-Gruppe hat sich nicht nur gelohnt, weil die Thematisierung des Romans „Im Westen nichts Neues“ für alle Deutschkurse des jetzigen 12. Jahrgangs obligatorisch ist, sondern auch weil auf der Bühne des Theaters die Wirklichkeitsbedeutung dieser unterrichtlichen Lektüre noch einmal deutlich geworden ist.

(Fotos: Asli Apalak)

Deutsch-LK lädt zur Podiumsdiskussion in AGO-Aula ein

„Individuelle Schuld und Verantwortung in gesellschaftlichen Krisensituationen“

Fachleute unterschiedlicher Disziplinen konnten von dem Deutsch-Kurs als Teilnehmer für die Podiumsdiskussion zu dem Thema „Individuelle Schuld und Verantwortung in gesellschaftlichen Krisensituationen“ gewonnen werden. Etwa 100 Schülerinnen und Lehrkräfte verfolgten am Ende des Schuljahres dem interessanten Gedanken- und Erfahrungsaustausch der Podiumsteilnehmer und beteiligten sich zudem an der Diskussion.

Auf dem Podium saßen:

Olaf Grobleben ist Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg.

Mario von Häfen ist OLG-Richter und stellvertretender Pressesprecher am Oberlandesgericht Oldenburg.

Ralf Mende hat als Bundeswehrsoldat am Jugoslawienkrieg teilgenommen und war mit einer UN-Mission im Kosovo.

Jürgen Walter war Militärpfarrer bei der Bundeswehr, Seelsorger für die Soldaten in Afghanistan, persönlicher Referent beim evangelischen Militärbischof Peter Krug und ist Gemeindepfarrer in Oldenburg-Bürgerfelde.

Für alle Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen der Jahrgangsstufe 11 war die Thematisierung von Literatur, die Krieg – insbesondere den Ersten Weltkrieg – zum Thema hat, obligatorisch. Im Zentrum stand der Roman “Im Westen nichts Neues” von E.M. Remarque, aber auch literarische Texte von Köppen, Jünger, Tucholsky, Brecht usw. In diesem Zusammenhang diente dem Kurs der Fachlehrerin Angelika Feldhege Tucholskys Satz “Soldaten sind Mörder” als Grundlage vielfältiger Diskussionen zu Fragen von menschlicher Schuld, Unschuld und Verantwortung. Dabei setzte sich der Kurs – auch vor dem Hintergrund gegenwärtiger politischer Unruheherde – mit unterschiedlichen Positionen von Politikern, Theologen, Zeitgenossen und Künstlern auseinander. In den Debatten konnte kein zufriedenstellender Konsens erzielt werden. Der Kurs lud deshalb Fachleute aus Politik, Kirche, Militär und Recht in die Schule ein, um gemeinsam mit ihnen zu diskutieren.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion stellten ihre Perspektiven auf das existenzielle Thema sehr persönlich und erfahrungsbasiert dar, fokussierten dabei stets Frieden und Gewaltfreiheit als Ziel. In der Diskussion zeigte sich, dass Tucholskys mehr als 80 Jahre alter Satz auch heute noch als literarischer „Stolperstein“ dient, der zum Nachdenken über Krieg und Frieden anregt. Frieden und Gerechtigkeit hängen ebenso eng zusammen wie Recht und Bildung. Mit zukunftsweisenden Überlegungen und Anregungen zu individuellen und gesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten verließen alle die Veranstaltung.

Fotos: Marie Hartwig, Text: Angelika Feldhege

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Klasse 10 a zeigt „liebesrap“ auf der Aula-Bühne

Motiviert durch die Brandbriefe Berliner Schulen und das Wirken der Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig hat die Autorin Gesine Schmidt zunächst recherchiert und 2010 das Theaterstück „liebesrap“ veröffentlicht. Im Rahmen des Deutschunterrichts haben die Schülerinnen und Schüler literarische Gestaltung und gesellschaftlichen Kontext des Stücks, das dem „Neuen dokumentarischen Theater“ zugeordnet wird, thematisiert und eine Inszenierung entwickelt. Am 23. März 2015 führten die Schülerinnen und Schüler „liebesrap“ in der Aula des AGO vor Eltern, Lehrkräften, Mitschülern und Freunden auf.

Das Theaterstück handelt von dem jugendlichen Paar Vanessa (16) und Yusuf (15), das im Berliner Bezirk Neukölln lebt. Beide erzählen von ihrer wechselvollen Liebesbeziehung, vom nicht immer einfachen Zusammenleben mit Eltern, Geschwistern und Freunden, von ihren Erfahrungen mit der Schule, von der Führerscheinprüfung und von Drogenkonsum. Vanessas und Yusufs Alltag ist geprägt von Glück, Trennungen, Misserfolgen und Gewalt. Am Ende zeigt sich Hoffnung, als sie sich vornehmen, an einer Schule für Schwänzer – der „Rütli-Schule“ – ihr Leben neu in die Hand zu nehmen.

Alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 a waren auf der Bühne und nahmen sich der Figuren Vanessa und Yusuf an. So kam es zu unterschiedlichen Interpretationen der Figuren, durch die deutlich wurde, dass das Schicksal der beiden Jugendlichen aus Neukölln viele Gesichter haben kann.

Bericht und Fotos: Angelika Feldhege

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