Boot-Camp für Kunst-LK auf Langeoog

Schülerinnen und Schüler des Kunst-Leistungskurses waren für ein Wochenende gemeinsam mit den Lehrkräften Nele Ellinghusen-Cappelmann und Angelika Feldhege auf der Nordseeinsel Langeoog.


Im autofreien Ambiente und bei gesundem Reizklima konnten Land-Art-Projekte, Konzept-Kunst-Ideen, dokumentarische und inszenierte Fotoarbeiten umgesetzt werden. So machte sich beispielsweise eine Schülergruppe auf, um sichtbare Spuren aus der Zeit des 3. Reiches zu suchen und Material für ein Fotoprojekt zu finden. Eine andere Gruppe nahm sich der Sängerin Lale Andersen an, die auf der Nordseeinsel ihren Lebensabend verbracht hatte und auf dem Dünenfriedhof beerdigt wurde. In der Tradition des Land-Art-Künstlers Andy Goldsworthy sind unterschiedliche Transformationen aus Naturmaterialien am vom Wechsel der Gezeiten geprägten Strand entstanden. Neben der inhaltlichen Nachlese und Übungen zu den Themen der letzten Semester kamen Spaß und Erholung keineswegs zu kurz. Nicht nur im Haus Meedland konnte man wunderbar gemeinsam reden, spielen, essen und feiern.


Von der Fähre wurde auf dem Wasserweg zwischen Langeoog und Bensersiel dem Meer aus einer Urne Asche übergeben, die die greifbaren Überreste eines unterrichtlichen Kunstprojektes zur Kunst von Thomas Demand waren. So wurde allen vor Augen geführt, dass die Vergangenheit nicht nur nicht tot, sondern nicht einmal vergangen ist. Erinnerungen an eine ereignis- und erfahrungsreiche Kurszeit werden sicherlich an das gemeinsame Wochenende auf Langeoog nachhaltig geknüpft sein.

Fotos: Mala Bunjes, Kilian Ramm, Philine Trzewik, Nele Ellinghusen-Cappelmann, Angelika Feldhege

Mit Kaugummizigaretten zu Biggie-B – Filmpreis geht an AGO-Team

Bevor für den Filmwettbewerb U_act der letzte Vorhang fiel, gab es noch eine sehr schöne Prämierungsfeier im Casablanca-Kino. Am diesjährigen Wettbewerb hatten sich vom AGO zwei Lerngruppen beteiligt, die Klasse 10 d und ein Grundkurs Kunst des 12. Jahrgangs.

Im vergangenen Halbjahr haben viele Oldenburger Schülerinnen und Schüler zur thematischen Vorgabe Paare Filmideen entwickelt, gefilmt, geschnitten und vertont. 20 einminütige Handyfilme gingen in den Wettbewerb und wurden von der Jury begutachtet. Zur Jury gehörten neben Vertretern der teilnehmenden Oldenburger Ausstellungshäuser erstmalig auch Jugendliche, die im vergangen Jahr mit ihrem Film einen Preis erzielt hatten. Vom AGO waren Angelina Kazarjan und Michelle Zaddach dabei.

Dass die Entscheidung nicht leicht gefallen sein muss, wurde deutlich, als alle eingereichten Filme auf der großen Kinoleinwand gezeigt worden waren.

Einen hervorragenden 2. Platz bekam der Film „Kaugummizigaretten“, in dem die Verwechslung zweier Jacken für zwei Jugendliche zu einem Rendesvouz führt. Zum Team gehören Katharina Bunk, Sander Hummerich, Niklas Schubert und Jan-Eike Sturm, die den 12. Jahrgang besuchen. Die Leistung wurde mit Gutscheinen für das Restaurant „Biggie B“ belohnt. Die Jury begründete ihre Entscheidung so:

„Diese Story ist filmisch in jeder Einstellung stringent zur Dramaturgie umgesetzt. Die Paarungen finden sich auf sämtlichen Ebenen wieder und die Farbwahl, der Rhythmus und die Musik des Filmes gehen hier Hand in Hand. Die gut komponierten Bilder, die fast ohne Sprache auskommen, starten vor dem Horst-Janssen-Museum und folgen den Akteuren durch die Säle des Stadtmuseums. Vom ersten Aufhänger bis zur sich anbahnenden romantischen Annäherung ist die Erzählung und die Umsetzung auf mehreren Ebenen stimmig, in guter Qualität umgesetzt und endet mit einem kleinen Witz.“


Außerdem erhielt der Film „Gedankenströme“, der von Jan Grebe und Jonathan Behrens stammt, eine lobende Erwähnung:

„Eine schöne Story, die den Alltag und die Lebenswelt der Schüler mit der Kulturgeschichte verbindet. Die Erkenntnisse und die Geschichte rund um ein Ausstellungsstück im Landesmuseum für Natur & Mensch werden in diesem Film in Gegensätzen arrangiert. Die Paarungen sind dabei vielfältig aufgegriffen worden: Geschichte & Gegenwart, analog & digital und nicht zuletzt die unterschiedlichen Haltungen der beiden Darsteller gegenüber dem Museum. Das Motiv des Rades ist filmisch gut durchdacht worden. Die Szenenauswahl, Schnitte und Überblendungen sind stimmig und knüpfen in der rhythmisch fließenden Komposition an den Titel des Films an.“


Auch wenn die anderen eingereichten Filme keine öffentliche Würdigung erhielten, sind auch sie – wie die Zuschauerreaktionen bei der Präsentation zeigten – gelungen. Die Arbeit an den Filmen hat auf jeden Fall allen Beteiligten Spaß gemacht. Um so bedauerlicher ist es, dass der Filmwettbewerb U_act nicht weiter fortgesetzt werden soll. Für Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Ausstellungshäuser war U_act insgesamt eine interessante und lohnenswerte Veranstaltung.


Mehr Informationen zu U_act gibt es HIER.

NEWSEUM – Kooperationsprojekt mit OKV und ERH

Am 25. Januar 2018 präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 b die Ergebnisse des kooperativen Forschungsprojektes NEWSEUM der Öffentlichkeit. Kooperationspartner des AGO waren der Oldenburger Kunstverein (OKV) und das Edith-Russ-Haus für Medienkunst (ERH). Während des vergangenen Halbjahres haben sich die Schülerinnen und Schüler mit den beiden Ausstellungshäusern beschäftigt, um Vorschläge für die Verbesserung der Ansprache jugendlicher Besucher zu entwickeln. Die Schülerinnen und Schüler haben zunächst eine Bestandsaufnahme der Gegebenheiten der beiden Ausstellungshäuser gemacht, indem sie auch hinter die Kulissen blicken und mit Funktionsträgern sprechen konnten. Die beiden museumspädagogischen MitarbeiterInnen, Mareike Urfels und Jan Blum, begleiteten die Forschungstätigkeit der AGOnauten.


Am Ende sind viele interessante Ideen in unterschiedlichen medialen Darstellungsformen entstanden (Modell, Zeichnung, Text, digitale Modellierung usw.), die den Gästen vorgestellt wurden. Eingeladen waren auch Mitglieder der Geschäftsführung und des Vorstandes beider Ausstellungshäuser, damit sie sich mit den Vorschlägen der Jugendlichen und deren Umsetzbarkeit konstruktiv auseinandersetzen konnten. Neben einer Reihe von architektonischen Modifikationen, die von der Einrichtung einer Rampe zum Eingangsbereich des ERH über Umgestaltungen der Fassaden beider Häuser bis zur Aufstockung des OKV um ein weiteres Stockwerk reichten, entwickelten die Schülerinnen und Schüler auch Ideen zur erweiterten Nutzung durch Jugendliche. So wurden Konzepte für einen Jugendclub, alternative Raumnutzungen während der Umbauphasen oder die Beteiligung von Jugendlichen als  Mitarbeiter vorgestellt.

Die kreativen Ideen der Jugendlichen wurden zudem in Form eines Leporellos dokumentiert.

NEWSEUM war für alle Beteiligten eine sehr interessante und insbesondere wegen seiner Dauer eine neue Projektform. Die Zusammenarbeit von drei Institutionen ist ungewöhnlich und hat sehr gut geklappt.
Für das Projekt gab es bei allen Beteiligten unterschiedliche Motivationen, auch wenn die kulturelle Bildung Jugendlicher immer im Fokus stand. Im Rahmen schulischen Unterrichts konnten sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit konkreter Architektur auseinandersetzen und die Relevanz der Gestaltung des gebauten Raumes auf das eigene Verhalten erkennen. Ferner konnten sie gemeinsam über ihre Wahrnehmungen reflektieren und sich mit unterschiedlichen Personen darüber austauschen sowie ihre Ideen individuell präsentieren. Die Öffnung des Unterrichts für außerschulische Lernorte ist ohnehin sinnvoll.
Das Projekt konnte in dieser Personalintensität und Öffentlichkeitsorientierung nur mit freundlicher Unterstützung von Sponsoren umgesetzt werden. Alle Beteiligten danken dem Verein Lebendiges Museum e.V. und dem Verein der Freunde des Alten Gymnasiums e.V.
Fotos: Hauke-Christian Dittrich
Text: Angelika Feldhege (Projektleitung AGO)
Die NWZ hat am 01.02.2018 berichtet.

„KlassenFeind“ – Klasse bringt Unterricht auf die Bühne

Foto: Iris Kirchhofer

Die Klasse 10 a hat am 15. und 16. Mai 2017 in der Aula das Theaterstück „KlassenFeind“ aufgeführt.

Die Inszenierung des Stückes, das auf einem Text von Nigel Williams aus dem Jahr 1978 beruht, wurde von der Klasse gemeinsam mit den Lehrkräften Mechthild Möhlmann und Angelika Feldhege im Rahmen eines die Fächer Deutsch, Kunst und Musik übergreifenden Unterrichtsprojektes erarbeitet. Die Textvorlage wurde nicht nur komprimiert, sondern inhaltlich und sprachlich der heutigen Lebenswirklichkeit angepasst. Zudem wurde das Stück um musikalische Interventionen ergänzt, Bühnen-, Kostüm- und Maskenbild haben die Schülerinnen und Schüler entworfen und die Öffentlichkeitsarbeit eigenständig umgesetzt.

„Ich mach doch einfach keinen Sinn.“, sagt Fetzer am Schluss, nachdem sich nicht nur bei ihm Langeweile, Frustration, Aggression, Enttäuschung und Provokation entladen haben. In dem Stück geht es um sieben Schüler und Schülerinnen einer Brennpunktklasse, die in ihrem Klassenzimmer auf ihren neuen Lehrer warten. Da sie aber bisher schon alle Lehrer vertrieben haben, kommt kein neuer und sie beginnen, sich selbst zu unterrichten. Dabei kommunizieren die Jugendlichen verbal in extremer Jugendsprache und extrovertierter Körpersprache, durch die nicht nur ihr sozialer Kontext, sondern auch ihre emotionale Befindlichkeit deutlich werden.

Die absolut überzeugende Gemeinschaftsleistung der Klasse wurde nicht nur mit reichlich Applaus bedacht, sondern zudem mit insgesamt 250,00 €, die die Besucher gespendet haben. Das Geld soll der Sprachlernklasse des AGO für die Anschaffung außerordentlicher Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt werden.

Aufführung 15.5.2017, Fotos: Inga Feldhege

Aufführung 16.5.2017, Fotos: Iris Kirchhofer

Das Unterrichtsprojekt kann mithin als rundum gelungen und nachhaltig wertvoll bezeichnet werden.

 

2. Platz für AGOnauten bei „U_Act“-Filmwettbewerb


Filmstills aus dem Film „Mannequin“

Wenn im Museum ausgestellte Figuren beim zwölften Gongschlag anfangen, sich zu bewegen, erscheint dem Zuschauer dies mit der Filmerfahrung von „Nachts im Museum“ nicht mehr wirklich ungewöhnlich. Allerdings bedienen sich im Kurzfilm „Mannequin“ die menschlichen Figuren aus Neugierde an dem vom Museumswächter arglos abgelegten Smartphone, strecken den Angestellten mit einem Gehstock zur Bewusstlosigkeit nieder und verschwinden. Das Smartphone bleibt liegen und belegt nicht nur dem Museumspersonal anschaulich, dass die Figuren wirklich in Bewegung geraten sind, da sie auf Snapchat den ‚Hundefilter‘ für Selfies entdeckt hatten. Der Film „Mannequin“, den Angelina Kazarjan, Delberin Gök, Michelle Zaddach und Kilian Paul Ramm im Rahmen des „U-Act“-Filmwettbewerbs angefertigt haben, wurde von der Jury mit dem 2. Platz belohnt. Die Jury lobte, dass eine lustige Geschichte mit stets gelungener Kameraführung, sinnvollen Schnitten, passender Musik, starker schauspielerischer Leistung und überzeugenden Kostümen erzählt wird.

Die Schülerinnen und Schüler des Kunst-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 11 haben sich mit drei eingereichten Filmen an dem von den Oldenburger Museen und Kulturinstitutionen ausgeschriebenen Filmwettbewerb „U_Act“ beteiligt. Der Wettbewerb richtet sich an die Oldenburger Schulen. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen ca. einminütigen Handyfilm drehen, der auch in einem der Oldenburger Ausstellungshäuser spielt. Für Schulen und Ausstellungshäuser handelt es sich um eine echte Win-Win-Situation, da sich einerseits die Schülerinnen und Schüler intensiv und ungewöhnlich mit  der Oldenburger Museumslandschaft beschäftigen und andererseits durch den Wettbewerb ein höchst motivierender handlungs- und produktorientierter Kunstunterricht ermöglicht wird.

Von den teilnehmenden AGOnauten war jedenfalls zu hören, dass sie beim nächsten Mal wieder mitmachen wollen.

Mehr über „U_Act“ 2016/17 gibt es hier.

Die NWZ hat über die Prämierungsfeier berichtet.

Eine Reise zu „Rodin“ nach Groningen

Ein roter Reisebus, der mit einer bunten Gruppe Kunstinteressierter gefüllt war, verließ am vergangenen Donnerstag den Oldenburger Cäcilienplatz. Ziel war die niederländische Stadt Groningen, wo im Museum eine große Rodin-Ausstellung gezeigt wird. Neben dem Kunst-LK des Jahrgangs 11, der von Angelika Feldhege betreut wird, fuhren auch weitere Schülerinnen, Schüler und studentische Fachpraktikantinnen mit.

Das Museum stellt – passend zum aktuellen Semesterthema „Bewegung in der Kleinplastik“ – eine Vielzahl bildhauerischer Werke des bedeutenden französischen Künstlers Auguste Rodin aus, dessen Todesjahr sich zum 100. Mal jährt. Die Exponate wurden durch das Spiel von Licht und Schatten sehr gelungen in Szene gesetzt. Zudem hat Rodin seinen Figuren manchmal fast schmerzhaft aussehende Posen  gegeben, sodass deren Muskeln und Sehnen in der Anschauung eine bewegte und bewegende Atmosphäre offenbaren. Sehr interessant waren auch die Plastiken, die bewusst fragmentarisch geblieben sind. Einige Figuren wurden in unterschiedlichen Größen und Materialien präsentiert.

Am Abend fuhr der rote Reisebus mit einer fröhlichen und um viele Eindrücke bereicherten Gruppe wieder zurück nach Oldenburg: AGOnauten auf Kultour!

Text: Deborah Brieke

Foto: Inga Feldhege

BERLIN SEHEN

Das Seminarfach ,,Fotografie“, das von Heinrich Gode und Angelika Feldhege betreut wird, hat sich in den letzten eineinhalb Jahren mit verschiedenen Arten der Gegenwartsfotografie beschäftigt.

Zentrales Thema des letzten Halbjahres war „Streetphotography“. In diesem Zusammenhang haben die Schülerinnen und Schüler zunächst Fotografien in Oldenburg angefertigt. Während der Studienfahrt, die den Kurs im Herbst nach Berlin führte, sind Bilder entstanden, die nun in einer Ausstellung gezeigt werden.

Am 12. Januar 2017 veranstaltete das Seminarfach „Fotografie“ im Vorraum der AGO-Aula die Vernissage zur Ausstellung „BERLIN SEHEN“. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, da der Einladung viele Besucher unterschiedlicher Kontexte gefolgt waren und von Bildern und Programm allesamt begeistert waren. Neben Familienmitgliedern, Lehrkräften und Mitschülern waren Künstler, Vertreter regionaler kultureller Einrichtungen sowie anderer Schulen und Hochschulen erschienen.

Die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachkurses hatten die Vernissage eigenständig geplant, organisiert und durchgeführt: von der Wahl des Ausstellungsortes, dem Ablauf der Veranstaltung und der Hängung der Bilder, über die Gestaltung von Plakat und Buffet bis zur Formulierung und Präsentation der einführenden Worte sowie der sehr gelungenen Auswahl der herausragenden musikalischen Begleitung. Eine Mitschülerin präsentierte zwei Songs des Singer-Songwriters Ed Sheeran und erntete dafür Riesenapplaus.

Die stellvertretende Schulleiterin, Frau Meyer-Brinkmann, betonte in ihrer Begrüßung einerseits die „außerordentliche Qualität der Bilder, die sich wirklich ’sehen lassen‘ können“, stellte andererseits heraus, dass es sich um das Ergebnis einer bereits dreisemestrigen seminarfachlichen Auseinandersetzung handle und betonte ferner die Qualität des Seminarfach-Konzepts am AGO. Am AGO bieten Lehrkräfte unterschiedlicher Fächer Seminarfachkurse zu individuellen Themen mit interdisziplinarischem Potential an. In den  Seminarfächern wird nicht nur wissenschaftspropädeutisches Arbeiten geübt, die Facharbeit geschrieben, sondern auch die Studienfahrt durchgeführt. Die Lehrkraft des Seminarfachkurses ist Tutor und hat somit eine der Klassenlehrkraft vergleichbare Funktion. Diese Konstellation ermöglicht ein ‚Spirit‘ in der Gruppe, die zu außerordentlichem Engagement und hoher Leistung führt.

Die Ausstellung mit den Fotografien kann noch bis zum 20. Februar besucht werden.

Die NWZ hat am 29.12.2016 berichtet.

 

Vor der Linse: Kaninchenzüchter und US-Präsident Obama

NWZ-Fotograf Hauke-Christian Dittrich hält einen Vortrag im Seminarfach Fotografie (12. Jahrgang)
NWZ-Fotograf Hauke-Christian Dittrich hält einen Vortrag im Seminarfach Fotografie (12. Jahrgang)

Hauke-Christian Dittrich ist als Fotojournalist nicht nur für die regional ausgerichtete Nord-West-Zeitung tätig, sondern fotografiert auch für die dpa (Deutsche Presse-Agentur). Im Seminarfach „Fotografie“, das von den Lehrkräften Heinz Gode und Angelika Feldhege betreut wird, hat Hauke-Christian Dittrich sowohl von seiner Tätigkeit als auch von seinem beruflichen Werdegang höchst interessant und kurzweilig berichtet. „Jeder Fototermin ist spannend“, betonte Dittrich, „weil man sich immer wieder auf neue Gegebenheiten vorbereiten und einstellen muss.“ So erfuhren die Kursmitglieder viel Wissenswertes über die Handhabung mit dem technischen Equipment, die unterschiedlichen Inszenierungen der Motive und mitunter herausfordernden Rahmenbedingungen. Hauke-Christian Dittrich erzählte mit großer Begeisterung von seinen Begegnungen auf Volksfesten, Sportveranstaltungen, regionalen Ereignissen, aber auch von seinen überregional und international berühmten Motiven wie beispielsweise US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Mitglieder des EU-Parlamentes oder auch von der Begleitung des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil auf seiner Reise durch Niedersachsen.

Hauke-Christian Dittrich hat 2013 am AGO sein Abitur abgelegt und studiert derzeit in Hannover Medienmanagement.  Bereits seit seinem vierzehnten Lebensjahr ist er fotojournalistisch tätig und hat mit seiner leidenschaftlichen Präsentation alle Zuhörerinnen und Zuhörer in den Bann gezogen.

 

Die NWZ hat über den Besuch im AGO berichtet.

Atelierbesuch bei der Malerin Anita Buchholz

Die in Oldenburg lebende Künstlerin Anita Buchholz öffnete dem von Heinz Gode und Angelika Feldhege geleiteten Seminarfachkurs „Fotografie“ die Türen ihres Ateliers, das im Röwekamp in einem ehemaligen kleinen Laden beheimatet ist. Eine große Schaufensterfläche lässt sogar von außen einen großzügigen Einblick in den Arbeitsbereich zu, aber das Eintreten lohnt sich, da sowohl an Wänden und auf Staffeleien fertige und im Prozess befindliche farbenprächtige Gemälde zu sehen sind. Die Bilder sind nicht naturalistisch, aber gegenständlich und tendieren wegen ihres großzügigen Pinselduktus zur expressiven Abstraktion. Immer sind auf den Bildern Menschen zu sehen, aber die Orte verbleiben meistens eher im Vagen. Zudem befinden sich im Atelier Pinsel, Farben und Tücher auf einem Werkzeugwagen, auf dem Boden liegen viele Fotografien, Zeitungsausschnitte, ausgedruckte Bilder aus dem Internet. Mindestens so offen wie sich das Atelier darbietet, ist auch die Künstlerin. Die Künstlerin erzählt lebendig und berichtet authentisch von ihrer Motivation und Herangehensweise Kunst zu machen. „Bei einem so tollen, sonnigen Wetter wie heute muss ich eigentlich raus, um zu fotografieren, weil Licht und Schatten gut sind und die Leute so tolle bunte Sachen anhaben.“, sagt Anita Buchholz und verweist einerseits auf die Bedeutung der Fotografie als Bilderfundus für ihre Malerei und betont andererseits, dass sie die Farbigkeit mag, die sich durch ihre Gemälde zieht. Ihr Anliegen sei es zu erproben, wie viel Malerei man braucht, um etwas zu malen.

Anita Buchholz stellte sich offen allen Fragen von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften, die nun voll mit neuen Eindrücken bald ihre Studienfahrt nach Berlin antreten werden. Zum Programm der Studienfahrt gehört auch das Anfertigen von Street-Photographies, an denen sich die Künstlerin sehr interessiert zeigte. Auf den Besuch im Atelier soll also ein Gegenbesuch im AGO folgen – wie schön!

Fotos: Jona Lange

Text: Angelika Feldhege

Viel Applaus für „Bremer Freiheit“

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Das Theaterstück „Bremer Freiheit“ von R.W. Fassbinder basiert auf dem authentischen Fall der Giftmörderin Gesche Gottfried, verwitwete Miltenberger, geborene Timm, die vor etwa 200 Jahren in Bremen gelebt hat und für ihre Tötungsdelikte mit dem Tod durch Hängen bestraft worden ist.
Wie aktuell das Thema des Dramas noch heute ist, haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 a in einem die Unterrichtsfächer Musik, Kunst und Deutsch übergreifenden Unterrichtsprojekt erprobt und ihre Interpretation vor Publikum in der Aula des AGO vorgeführt.
Vordergründig mag es sich bei „Bremer Freiheit“ um ein Theaterstück handeln, das den Wunsch Gesches nach Emanzipation radikal thematisiert, weil die Frau alle Menschen, die ihr offenbar im Weg stehen, einfach aus dem Weg räumt. Die Schülerinnen und Schüler haben jedoch im und durch ihr Spiel herausgestellt, dass es um den menschlichen Wunsch nach eigener Freiheit und Befreiung anderer aus deren Unfreiheit sowie um moralische Fragen nach deren Um- und Durchsetzung, mithin auch um Schuld und Verantwortung geht.
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten während eines auf fünf Wochen angelegten Unterrichtsprojektes gemeinsam mit den beiden Lehrkräften, Mechthild Möhlmann und Angelika Feldhege, eine Inszenierung, welche einerseits die historische Verortung wie auch die Zeitlosigkeit der Dramenhandlung ermöglicht. Äußere Gestaltungsmittel, wie Bühnenbild und Kostüme, waren ebenso relevant wie die eingebundenen musikalischen Elemente des Stückes. Neben dem von Fassbinder vorgegebenen wiederkehrenden Choral „Welt ade“ wurden Text und Melodie einer Moritat selbst geschrieben, Percussion-Elemente eingefügt. Der Einsatz von Beleuchtung und Vorhang erhielt wesentliche Bedeutung für Gliederung und Stimmung des Dramengeschehens. Die großartigen schauspielerischen Leistungen, die die Schülerinnen und Schüler erbracht hatten, hauchten den literarischen Figuren Leben ein.
Am vergangenen Montag wurde „Bremer Freiheit“ in der sehr gut besuchten Aula aufgeführt. Schülerinnen und Schüler, aber auch die Zuschauerinnen und Zuschauer hatten Spaß am Spiel und konnten nachhaltige Eindrücke von einem tollen Theaterabend mitnehmen. Die Zuschauer dokumentierten ihre Begeisterung für die Inszenierung nicht nur mit viel Applaus, sondern auch großzügig mit Spenden um die die jungen Theatermacher zur Unterstützung der Arbeit in der Oldenburger Flüchtlingsunterkunft Etzhorn gebeten hatten.  Der Spendenbetrag beläuft sich auf 270,00€.

Eine weitere Aufführung von „Bremer Freiheit“ ist vorgesehen.

 

 

Fotos: Lucia Schürmann